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Kategorien > Mysterie > Unheimliches

Nachts Teil 2

von bitter_symphony

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Fabian konnte sich nicht helfen, er fand es hier komisch. Das sah man ihm aber im Gesicht an, denn seine Zimmerpartner ließen ihn nicht mehr aus den Augen und beobachteten ihn auf Schritt und Tritt. Aber nicht nur sie verhielten sich so, auch alle anderen Campteilnehmer waren wachsam, wenn es um Fabian ging. Er wusste, er wurde beobachtet, denn obwohl sie sich bemühten, sah er immer wieder Augen im Dunkeln aufblitzen oder Fussspuren im Dreck und manchmal hörte er sie sogar reden, wenn er in seinem Bett lag. Es war komisch hier und Freunde würde er sich hier auch nicht suchen. Er war überhaupt froh, dass er das Camp nur zwei Wochen besuchen musste und dann endlich heim konnte, zu seinen Freunden und zu seinen etwas seltsamen Eltern, die er mehr vermisste wie er befürchtet hatte. Alles hier war fremd. Beim Abendessen wurde nie geredet und wenn dann sprach nur Bör, der sie lobte für ihre Taten und ihren Einsatz. Die Jagd war Fabian auch relativ egal. Er tat so als ob er irgendeinem Hasen hinterher lief und legte sich dann ins Gras und lies andere jagen gehen. Es entsprach einfach nicht seinem Ethos, erzählte er Herr Hötzgel, als dieser nach dem Grund fragte, warum Fabian nie etwas Erlegtes zum allgemeinen Wohl dazusteuern konnte. Er wurde dazu erzogen jedes Tier so zu pflegen wie einen Familienangehörigen, erzählte er ihm mit ernster Miene. Das entsprach zwar nicht ganz der Wahrheit, aber trotzdem würde niemand Fabian dazu bringen, etwas zu töten, es widerte ihn einfach an. Und je mehr er sich von den anderen abkapselte, desto stärker wurde sein Verfolgungswahn. Eines Abends als er auf den Weg zur Waschanlage war – die ihn Wahrheit ein Brunnen und ein improvisiertes Klo war – hörte er Stimmen hinter sich. Er drehte sich immer wieder um, denn schließlich war es schon Nacht und der Mond schien hell über ihm. Doch in dieser Dunkelheit konnte er keine Menschenseele sehen. Er versuchte sich zu beruhigen, denn sein Herz fing an zu rasen und er hoffte inständig, dass er sich alles nur einbildete. Er sah hinauf zum Mond, er war noch nicht ganz rund, morgen aber war es soweit, dann würde er seine volle Pracht zeigen. Dieser Anblick ließ sein Herz langsamer werden, doch dann hörte er plötzlich ein Krachen und blitzschnell war Fabian wieder in der Realität. Er blieb stehen und sah von Panik erfasst umher. Niemand war da, absolut niemand. Er setzte wieder einen Schritt vorwärts, doch dann hörte er es. Er wusste es diesmal ganz genau, da war jemand, wenn nicht sogar mehrere, die ihn eindeutig beobachteten. Er fing an zu zittern. Ihm war es nicht gut, er wollte wieder weg, in die Hütte, weit weg, nur allein wollte er jetzt nicht sein. Aus Verzweiflung ging er einen Schritt zurück und stolperte über einen Stein oder irgendetwas anderes, er wusste es nicht. Die Panik hatte nun die Oberhand über sein Handeln und plötzlich sah er etwas. Es kam aus dem dunklen Dickicht, welches ungefähr zwanzig Meter von ihm entfernt lag. Er wusste nicht was es war, doch er wusste, er müsste hier weg. Das Ding bewegte sich kriechend. Es war ein großer Schatten, der langsam aber sicher immer weiter zu ihm rübergekrochen kam. Fabian wurde langsam schwarz vor Augen, was sollte er tun? Das Ding ließ ein kurzes Stöhnen von sich, dass das Mark in Fabians Knochen erschauern ließ. Und nun sah er sie. Der Schatten – den er nicht genau erkennen konnte – hatte Augen, graue Augen, die ihn anstarrten. Sie waren eiskalt und diese Kälte breitete sich in Fabians Körper aus. Er war starr, starr vor Angst und er wusste, dass es kein Entkommen gab und da hörte er eine Stimme.
„Fabian?“, es war eine Mädchenstimme, die nach ihm gerufen hatte und mit letzter Kraft drehte er seinen Kopf in die Richtung aus der diese Stimme kam. Er sah ein Mädchen, es hatte rotbraune Haare, die im Schein des Mondes golden leuchteten. Sie sah ihn an mit aufgerissenen Augen und Fabian erkannte sie. Es war Sarah! Sarah, ein Mädchen mit dem er im Camp war und die ihn gefunden hatte und nun auch sterben müsse durch das Ding. Doch als Fabian seinen Kopf wieder wendete war es weg. Die Augen, der Schatten, das Ding, einfach weg. Er schloss seine Augen und schlief ein, während Sarah’s Stimme nach ihm rief wie durch einen dichten Nebel hindurch. Es war vorbei.

Mit einem Schrei wachte er auf und sein Körper schreckte nach oben. Er war schweißnass und seine Pupillen waren weit geöffnet. Etwas tropfte ihm von der Stirn und er rechnete damit, dass ihm gleich Blut hinunterlaufen würde. Doch es war kein Blut, es war Wasser und Fabians Blick wanderte herum.
Er war in einer Hütte aber nicht in seiner Hütte, sondern in einer Größeren. Er lebte! Er hatte tatsächlich überlebt! Was war geschehen? Was war das für ein Ding? Hatte er nur geträumt? Das musste es sein. Ein Traum. Einfach nur ein Traum. Sonst nichts. Alles war nur Einbildung. Er hatte nur geträumt.
Er schloss die Augen und hoffte inständig, dass er, wenn er sie wieder öffnen würde, in seinem Zimmer lag, in seinem Bett bei sich zu Hause. Das Camp, die Jagd, der Schatten, alles nur Fantasie, sonst nichts. Sein Kopf knallte gegen das Kissen als er sich zurückgleiten lies. Wenn er die Augen öffnen würde, würde er seine gelbe Zimmerwand, die mit allen möglichen Postern zugeklebt ist, sehen, redete er sich ein. Doch als er schließlich die Augen öffnete, war da nur Holz. Er war in einer Hütte. Seine Hände zuckten und er schlug sie sich ins Gesicht. Das durfte nicht wahr sein.
Fabian hörte plötzlich ein Geräusch. Ein Schnarchen, das aus seiner unmittelbaren Gegend gekommen war. Er blinzelte zwischen seinem Zeige- und Mittelfinger hindurch und sah ihre rotbraunen Haare. Sarah lag am Kopf seines Bettes. Sie hatte ihn gerettet. Und plötzlich überfluteten Millionen Gedanken Fabians Kopf. Er wusste wieder alles, was am Abend zuvor geschehen war – obwohl er nicht wirklich wusste, ob schon eine ganze Nacht seit diesem Ereignis vergangen war. Die Hütte war weder dunkel noch hell, es war schwer zu sagen, ob das Licht, das durch die Fenster am Dach hereinkam, vom Mond stammte oder den Morgen ankündigte. Sarah wachte plötzlich auf, nachdem Fabian seine Beine zurückgezogen hatte, und starrte ihn an. Ihre Pupillen waren weit geöffnet und Angst spiegelte sich in ihnen wieder.
„Fabian“, krächzte sie in einem hohen Ton. Diese Stimme kannte Fabian nur zu gut, er hätte schwören können, dass er sie immer und immer wieder gehört hatte, während er geschlafen hatte.
„Es geht dir gut“, waren Sarahs nächste Worte und ihre Hände krallten sich in Fabians Bettdecke.
„Warum auch nicht?“, forschte Fabian nach, denn er wusste nicht, was diese Aussage von ihr sollte. Sie hatte ihn gerettet, er hatte es doch selbst mitbekommen. Sie hatte nach ihm gerufen und der Schatten ...
...er war verschwunden! Aber warum? Was hatte ihn vertrieben? Was hatte Sarah damit zu tun?
„Was ist hier los?“, es kam Fabian wie ein Deja-vue vor, denn Sarah reagierte wie seine zwei Zimmerkameraden als er ihnen die selbe Frage stellte. Ihre Pupillen

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