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Kategorien > Familie > Humor

Omas Geburtstag

von Nimue

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Meine Oma hatte heute ihren achtzigsten Geburtstag. Meine Schwester Lilo, unsere Mutter und ich hatten riesiges kaltes Buffet aufgebaut und mein Bruder mimte den Barmixer. Meine Tante Marie und Oma hatten sich einen Wettkampf beim Kuchenbacken geliefert.
Wir waren nun bestens gerüstet für unsere Feier- und Genusssüchtige Familie. Oma hatte sehr viele Geschwister und die lebten alle noch.

Vor acht Jahren war ich zu Oma gezogen. Mein damaliger Freund hatte mich Hochschwanger sitzen gelassen. Meine kleine Sara, Oma und ich waren ganz Glücklich mit unserer Wohngemeinschaft.
Oma bekam nur eine kleine Rente und Saras Vater hatte sich abgesetzt und zahlte keinen Unterhalt. Sara war nun tagsüber nicht allein und ich konnte beruhigt arbeiten gehen.

Oma hatte sich für ihren Ehrentag richtig herausgeputzt und man sah der alten Dame ihr Alter nicht an. Omas Gäste trafen also ein. Onkel Johann, Omas älterer Bruder brachte Sara immer eine Kleinigkeit mit. Heute war es ein Springseil.

Die Gäste stürzten sich sofort auf das kalte Buffet, und die Schlacht begann. Sie schwelgten nun in Lachshäppchen, gefüllten Tomaten und so weiter. Nach dreißig Minuten war alles verspeist. Ja, meine Familie wusste gutes Essen zu schätzen.
Damit die Figur nicht zu sehr litt, gingen wir mit den älteren Herrschaften und unserer Oma hinunter zum Rhein und flanierten auf der Promenade. Aber lange hielt das Essen nicht vor und wir gingen zurück nach Hause.

Wir schafften es irgendwie die alten Leutchen vom Kuchen abzuhalten, während der Kaffe gekocht wurde. Aber als der Duft von frisch aufgebrühtem Kaffee durch unser Häuschen zog, war die, schon wieder hungrige, Meute nicht mehr zu halten. Sie stürzten sich aufs Kuchenbuffet. Oma schaffte es irgendwie (wie immer) etwas von ihrem Lieblingskuchen zu ergattern. Naja, sie hatte ja immerhin achtzig Jahre Training hinter sich.

Onkel Johann widmete sich nach seinem Stückchen Herrentorte meiner kleinen Sara. Er zeigte ihr wie man Seil hüpfte. Ich dachte noch: Na hoffentlich geht das gut. Onkel Johann ging schließlich auf die neunzig zu. Aber da lenkte mich Tante Hedwig ab.

Plötzlich hörte ich einen Krach, Omas Lachen, und dann ein Husten. Oh Gott, Oma bekam keine Luft mehr. Instinktiv griff ich zum Telefon und rief den Notarzt.

Endlich kam der Notarzt. Oma röchelte nur noch. Der Arzt stellte fest, dass Oma sich wohl sehr heftig verschluckt hatte. Ok, der Anblick von Onkel Johann der sich die Sahne aus dem Haar rieb lies einiges ahnen. Er war auf die Kante des Tapeziertisches gefallen, auf dem das Kuchenbuffet aufgebaut war, und die Schüssel mit der geschlagenen Sahne war im hohen Bogen, geradewegs auf seinen Kopf geflogen.

Meine Geschwister und meine Tante beruhigten den Rest der Familie mit Schnaps und meine Mutter packte für Oma ein paar Sachen zusammen. Tante Hedwig half Onkel Johann noch die Sahne aus den Haaren zu bekommen.

Da ich noch nichts Alkoholisches getrunken hatte, fuhr ich mit ins Krankenhaus. Oma wurde geröntgt. Aus einem der Zimmer kamen kichernde Krankenschwestern, die bei meinem Anblick laut loslachten. Sah ich so komisch aus? Ich konnte das nicht verstehen.

Der Arzt rief mich rein und ich konnte sehen, dass er schwer mit den Tränen kämpfte (vor Lachen versteht sich). So langsam wurde ich unsicher. Der Arzt versuchte mir, zwischen seinen Lachkrämpfen, zu erklären, dass er meine Oma operieren musste, und dass es wahrscheinlich keine einfache OP sein würde. Als ich ihn fragte an was sich meine Oma verschluckt hatte, zeigte er nur auf den Lichtkasten mit Omas Röntgenbildern.
Nun wurde mir klar was an Omas Unfall so lustig war. Auf den Röntgenbildern grinste mich, ungefähr in der Mitte vom Hals, Omas Gebiss an.

Oma hat die OP übrigens gut überstanden, nur ihr Gebiss nicht. Sie hat jetzt ein optimal angepasstes Neues. Als Erinnerung hat Oma sich die Röntgenbilder aufbewahrt und mit in ihre Bildersammlung vom achtzigsten Geburtstag geheftet, gleich neben dem Bild von Onkel Johann mit dem Sahneschüsselhut. Ach Ja, Tante Hedwig hat Onkel Johann das Seilspringen, im angetrunkenen Zustand, verboten.

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