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Kategorien > Humor > Alltag

Neulich im Stadtpark

von Joko

Schon von weitem war zu sehen, dass der Kinderwagen in einem Affenzahn den Hügel runterkam. Wo war denn die Mutter oder der Vater? Hatte jemand dem Kinderwagen einen Schubs gegeben und das arme Würmchen rollte nun seinem Unheil entgegen?
In Bruchteilen von Sekunden erschienen Horrorbilder vor meinem Auge: Das Kind, die Berge, der künstlich angelegte See paar hundert Meter weiter unten, das Kind, der Rausch Geschwindigkeit und Tiefe. Mich ergriff Panik. Doch hinter dem Kinderwagen tauchte eine große Gestalt auf.
Der Wagen und die Person nährten sich meinem Standpunkt weiterhin mit ungebremsten Topspeed und kamen nun in deutliche Sichtweite. Das Kind schien zu schlafen, das Köpfchen zur linken Seite geneigt und den Schnuller im Mund.
Der Fahrer des Wagens verschwand erneut hinter der Karosserie und tauche mit einer Trinkflasche auf. Sie schienen bereits länger unterwegs zu sein und mussten das Gelände kennen, denn genau im richtigen Augenblick setze der Lenker die Flasche ab.
Schon hatte das Vorderrad des Kindergeschosses den Pflasterstein berührt und nun hoppelten alle drei am Naturkundemuseum entlang.
Schlagartig war der Wageninhalt wach. Erst folgen die Augen auf, dann der Schnuller im hohen Bogen aus dem Mund. Doch das Team schien auf diesen Ernstfall vorbereitet, denn der Schnullerflug wurde von einer Plastikkette gesteuert und wehte nun im Fahrtwind. Gekonnt griff der Kleine an die optimal gepolsterte Halterung des Kinderwagens und stabilisierte damit seine Position mit festem Handgriff . In geduckter Haltung, von rechts nach links schleudernd, hüpfend und springend raste der Knirps samt angehängtem Vater auf Rollerblades an mir vorbei.
Im letzten Augenblick erkannte ich, dass beide Fahrradhelme trugen. Lag daran dass alles farblich aufeinander abgestimmt war: dunkelblau-metallic, bis hin zur Sonnenbrille des Wagenlenkers.
In eine Staubwolke gehüllt blieb ich an der Rennstrecke zurück und blickte ihnen nach, wie sie die Pflastersteinschikane verließen und auf dem glatten Asphalt wieder Geschwindigkeit aufnehmend Richtung Rosengarten davon preschten. Vielleicht wird es eine neue Bestzeit.

Kommentare

zoe@writtenby.ch schrieb:
Echt GENIAL! Habe mich kaputt gelacht...! Greetz writtenby
Herr_Penaten@web.de schrieb:
Ich habe Sinn und Zweck dieser Geschichte nicht ganz verstanden, aber trotzdem war's sehr witzig. Schön geschrieben.

- Stephen Kall
jk@meine-geschichten.de schrieb:
@ Stephan,

soll nur unterhalten. hinter dieser geschichte ist kein tieferer Sinn verborgen, lediglich eine Beobachtung.

Gruss
Joko
martina schrieb:
Diese Geschichte ist sehr interressant, obwohl es nur etwa zwei Sätze sind.Man kommt draus bei zwei Sätzen.
s.wiele@web.de schrieb:
Die Geschichte an sich ist nicht schlecht, wenn man von ein paar Gramatikfehlern absieht, die das Lesen etwas erschwereren. z. B.:
In Bruchteilen von Sekunden erschienen Horrorbilder vor meinem Auge: Das Kind, die Berge, der künstlich angelegte See (ein) paar hundert Meter weiter unten, das Kind, der Rausch (der) Geschwindigkeit und (die) Tiefe. Mich ergriff Panik.
Aber ansonsten hat mit die Geschichte gefallen.

Liebn Gruß,

Sabine aus Oerlinghausen
langweilig schrieb:
Ich habe nicht gelacht, denn es war auf unangenehme Weise überdreht.

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