Nur Hausfrau und Mutter?
von
LuckyStar
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Zeit so was anrichten? Schon wieder an diesem Tag könnte ich heulen! Tief durchatmen…!
Ein geputztes Badezimmer später, hole ich das künstlerisch sehr begabte Kind, das den Tisch mit dem Malbuch verwechselt hat aus ihren Gemäldegedanken. Darum kümmere ich mich später! Trotz des Gejaule, Geschrei, Gebettel und Sitzstreiks zwinge ich sie, ihr Zimmer selbst aufzuräumen. Natürlich bleibe ich dabei und helfe ihr hier und da, sonst sieht es nicht besser aus als vorher. Der Tag neigt sich dem Abend zu und ich bin froh ihn bisher überlebt zu haben. Was kann jetzt noch Schlimmes kommen? Nachdem das Kinderzimmer aufgeräumt, der Tisch vom Filzstift befreit, die endlich fertig gewordene Wäsche aufgehängt und 23 Runden „Memory“ mit meiner Tochter gespielt sind, gehe ich ins Bad und lasse Wasser in die Wanne ein. Bei dem Geräusch bekomme ich Sehnsucht. Wie gern würde ich mich jetzt zum Entspannen in die Badewanne legen? Wie jedes Mal, stoße ich auf Abneigung zum Thema Baden. Diesmal lasse ich mich auf keine Diskussion ein und bekomme meinen Willen. Wenn sie dann erst mal in der Wanne sitzt ist der ganze Ärger verflogen. Zeit für die dritte Zigarette des Tages…
Das Badezimmer ist überschwemmt, „Arielle die Meerjungfrau“ könnte jetzt bei uns einziehen. Das Kind ist begeistert von dem Spiel und aufgekratzt wie nie. Wo nehmen die nur ihre ganze Kraft her? Bevor ich überhaupt etwas sagen kann ernte ich schon Kritikgeschrei: „Ich will noch nicht raus…!“ Erst nicht rein, dann nicht raus! Seufz! Beim Haare waschen, frage ich mich wirklich, womit ich das alles verdient habe!? Frisch duftend, eingecremt und schon im Schlafanzug sitzt Kind, nun auf dem Sofa und darf den „Sandmann“ schauen. Ich bete, dass er bei meiner Tochter eine extra Portion Schlafsand benutzt um unnützen Ärger aus dem Weg gehen zu können. Zeit für meine vierte Zigarette des Tages…
Endlich liegt meine liebe, kleine Tochter im Bett. „Mama? Kuschelst Du noch mit mir?“ Ich lege mich zur ihr ins Bett, mein Hintern hängt raus, ganz unbequeme Haltung. Sie drückt sich an mich und kuschelt sich in meine Arme:„Mama?“. „Ja?“, Ich bin so müde denke ich. „Weißt Du, eigentlich bist Du die beste Mami der Welt!“ Mir fehlen die Worte! Mein Herz fängt an zu pochen, meine Lippen lächeln von ganz alleine und im Nu ist der ganze liebe, lange Tag vergessen! Ich nehme sie noch fester in die Arme und sage: „Und du die beste Tochter der Welt!“
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Kommentare
Marc-Aurel schrieb am 2009-02-22 00:03:41:
Was Du mit Worten bewirkst und bewegst ist machtvoll.
LuckyStar schrieb am 2009-02-09 21:55:43:
Vielen, vielen Dank! Habe mich sehr über Deinen Lob gefreut!!! ;-)
LG Sabrina
Gimliy schrieb am 2009-02-09 11:42:08:
Sehr sehr sehr gute Geschichte! Die Aussage ist klar und die Beschreibung ist super gelungen! Ja, wenn man am Ende weiß, wofür man etwas tut, kann man es besser ertragen, auch wenn´s hart ist! Bin zwar selbst keine Mutter, aber meine hat mir es ähnlich beschrieben, wie du es hier getan hast.
Ich mag auch deine ironischen Kommentare, wie meine Lieblingsstelle: "Das Badezimmer ist überschwemmt, „Arielle die Meerjungfrau“ könnte jetzt bei uns einziehen."
Du bist echt gut!
LG: Gimliy
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