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Kategorien > Drama > Liebe

Nur eine Statistik?

von Michael Behofsics

1

Sub saß in irgendeiner dunklen Gasse, es war früher Nachmittag und der Himmel war wolkenlos, aber es wurde kühl.
Sub war hochgewachsen und schlank.
Die Arme hatte er auf die Knie gestützt. Er ließ den Kopf hängen, in dem Wissen dass er schon bald das Bewusstsein verlieren würde. Schulterlanges, zerzaustes Haar hing ihm über sein hübsches Gesicht und verklebten durch den Speichel der ihm aus dem Mund lief.
Sub wusste dass er bald das Bewusstsein verlieren würde, und er wusste dass er bis dahin quälende Minuten durchmachen musste. Minuten, in denen er glaubte, nein, hoffte zu sterben.
Bis ihn die Ohnmacht überfiel.
Sub wachte auf. Er öffnete die Augen und stellte grinsend fest dass er nicht tot war. Er stand auf. Nicht ohne sich noch einmal unsanft auf den Hintern zu setzen versteht sich, aber es gelang dann doch. Er wischte sich den Staub von seiner Lederhose und ging Heimwärts.
Diese Lederhose war die einzige Hose die er hatte. Und er hatte sie schon seit vielen Jahren. Naja so alt war er ja noch nicht. Aber mit seinen zarten 25 Jahren hatte er genug schlimme Dinge erlebt.
Beim Stiegenaufgang zu seiner Wohnung fiel ihm auf das es Nacht war.
Die Straßenlaternen brannten. Und wie sie brannten!
Irgendein Scherzkeks hatte wohl Benzin über die Laternen gegossen und sie angezündet.
> Vielleicht warst du es auch selbst! < dachte Sub. Er schüttelte den Kopf und ging den dunklen Stiegenaufgang zu seiner Wohnung hinauf.
Als Sub die halb verfallene, dunkle und kalte Wohnung betrat , wurde ihm übel.
Er übergab sich direkt neben der Tür. Er zündete eine Kerze an die links neben der Tür provisorisch, wie eine Fackel, angebracht war.
Sein Freund Buck lag auf einer zerschlissenen, alten, schmutzigen Matratze.
Neben ihm sein Besteck. Die Nadel steckte ihm noch im Arm, und der Gummibund war noch leicht um seinen Oberarm gewickelt.
Buck drehte erst seinen Kopf in Subs Richtung als dieser zu ihm ging und ihm einen Kuss auf die Wange gab. „ Honey, I’m home. “ sagte er lächelnd.
Buck grinste: „Warst du arbeiten?“
Er hatte sichtlich mühe überhaupt zu sprechen.
„Ja, hab 50 bekommen.“
Buck riss die Augen auf: „Du hast doch nicht etwa...“
Sub beschwichtigte ihn mit einer Handbewegung.
„Keine Sorge.“
Bucks blick wurde glasig, er zog sich die Nadel aus dem Arm und umarmte Sub.
„Wirst du bei mir bleiben?“
„Auf jeden Fall.“ Hauchte Sub ihm ins Ohr.
Sub befreite sich sanft aus der Umarmung seines Lieblings und ging zu einer Kommode, die am Fußende der Matratze stand und zog eine lade auf, aus der er ein kleines Plastikbeutelchen nahm.
Er nahm ein großes stück Alufolie von der Kommode und verteilte ein wenig Gras darüber.
Sub sah sich kurz um und nahm dann ein kleines Glasröhrchen.
Buck hatte in der Zwischenzeit eine Kerze angezündet und hielt sie in Subs Richtung.
Er hielt die Folie über die Kerze, nahm das Röhrchen in den Mund und inhalierte den Rauch.
Er atmete nicht aus ehe alles verglüht war und er den ganzen Rauch inhaliert hatte.
Indem er den Rauch aus den Lungen stieß, blies er gleichzeitig die Kerze aus.
Buck lächelte als sein Freund langsam glasige Augen bekam.
Sub legte sich neben seinen Geliebten auf den Boden und ließ sich von ihm durch die Haare streichen.
„Die Laternen brennen schon wieder.“ Sagte Sub und schloss dabei die Augen.
„Ich weiß, hab’s gesehen als ich mir was besorgt hab“. Entgegnete Buck und ließ dabei den Blick zum schmutzigen Fenster schweifen.
„Du musst mit dem Mist aufhören, wir haben’s auch so schon schwer genug.“
„Ja, ich weiß. Schlaf jetzt ein wenig, ab morgen wird ich umsteigen.“
Sub war beinahe schon eingeschlafen, da drehte er sich zu seinem Gefährten um und küsste ihn auf die Nase.
„Wir schaffen das schon.“
Als Sub aufwachte, schien die Sonne, durch den Dreck an den Fenstern, nur kläglich auf Bucks Körper.
Sub lächelte kurz, stand dann auf und streckte sich.
Er kniete sich hin und legte Buck die Hand auf die Schulter, genau da wo die Sonne hinschien.
Ein kurzes Rütteln riss ihn nicht aus seinem tiefen Schlaf.
Sub schnaubte kurz scherzhaft, als wäre er böse, beugte sich dann runter und gab seinem liebsten einen Kuss auf die Wange.
Als seine Lippen die Haut berührten, durchfuhr ihn ein Schrecken als wäre er gerade auf einer Gleis und der Zug käme plötzlich auf ihn zu.
Bucks Haut war Kalt wie Eis. Tausend Dinge gingen Sub in dem Moment durch den Kopf als er die Wange seines Lebensgefährten berührte.
>Wie konnte das passieren?< >Was hab ich falsch gemacht?<
>Ist er selber schuld oder bin ich auch schuld?<
Sub kniete neben seiner großen Liebe und schrie!
Er schrie: „Du Arschloch!! Du Scheiß Arschloch!!“
Dabei blickte er an die Decke und ballte die Faust.
„Warum hast du das getan? Er war nie böse! Er hat sich doch nur durchgeschlagen und ist auf den falschen Weg geraten, aber er wollte sich bessern. Du Arschloch!“
Sub ließ sich weinend auf den kalten Körper seines Freundes fallen und weinte.
Stundenlang konnte er nichts anderes als weinen.
Nach etlichen stunden der Trauer stand er auf, der Abend hatte bereits eingesetzt, um sich ein wenig zu fangen.
Die Straßen waren wieder voll von Huren und Freiern und seltsamen Menschen die nicht wussten wohin.
Doch Er wusste wohin.
Als Sub an der Brücke ankam, war es kalt und feucht.
Er wollte keine Zeit verlieren da er Angst hatte, es sich anders zu überlegen.
Sub Stieg auf die Brüstung der Brücke und tat noch einen tiefen Atemzug als wolle er sagen: „Das tue ich für dich mein Liebster.“
Er breitete die Arme aus und fiel, er fiel dreißig Meter in die Tiefe und prallte auf steinhartem Wasser auf.


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Kommentare

Annika Wichmann schrieb am 2006-10-19 14:50:14:
Wirklich gut geschrieben nur könntest die Satz anfänge noch ein wenig abwechseln dann wehre die Geschichte wieder perfekt!

Lieben Gruß Annika
Lexa schrieb am 2006-10-18 19:49:21:
Um Deine Frage zu beantworten, Ja! LG Lexa

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