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Kategorien > Vampire > Jäger und Gejagte

Nächtliche Begegnung

von Dilara

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Nächtliche Begegnung

Mit ausladendem Hüftschwung trat ich in das Licht der Straßenlaterne. Ihm war eine Überraschung ins Gesicht geschrieben, die ich bei ihm noch nicht gesehen hatte, und ich beobachtete ihn schon eine Weile. Doch so groß seine Überraschung war, so schnell verschwand sie auch wieder. Der Ausdruck in seinem Gesicht wandelte sich dieses unverhohlene Lächeln, das manche Männer an den Tag legen, wenn sie glauben, sie hätten einen willigen Fang gemacht. Er dachte wohl, ich wäre so eine Eroberung. Doch eigentlich war er mein Opfer. Er hatte, wie einige meiner früheren Beuten, Kinder, Familie und Freunde, aber das war mir egal. Und ihm scheinbar auch. Nur für den Bruchteil einer Sekunde wurde aus dem aufreizenden Lächeln auf meinem Gesicht, Wut über die primitiven Triebe und Ziele eines Mannes. Trotzdem würde ich nachgeben, eine ungewohnte Vertrautheit lag in seinen fordernden Bewegungen als er auf mich zutrat.
Der kurze Moment schien wie Stunden, doch wir hatten nur einige wenige Schritte aufeinander zugetan. Nun standen wir uns gegenüber, kaum eine Armlänge entfernt. Er legte seine Hand auf meine Schulter und strich sanft meinen Arm entlang, über den Ellenbogen und den Fingerspitzen zu meiner Hüfte. Ich legte mein verführerischtes Lächeln auf. Es fiel mir leicht, er war attraktiv, braune strubbelige Haare, dunkel Augen und einen durchtrainierten Körper. Ich kannte da schon ganz andere…
Mit der Hand an meiner Hüfte übte er leichten Druck aus, um mich näher an ihn heranzuziehen, während seine andere Hand meine Wange streichelte. Mit den Fingern fuhr er mir durchs Haar und spielte mit meinen dunklen Locken. Der Park lag still und verlassen, es war schon sehr spät. Nur unser Atem und das Rascheln unserer Kleider war zuhören. Er wollte etwas sagen, doch ich hielt ihm meine Finger an den Mund, um ihn verstummen zulassen. Die Spannung zwischen uns sollte nicht durch ungeschickte Worte zunichte gemacht werden. Nein, jetzt war nur eins wichtig…
Er begann zärtliche Küsse über meinen Hals zu verteilen. Sie hinterließen ein feuriges Prickeln und zeugten Schauder die mir warm und wohlig durch den Körper fuhren. Seine Zungenspitze glitt über meine Halsschlagader und spielte auf meiner blassen Haut. Ich schloss die Augen und genoß seine Zuwendungen. Währenddessen schob ich uns ins Gebüsch am Wegrand, um geschützt vor Blicken von spätabendlichen Passanten zu sein.
Bald schien ihm mein Hals nicht mehr zugenügen. Langsam küsste er mich bis tief in den Ausschnitt meines knappen Sommerkleids. Er streifte die Träger von meinen Schultern. Meine Brustwarzen wurden hart vor Erregung als sie mit seinen Daumen massierte.
Plötzlich halte ein Knall durch die Luft. Ein Schuß!
Ich zog das Kleid wieder an mir hoch. Er war wie gelähmt als ich das erste Mal an diesen Abend sprach: „Es tut mir Leid!“ und rannte als ginge es um mein Leben, aber es war nicht meins, das in Gefahr schwebte.
Ich rannte bis ich zu Hause ankam und schlug die Haustür hinter mir zu. Erst dann konnte ich durch Atmen.
Beim Gedanken ihn nie wieder zusehen betrübte mich, aber in dem Moment, in dem ich die Schritte draußen auf der Treppe hörte, verschwand meine Traurigkeit. Die Schlüssel klapperten beim Aufschließen und mein Verlobter betrat die Wohnung: „Schatz, der Auftrag ist erledigt.“ Er stellte das Gewehr in eine Ecke und wir betraten die Küche. Auf der Arbeitsplatte stand noch mein Glas, dessen Inhalt mittlerweile schall roch. Abgestandenes Blut, eklig, dachte ich, aber trinkbar. „ Der Letzte für dieses Jahr. Jetzt können wir in den Urlaub fahren. Die Bahamas warten auf uns!“, lachte er und trank den letzten Schlug meinem Glas. „Ich gehe nur eine Flasche Blut holen und dann packen wir gemütlich die Koffer!“, sagte ich und gab ihm einen Kuss.
Den Urlaub hatten wir uns verdient nach einem Jahr mit fast täglich neuen Aufträgen. Ich mag es nicht, aber es bringt gutes Geld ein Auftragsmörder zu sein, vor allem ist es mit unseren vampirischen Fähigkeiten einfacher…



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