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Kategorien > Kulturelles >

New York bei Nacht

von Hildegard Grygierek


Vergangene Nacht rief mich meine Schwester, in Tränen aufgelöst, von ihrem Arbeitsplatz im Hotel Gurneys Inn auf Long Island an, um sich von mir zu verabschieden. Zunächst bekam ich überhaupt nichts geregelt, da sie mich mitten aus dem Schlaf holte.
Nachdem ich endlich begriff, dass "ihr" Hotel sich mit Notaggregate versorgte weil New York bzw. die ganze Ostküste bis nach Kanada wegen eines Stromausfalls im Dunkeln tappte, stellte ich, wenn auch etwas verschlafen, ganz gezielte Fragen. Unterdessen mein Mann den Fernseher an, wodurch es mir wesentlich leichter fiel ein schemenhaftes Bild von dem zu machen, was da lautschluchzend an mein Ohr drang. Wo Inge herzzerreißend auf Abschied pochte, pochte mir das Herz vor Aufregung bis zum Hals. Angestrengt versuchte ich ihr zu folgen, während mein Mann seine Kommentare samt selbstgebildete Meinung über den Notstand "rüberbrachte". Natürlich in aller Deutlichkeit, worauf sich bei meiner geliebten Schwester spontan der Weinkrampf in Nichts auflöste. Georg sei Dank.
Der 11. September hatte selbstverständlich seinen Eindruck hinterlassen, weshalb niemand in New York und darüber hinaus an ein weiteres Attentat zweifelte.
Ehrlich gesagt, ich auch nicht. Sofort zeigten sich mir wieder diese schrecklichen Bilder und gleichzeitig holten mich unvergessene Erinnerungen an einem wunderschöne Urlaub in New York ein - einen Monat vor dem Inferno.

Inge wusste ich in der Nacht nur mit den Worten zu beruhigen, dass allerhöchstens das total überbelastete Stromnetz zusammengebrochen sein kann.
"Stell dir vor", versuchte ich sie zu trösten, "wenn bei der Bevölkerungszahl jeder seine Klimaanlage powert, da muss es doch zum Kollaps kommen." Eine leicht entspannte Stimme entgegnete, wenig Verständnis für die chaotischen Zustände aufzubringen, auch hinsichtlich des Umweltschutzes.
Auf jeden Fall verabschiedeten wir uns in der Nacht weder theatralisch noch für immer, nur bis zum nächstmöglichen Anruf.

Für ein Land in dem Hightech ganz oben steht, sogar hinauf zum Mond führt, bricht eine ganze Welt zusammen, gehen mal für ein paar Stunden die Lichter aus.

Wie müssen dann erst die Ärmsten der Armen in den noch ärmeren Ländern empfinden, denen das Lebensnotwendigste fehlt und Menschen die durch modernste Hightech alles verloren haben - auch das, was nicht wieder gutzumachen ist.


Kommentare

cuaddy@gmx.de schrieb:
das ist keine short story das ist schrott und noch nicht mal interessanter dazu :)
xy@yahoo.com schrieb:
blödsinn
??@??.de schrieb:
Was willst du uns mitteilen? Vielleicht solltest du die Kernaussage (sofern vorhanden) an einer zentralen Stelle plazieren bzw. Spannung aufbauen.

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