Necro-Reader 2.Band
von
Leinad Linguisti
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Schrei wenn du kannst! (2. Band der Necro-Reader-Reihe)
3.Teil: Der Obrichkeit zu Willen
I.
Ich sah ihn verwirrt an. Nur keine Schwäche zeigen.
„Feuerbälle? Aus meinen Händen?“
Ich lachte ihn aus.
„Haben Sie keinen Mörder zu fangen, Agent?“
„Weichen Sie meiner Frage nicht aus, Mr. Anders. Oder wie immer sie auch heißen mögen. Das Überwachungsvideo zeigt es klar und deutlich.“
Er holte eine DVD aus seiner Manteltasche und schob sie in meinen Rekorder. Mit schweißnassen Händen nahm ich die Fernbedienung vom Tisch und schaltete den Kanal ein. Meine Gesichtszüge entglitten mir völlig. Davidson stempelte es mit einem triumphierenden Lächeln ab.
Ich konnte mich selbst auf dem Video sehen zusammen mit dem Shagry. Ich war enttarnt. Meine letzte Chance war die Flucht. Ich sprang von meinem Platz auf und schleuderte einige Feuerbälle durch den Raum. Der Spezial Agent holte eine Kette aus seiner Brusttasche und mein Feuer verpuffte. Dann warf er die Kette auf mich. Ein noch nie da gewesener Schmerz durchstieß mich. Als würde eine Klinge durch meinen Körper gestoßen und genüsslich gedreht werden um den Schmerz zu verlängern.
„Nimm es aaahh … weg.“
„Das bekommt dir wohl nicht, Dämon. Das ist demines magika. Ein seltenes Metall. Das FBI hat einige Ketten und Waffe daraus schmieden lassen.“
„Bitte tu es weg“, flehte ich.“
II.
„Wirst du für uns arbeiten?“
„Niemals.“
Er nahm die Kette auf und richtete seinen Revolver auf mich. Die Aura des Metalls brannte mir in den Augen.
„Du Scheißkerl. Du hast mich nur benutzt.“
Davidsons Gesicht nahm einen angeekelten Ausdruck an.
„Ich wünschte dem wäre nicht so. Immerhin hast du mir den Schwanz gelutscht.“
„Warum sollte ich euch helfen? Ihr Menschen seit nur Abschaum.“
„Du hast dich vorher anders angehört.“
„Du dich auch. Ich denke damit sind wir quitt. Kann ich jetzt aufstehen?“
„Bleib liegen, oder ich knall dich ab.“
„Wenn du mich umbringst wirst du die gesamte Schar der Hölle gegen dich haben.“
Ich bluffte nur, doch Davidson fiel darauf herein.
„Dann steh auf, aber langsam.“
Ich klopfte mir nicht vorhandenen Staub von der Kleidung.
„Also Agent. Was nun? Sollen wir bis aufs Blut kämpfen?“
„Willst du es?“
„Wenn es dein sterbliches Verlangen ist schon, ansonsten würde ich einen Waffenstillstand vorschlagen.“
„Mit einem Dämon?“
„Du hast keine Wahl, oder ich zerfetze dich in der Luft.“
„Vorher hab ich dich durchbohrt.“
Wir belauerten uns. Ein Handy klingelte und Davidson ging dran. Seine Miene verriet Besorgnis. Er legte auf.
„Die Sachlage hat sich geändert. Leg die Hände auf den Rücken du kommst mit.“
„Niemals. Mein Stolz verbietet es mir, vor Menschen zu kriechen.“
III.
„Wäre es dir lieber tot zu sein?“
Ich musste zugeben, dass das ein Argument war.
„Also schön ich komme mit, aber die Fesselspiele sparen wir uns.“
„Ich glaube kaum, dass du in der Lage bist Bedingungen zu stellen.“
Ich sah ihn liebenswert an und säuselte.
„Ach bitte, Agent. Sowas haben wir doch nicht nötig.“
Davidsons Schutzmauer zerbröselte.
„Also gut, aber eine falsche Bewegung und ich knall dich ab. Lauf schon.“
Ich ging vor ihm her. Ich musste in seinen Wagen einsteigen. Ein teures Model. Aber das FBI konnte es sich sicherlich leisten. Wer wollte schon einem Agenten abgeführt werden, der in einem Smart fuhr.
Wir sprachen auf der Fahrt kein Wort miteinander. Die Stille bedauerte ich nicht. So konnte ich nachdenken, ob ich ihm blitzschnell das Genick brechen, oder mich aus dem Wagen stürzen sollte. Ich verwarf beide Gedanken wieder. Als mir ein dritter Plan einfiel (nämlich ihm noch mal einen zu blasen), waren wir auch schon da. Wir hielten vor einem grauen Gebäude, wie es unscheinbarer nicht sein konnte.
„Hier ist es? Nicht sehr einladend.“
„Da soll es auch gar nicht sein.“
Er rollte mit den Augen. Ein Tor ragte vor uns auf. Ein Summer wurde gedrückt und die Panzerstahltüren schoben sich auseinander. Wir fuhren weiter. Ich bekam einen trockenen Mund, kalte Hände und einen Steifen, als ich Davidson von der Seite aus betrachtete. Gott, er sah noch immer gut aus.
IV.
Der Chef des FBI, ein gewisser „Nice Guy“ schüttelte mir die Hand. Er war weit über vierzig.
„Habt ihr hier alle solche Namen“, fragte ich Davidson? Wie heißt du den?“
Davidson errötete.
„Spielt keine Rolle. Chef, das Subjekt wurde eindeutig als Dämon eingestuft.“
„Hey“, maulte ich. Ich bin kein Subjekt, sondern eine Banshee.“
„Kaffee, Tee, Kuchen?“
Eine dickliche alte Dame bot mir eine Tasse an. Ich sah sie an, dann den Chef und dann den Agent.
„Behandelt ihr eure Gefangenen alle so zuvorkommend?“
„Nur unsere Ehrengäste.“
Ich nahm den Kaffee dankend an.
„Nice Guy“ rief alle Agents zusammen. Das waren im Ganzen dreißig. Sie alle trugen schwarze Anzüge.
„Ihr seht aus wie die Men in Black.“
Der Chef räusperte sich. Eine Projektorwand wurde hochgefahren und das Video von mir noch einmal allen gezeigt. Bei meinem Kampf gegen den Shagry wurde das Bild gestoppt. Der Chef setzte sich in einen hohen Lehnstuhl und faltete die Hände vor dem Bauch.
„Können Sie uns sagen, Mr. Anders, was das für ein Ding ist?“
„Das wisst ihr nicht? Das ist ein Shagry, ein Killerhund. Ein Dämon der Hölle.“
„Haben Sie ihn gerufen?“
„Ich?“
Ich prustete drauf los, was alle mit einem abschätzigen Blick in Misskredit brachten.
„Ich bin eine Banshee und kein Schwarzmagier.“
„Wir würden gerne mehr davon erfahren.“
„Unter gar keinen Umständen. Der schwarze Prinz wird mich töten.“
„Schwarze Prinz?“
„Der Fürst der Finsternis, Satan, Belzebub, Luzifer, der Teufel halt.“
Der Chef nickte, als habe er erst jetzt verstanden. Waren alle ein bisschen schwer von Begriff.
„Wir wären ihnen dankbar, wenn sie uns helfen könnten diese Plage zu vernichten.“
„Diese Plage wie sie es nennen, sind alle meine Brüder und Schwestern. Wenn ich sie verrate kann ich mich einsargen lassen. Die ganze Hölle wäre hinter mir her.“
„Wir würden Ihnen Schutz bieten. Dieses Hauptquartier ist uneinnehmbar. Spezial Agent Sinclair, hat sie sicherlich über die Vorzüge des demines magika informiert. Das Hauptquartier besteht zu großen Teilen aus diesem Vorkommen.“
„Ich kann es trotzdem nicht.“
V.
„Dann werden wir sie wohl dazu zwingen müssen.“
Die dreißig Agents holten ihre Waffen hervor, auch Davidson. Alle waren auf mich gerichtet. Schweiß perlte mir von der Stirn.
„Könnt ihr alles nur mit Waffengewalt lösen? Ihr Menschen seit widerlich.“
„Lenken Sie ein?“
„Sie können mich mal, Opa.“
Die Waffen wurden alle im gleichen Moment durchgedrückt. Die Kugeln taten unheimlich weh. Mit Schwärze vor den Augen ging ich zu Boden.
„Hatte deine Waffe Ladehemmungen? Du hast gar nicht abgedrückt.“
Davidson nickte stumm. Seine Miene war nicht zu deuten.
„Ja, hatte sie wohl.“
VI.
Ich erwachte in einer kalten Zelle. Als ich an die Gitterstäbe packte wurde ich zurückgeworfen. Dieses verfluchte Metall war auch hier verarbeitet worden.
„Lasst mich hier raus“,
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