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Kategorien > LINGUISTI > Fantasy

Necro-Reader 1.Band

von Leinad Linguisti

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Zum Schreien komisch (1.Band der Necro-Reader-Reihe)
1.Teil: Dummheit gehört bestraft


I.

Um der Notwendigkeit einer Vorstellung, die Ehre zu geben, tu ich dies auch kurz: Ich bin Ben. Ben Anders. Ich arbeite in einer kleinen Zweigstelle des magisch/antimagischen Bibliothekssystems. Zu meinen Kunden gehören sowohl, Menschen wie auch Geister, Dämonen, Werwölfe und Vampire. Kurzum bei uns ist immer was los.

Jetzt fragen Sie sich sicherlich, was ist Ben? Mensch, Dämon oder gar ein Engel. Ich sag es Ihnen. Ich bin schlimmer, viel schlimmer. Ich bin eine Banshee.


II.

Falls sie den ersten Schock überwunden haben sollten, können wir ja jetzt fortfahren, wenn sie es nicht überlebt haben sollten, hoffe ich sie als neuen Kunden der Bibliothek begrüßen zu dürfen. Allzu früh brauche ich nie aufzustehen. Mein regulärer Kundenkreis kann nie vor Mitternacht aus den Federn. Wenn es hell ist, arbeitet eine Gruppe von Menschen um den sterblichen Bücherdurst zu stillen.
Doch genau dieser Abschaum trug die Schuld als ich an einem grauen Dezembermorgen zum obersten Gelehrten zitiert wurde.


III.

Der Gelehrte herrscht über alle Zweigstellen des Systems und stattete sie mit den neusten Werken aus. Das Magie im Spiel war, brauche ich wohl keinem zu erklären. Für die Sterblichen waren nur die nichtmagischen Werke sichtbar und für die Dämonen alles. Doch irgendwie gelangt es einem Mensch eines der schwarzmagischen Werke zu stehlen und noch dazu eine Ausgabe, wie sie seltener nicht sein konnte. Der oberste Gelehrte kochte vor Wut, als ich sein Büro betrat.
„Nimm Platz, Ben.“
Drei kurze Worte die mir einen Schauer über den Rücken jagten und dass heißt für einen Dämon schon viel. Der Oberste starrte mich lange an und ich glaubte schon, dass er mich mit einem Fluch belegen wollte.
„Wie lange arbeitest du schon hier?“
„Fünf Jahre.“
„Fünf Jahre, was?“
„Fünf Jahre, Herr.“


IV.

Ich hasste diese Egozentriker. Hochgestellte Persönlichkeiten waren stets darauf bedacht mit Herr oder Meister angeredet zu werden, damit auch ja klar war, welche Stellung sie innehatten. Der Oberste schob seine kleine Brille höher.
„Ich denke du weißt, weshalb ich dich rufen ließ.“
„Es geht um ein Buch, oder?“
„Diese Scherze würde ich unterlassen. Es geht hier nicht um irgendein Buch, sondern um das Necronomicon.“
Ich schluckte. So ein Scheiß auch. Jedes Buch hätte entwendet werden können, aber nicht das Standartwerk des Dämonismus.
„Der schwarze Fürst ist recht ungehalten. Seiner Ansicht nach hast du versagt. Niemand kann das Buch lesen, nicht einmal der schwarze Herr selbst.“
„Ich dachte er hätte es verfasst?“

„Es existiert sein Urzeiten. Solange wie es das Böse gibt und geben wird.“
„Wie sollte ein Mensch also davon Kenntnis erlangt haben, Herr?“
Der Oberste sah auf und lächelte. Die Art wie er es tat, erschreckte mich.
„Es wird deine Aufgabe sein, es herauszufinden und solange du auf der Suche bist, bist du von deinen Pflichten als Bibliothekar entbunden.“
„Also unbezahlten Urlaub?“
„So würde ich es nicht nennen. Du wirst am Tage in der Bibliothek sein, als Angestellter. Wir glauben, dass der Dieb noch einmal zurückkehren wird.“


V.

Angestellter. Mein Atem geriet ins Stocken.
„Aber ich bin Bibliothekar.“
„Diesen Posten wirst du dir erst verdienen müssen. Bis dahin wachst du über das Geschehen.“
Er wedelte mit der Hand und das war ein Zeichen für mich, dass ich entlassen war. Blut pochte durch meinen Kopf. So eine unfaire Behandlung hatte ich schon lange nicht mehr erlebt. Da der Tag für mich sowieso gegessen war, kehrte ich nach Hause zurück und schlief mich aus. Mein Wecker klingelte am nächsten Morgen um 7.30 Uhr.

Als Banshee war ich noch lange nicht so begabt wie ein Magier. Ich verfügte über einige wenige Techniken. Feuerbälle schleudern, Seen gefrieren lassen und den Klassiker, der schwebenden Bestie. Doch ich konnte mich nicht teleportieren. Man sollte annehmen, dass ich als Bibliothekar Zugriff auf sämtliche Werke hatte, doch das war leider weit gefehlt. Trotz intensiven Studiums konnte ich meine Fähigkeiten nicht ausbauen. So blieb mir nur der Umweg über die Straßenbahn. Ich quetschte mich auf den letzten freien Sitz und versuchte die ganze Fahrt über nicht durch die Nase zu atmen. Die Sterblichen verströmten einen geradezu widerlichen Geruch aus.

An Lüften war gar nicht zu denken, weil die Fenster kaputt waren. Typisch Jugendgangs. Ich hatte noch nichts gegessen und somit nahm ich jeden Geruch und jede Ausdünstung stärker wahr.


VI.

Gegen 8.00 Uhr war ich endlich an der Zweigstelle angekommen. Hier hatte der Dieb das wertvolle Werk entwendet. Die Sterblichen begrüßten mich freundlich und wiesen mich als neuen Kollegen ein. Niemand wusste, dass die Bibliothek, nachts von Dämonen geführt wurde und so konnte ich mich auch nicht offenbaren. Das Team bestand aus einem grauhaarigen Alten, einer altgrauen Tippse und einer jungen Blonden. Ein super Team.
Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass ich mich verarscht fühlte. Wir stellten die Bücher vom Vortag ein und leisteten uns dann eine halbe Stunde Frühstückspause. Ich aß nur einen Apfel, weil mein eigentlicher Geschmack bei männlichem Sperma lag. Ja finden sie sich damit ab, ich bin eine schwule Banshee!!!
Ehrlich mal, ist das so verwunderlich. Wenn sie keine Lust mehr haben, verabschiede ich mich von den wenigen die ein Problem damit haben.


VII.

So ich denke mal jetzt sind auch die letzten Pisser verschwunden und ich kann mich meinen wahren Fans widmen. Also ich trinke nur allzu gerne dass, was manche Frau nicht mal mit den Lippen anrühren wollen. Aber ich denke das führt zu sehr aus und manch einer kriegt wahrscheinlich grade eine Riesenlatte oder wird feucht. Wir öffneten den Schuppen um 11.00 Uhr und es war viel zutun, leider hatte ich einen schlechten Tag erwischt. Die Leser leider auch. Da der Bibliotheksbestand bei allen Zweigstellen gleich war, hatte ich ein fotographisches Gedächtnis dies bezüglich.

Dennoch konnte ich das Buch nicht finden, was der Herr suchte.
„So ein Scheißladen hier. Wenn ihr Ordnung halten würdet, gäbe es dieses Problem nicht.“
Ich keifte zurück und der Kerl wurde so richtig wild.
„Ist es üblich, dass das Personal so über die zahlende Kundschaft herfällt?“
„Nur über die mit wenig Hirn.“
„Ich will ihren Chef sprechen, sofort.“
Ich wies auf den Boden.
„Da müssen sie ein Stockwerk tiefer, aber vorsichtig es ist heiß. Bei ihrem Glück kommen Sie da automatisch hin.“


VIII.

Für einen Moment herrschte Stille. Der Macho bewegte die Lippen sagte aber nichts. Dann schmiss er mir seinen Ausweis hin und ging fluchend hinaus. Gaby, die blonde Angestellte kam zu mir.
„Dem haben sie es aber gegeben, Ben.“
„Solche Arschlöcher mag ich nicht.“
„Ich auch nicht, aber dem Chef wird es nicht gefallen.“
„Der kann mich auch mal.“
Gegen 12.30 Uhr, die letzte halbe Stunde vor der Mittagspause kam noch ein junger Mann auf mich zu. Wobei „Jung“ im Auge

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