Noch drei Kugeln
von
Trevor Taborowski
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Noch drei Kugeln
Von Trevor Taborowski
Er sah auf die Trommel seines Revolvers und zählte.
Noch drei Kugeln.
Seine Hände zitterten und waren kalt-nass. Sein Herz raste und schien jeden Moment aus der Brust zu bersten und davon zu laufen. Der Revolver seines Opas sah aus, wie aus einem schlechten Western, doch er erfüllte seinen Zweck. Er hatte ihn aus der Vitrine genommen und packte die Hosentaschen voll mit Munition. Doch nun starrte er auf seine letzten drei Chancen.
Schlurfende Schritte kamen aus dem Flur und in unregelmäßigen Abständen ein Stöhnen. Der schauder lief ihm den Rücken runter. Er hatte sich bis in erste Etage vor gekämpft, doch nun saß er hier fest. Der Angst schweiß ran ihm von der Stirn und brande in den Augen. Wie gebahnt starrte er auf die Tür und versuchte den Revolver ruhig auf sie zu halten.
Das Mondlicht drang durch, das einzige Fenster im Raum und wurde ab und zu von Wolken verdeckt. Das Spiel von Hell und Dunkel machte ihn nur noch verrückter. Jeden Moment konnte sich die Tür öffnen und er musste Handeln. In Sekunden Bruchteilen, ohne zu zögern, ohne einen Gedanken zu verschwenden. Zielen und Abdrücken.
Er kauerte in der Ecke vom Zimmer seiner Schwester, immer noch auf die Tür starrend und bereit zu töten. Die Schritte kamen näher. Seine Nackenhaare stellten sich auf, die Nervosität und der damit dauernde Adrenalin ausstoß, schlug ihm auf den Magen. Dieses flaue Gefühl verschwand nicht und der Revolver zitterte in seinen Händen. Der Lauf war auf Kopfhöhe platziert, doch schwenkte nach links und rechts. Die brennenden Augen erschwerten das Zielen zusätzlich. Doch war es so Überlebens wichtig. Ein Fehlschuss bedeutete eine vertane Chance weiter zu leben.
Der Schweiß musste weg. Doch konnte er es sich erlauben ihn weg zu wischen. Nur einen Augenblick der Unachtsamkeit?! Eine Sekunde in der der Lauf nicht auf die Tür zeigte. Und wenn sie nun auf sprang in dem Moment wo er was anderes Tat außerzielen?! Würde das sein Schicksal besiegeln?! Wäre diese eine Sekunde, seine letzte?!
Seine Unsicherheit wuchs, der Magen schmerzte, der Schweißfluss verstärkte sich und seine Sicht wurde schlechter. Die Augen waren gerötet vom Schweiß. Er entschloss sich und nahm die eine Hand vom Revolver, um sich über die Stirn zu wischen. Plötzlich krachte eine Hand durch die Tür, das Holz splitterte und flog durch den Raum. Seine Pupillen weiteten sich und gerade jetzt schoben sich Wolken vor den Mond. Das kleine Zimmer versank in dunkelheit. Panikmachte sich breit und Magenkrämpfe quällten. Beide Hände umklammerten die Waffe fest. Die Sekunden der Dunkelheit kamen ihm vor wie eine halbe Ewigkeit.
Er brauchte ein Ziel, einen Anhaltspunkt. Langsam kam Licht in den Raum und erneut krachte eine Hand durch die Tür. Ein Schuss löste sich, von Nervosität geprägt.
Nur zwei Kugeln.
Die Hand zog sich zurück und mehr Licht kam in den Raum. Sein Herz schien gleich zu platzen, es konnte diesen Rhythmus nicht lange aushalten. Das Zimmer war wieder Hell und erneut krachte eine Hand durch die Tür. Eine Hand mit abgenagten Fingern. Blanken Fingerknochen, die nach seinem Leben trachteten. Er zuckte zusammen und hielt seine Arme schützend vor sich. Wie ein Kleinkind saß er zitternd in der Ecke. Unfähig klar zu denken. Unfähig zu Handeln. Er war gelähmt von Angst und Panik. Er konnte nicht mehr. Zu groß war die Angst vor dem, was dort, durch die Tür zu brechen versuchte. Erneut barst das Holz und verteilte sich auf dem Boden. Ein neues Loch. Nicht lange bis die stöhnende Kreatur durchgebrochen war, im Zimmer stand und im Mondlicht ihre hässliche Gestalt zeigen würde. Er konnte es nicht verhindern.
Noch zwei Kugeln.
Zwei Versuche. Zwei Chancen sich zu retten oder…. Oder sich selber zu richten?! Entfliehen ,diesem Alptraum, in dem er steckt. Fliehen ist das einzige begehren, was er in diesem Moment verspürte. Die Tür sprang auf und die Kreatur kam schlürfend auf ihn zu. Das gebrochene Bein knackte bei jedem Schritt. Eine geronnene Blutspur zog die Kreatur über den Boden. Aus der klaffenden Wunde am Bauch hingen Darm und Magen heraus. Sie baumelten vor der Kreatur abstrus im Mondlicht und boten ein seltsames Schattenspiel auf dem Boden. Stöhnend bewegte es sich zielstrebig auf ihn zu.
Er bewegte langsam den Revolver, auf seinen Kopf zu. Nur einmal abdrücken und es wäre vorbei. Nur einmal Abdrücken und er wäre nicht mehr hier. Hier an diesem grauenhaften Ort. Dort wo ihn nichts mehr erwartete außer Angst und Schrecken, Tod und Verderben. Die Kreatur stand vor ihm und senkte sich langsam nieder, um ihn das Leben aus zu hauchen. Sich an seinen Fleisch zu laben und ihn in die gleiche trostlose Kreatur zu verwandeln. Zombies reagiert nun diese Welt. Die zivilisierte Welt war untergangen an ihren eigenen Toten. Geifer tropfte aus dem Mund es Zombies, ihm auf die Hose.
In einem letzten Impuls drückte er ab. Der Revolver viel rauchend auf den Boden und seine arme hingen schlaff zu den Seiten. Starr war sein Blick auf den Boden gerichtet.
Er atmete tief durch, sein Herz schlug langsamer und der Zombie fiel vor ihm auf den Boden und verteilte Hirnmasse in seinem Schoß. Die Szenerie widerte ihn an und er sah zur Seite und übergab sich. Das Mondlicht zeigte ihm die Gestalt die er ihm letzen Augenblick zur Strecke gebracht hatte. Er war gebannt und bemerkte nicht wie sich zwei weitere Gestalten durch die Tür schoben. Zwei weitere Zombies die nach Nahrung gierten und die Hände nach ihm ausstreckten. Nach dem Jungen in der Ecke , der wieder gelähmt auf die Leiche starrte. Wieder unfähig zu reagieren. Zwei Gegner.
Noch eine Kugel.
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Kommentare
Trevor Taborowski schrieb am 2010-11-04 17:40:43:
Danke ^^. Es gibt eine weitere "Durch die Nacht" auch Horror.
chrisii schrieb am 2010-10-29 06:57:19:
sensationelle geschichte "
echt gut geschrieben, mit einem offenen Ende ! ;)
ich bitte um weitere !
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