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Kategorien > Kurzgeschichte > Alltägliches

Nur Hausfrau und Mutter?

von LuckyStar

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Nur Hausfrau und Mutter?

Der Tag fängt schon zum Heulen an…
Die ganze Nacht konnte ich nicht richtig schlafen. Wer kennt das nicht, wenn man sich von einer Seite auf die Andere wälzt, alle 20 Minuten auf die Uhr schaut und voller Entsetzen feststellt, wieder eine Stunde weniger Schlaf zu bekommen? Wenn man endlich eingeschlafen ist, klingelt auch schon wieder der Wecker und man hat das Gefühl 15 Minuten geschlafen zu haben. Die Kopfschmerzen sind schon da, bevor man schwerfällig aus dem warmen Bett steigt! Das erste was ich dann tue, ist mir gleich einzureden, wenn du erst mal deine morgendliche Tasse Kaffee getrunken hast, wird es besser! Na, dann Kaffee kochen…
Beim Einfüllen des Wassers in die Kaffeemaschine verschütte ich natürlich die Hälfte, ein Wenig Kaffeepulver landet neben der Maschine, aber den Knopf drücken schaffe ich ohne Probleme. Ich will mich beeilen, wer hat schon morgens Zeit? In meiner Euphorie, reiße ich die Kaffeedose um und das Pulver verstreut sich in meiner, erst gestern gewischten Küche! Jetzt könnte ich zum ersten Mal heulen... Tief durchatmen…!
Meine Wut weggeatmet und eine Staubsaugerepisode weiter, widme ich mich, dem Anziehen und meiner Morgenwäsche. Meine Lieblingsjeans in der Wäsche, der gestern frisch angezogene Pullover schon wieder dreckig vom kochen, also neue Klamotten aus dem Schrank. Beim herausziehen eines Pullis fällt, na klar, der ganze Stapel mit raus. Super! Einfach weiter machen denke ich und beeile mich alles wieder in den Schrank zu räumen. Beim Aufrichten, wie soll es auch sein, stoße ich mir die Birne an der offenen Schranktür. Der Schmerz lässt mir die Tränen in die Augen steigen. Nun heule ich schon fast, aber meine Wut unterdrückt schnell die Tränen. Tief durchatmen…!
Fast fertig mit der morgendlichen Pflege, wenigstens hat das geklappt, ein Blick in den Spiegel…nein, mein Oberteil voller Zahnpasta! Ich beschließe, den Pullover trotzdem anzulassen, der Kleiderschrank ist mir heute einfach zu gefährlich. Ich freue mich jetzt auf meinen Kaffee. Die Freude verfliegt schnell, als ich in die Küche komme. Der Kaffeefilter an der Seite umgekippt, Kaffee sowie Kaffeesatz mehr auf dem Boden, der nun wieder gewischt werden muss, als in der Kanne. Immer noch kein Kaffee! Nun bin ich an dem Punkt angekommen, wo ich mich frage, ob ich gleich wieder ins Bett gehen sollte. Tief durchatmen…!
Wut und Kaffee weg, eine Kaffeekochepisode weiter, ich sitze endlich mit einer Tasse dampfendem Kaffee und einer brennenden Zigarette vor der Haustür. Es ist arschkalt, aber dadurch nimmt die Zornesröte ab. Fünf Minuten der Ruhe…Das muss ich genießen, denn gleich muss ich meine Tochter wecken. Sie muss zum Arzt, nur eine normale Kontrolluntersuchung. Eine Zigarettenlänge später…
Fröhlich, frisch und munter starte ich wieder in den Tag. Was Kaffee und Zigarette so ausmachen können!
Das Weckritual muss immer eingehalten werden, da sonst ein kleiner Morgenmuffel loslegt. Kinderzimmertür öffnen, Rollos hochziehen, Fenster zum Lüften öffnen, für kurze Zeit verschwinden. Die Zeit reicht um schon mal die Waschmaschine mit Wäsche und Waschmittel zu befüllen. Jetzt höre ich sie rufen:„Mama…ich bin wach! Kommst Du?“ Schnell gehe ich zu meiner Kleinen und schließe sie in meine Arme! Ab diesem Zeitpunkt ist sie wach und eigentlich bleibt das kleine Plappermaulchen jetzt keine Minute mehr still! Waschen, Kämmen, anziehen und zwei Heulanfälle, wegen des Ziepens beim Zöpfe flechten, später, wird gefrühstückt. Niemals fragen, was möchtest Du essen? Meistens kann sie sich nicht entscheiden und ich werde wütend. Endlich fertig sehe ich, dass die Hälfte des Müslis unter dem Esstisch liegt. Beim auf allen Vieren unter den Tisch kriechen, achte ich mit Bedacht auf meinen Kopf. Eine Beule am Tag reicht wohl aus. So nun aber Beeilung sonst kommen wir zu spät. Endlich angezogen gehen wir los. Der Arzt ist in der Nähe und wir haben 15 Minuten Fußweg vor uns. Immer wieder muss ich sie antreiben, ablenken vom Blumen pflücken, schauen wer ist das denn und stehen bleiben. „Ich kann nicht mehr…“ und „Mama, ich muss Dir mal was erzählen…“, habe ich nun bestimmt 30 Mal gehört.
Endlich angekommen melde ich uns an und frage wie lange es wohl dauern könnte. Das kann mir natürlich keiner sagen. Im Wartezimmer beginnt der Horror! Neben Gehuste, gedämpfte Gespräche und nervigem Kindergeheule möchte meine Tochter das ich ihr ein Buch vorlese. Das war natürlich klar, was bleibt mir da übrig? 9 Bücher später werde ich langsam nervös. Meine Nerven liegen blank, meine Kopfschmerzen sind mittlerweile so stark, dass mir übel wird und durch diese vielen Menschen in einem Raum ist die Luft unerträglich. Ich gehe zurück an die Anmeldung und frage wie lange es noch dauern wird. Ich stoße natürlich auf Unverständnis und gehe mit geducktem Haupt zurück. Nach 11/2 Stunden im Wartezimmer platzt mir bald der Kragen. Ich mache mir schon Gedanken, wie ich das Mittagessen pünktlich auf den Tisch bekommen soll. Wieder Selbstvertrauen aufgebaut, gehe ich zur Anmeldung und sage in einem unmissverständlichen Ton, wenn ich nicht sofort drankomme, gehe ich! Plötzlich kann ich sofort ins Behandlungszimmer. Das Lied von den Prinzen „Man muss Schwein sein, in dieser Welt“, bekommt für mich eine andere Bedeutung. Auf einmal geht alles schnell und wir stehen nach 25 Minuten wieder vollkommen angezogen auf der Strasse und können nach Hause gehen. Pünktlich Mittagessen, das wird wohl trotzdem nichts. Dasselbe Spiel wie auf dem Hinweg beginnt…
Völlig genervt von dem bisher Erlebten, schließe ich die Haustür auf! Nun beginnt der Kampf zwischen Kind und Mama. Nach 48 Erklärungsversuchen, warum jetzt noch kein Fernsehen geschaut wird und 36 „Du bist so gemein…!“, nehme ich mir die Zeit meine zweite Zigarette zu rauchen um mich zu beruhigen. Als ich wieder reinkomme, gehe ich auf Zehenspitzen zur Kinderzimmertür, mache sie ganz leise auf und schaue was da so getrieben wird. Im ersten Moment, oh Schreck, alle Kisten ausgekippt. Sehe wie sie inmitten diesem Chaos sitzt und spielt. Nach kurzem Überlegen weiß ich zwar, dass ich später viel zu tun haben werde mit aufräumen des Zimmers, aber sie beschäftigt sich so schön selbst! Also, lasse ich sie und widme mich dem Kochen. Manchmal frage ich mich wirklich, ob nur ich so eine schlampige Köchin bin? Oder ob es bei allen Menschen nach der Zubereitung von Speisen so aussieht, als wenn 20 hungrige Wölfe über den Kühlschrank hergefallen wären und die Reste in der ganzen Küche verteilt hätten? Essen und Chaos der Wölfe beseitigt, Kind ist mit malen beschäftigt, denke ich an die Waschmaschine, die ja heute Morgen von mir bestückt wurde. Auf geht’s Wäsche aufhängen… Aber bei der Maschine angekommen merke ich, dass ich sie gar nicht angestellt hatte. Mein Gott, das kann doch nicht wahr sein! Nun gut, jetzt stelle ich sie ein. Als ich am Kinderzimmer vorbeikomme, schaue ich durch die halb offene Tür. Mich trifft wirklich der Schlag! Wie kann ein Kind in so kurzer

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Kommentare

Marc-Aurel schrieb am 2009-02-22 00:03:41:
Was Du mit Worten bewirkst und bewegst ist machtvoll.
LuckyStar schrieb am 2009-02-09 21:55:43:
Vielen, vielen Dank! Habe mich sehr über Deinen Lob gefreut!!! ;-)

LG Sabrina
Gimliy schrieb am 2009-02-09 11:42:08:
Sehr sehr sehr gute Geschichte! Die Aussage ist klar und die Beschreibung ist super gelungen! Ja, wenn man am Ende weiß, wofür man etwas tut, kann man es besser ertragen, auch wenn´s hart ist! Bin zwar selbst keine Mutter, aber meine hat mir es ähnlich beschrieben, wie du es hier getan hast.
Ich mag auch deine ironischen Kommentare, wie meine Lieblingsstelle: "Das Badezimmer ist überschwemmt, „Arielle die Meerjungfrau“ könnte jetzt bei uns einziehen."

Du bist echt gut!
LG: Gimliy

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