Omega-Mörder Erster Teil
von
Haeckse
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Inspektor Winker wurde durch das kräftige Klopfen an der Tür geweckt. Noch müde schwang er die Beine aus seine Bett und stand auf. Seine kleine Dreizimmerwohnung befand sich im Herzen von Zürich mit Blick auf das Niederdorf. Dieses war in früheren Zeiten voll von alten Spelunken gewesen und so manche Nacht hatte auch er in einer dieser Kneipen durchgefeiert.
Wie so Vieles andere auch, hatte sich das Bild des Niederdorfes in den letzten Jahren markant geändert. Aufgrund des enormen Druckes der Politiker verschwanden die alten Spelunken und wurde durch moderne, aber auch unpersönliche Bars ersetzt welche nach Meinung der Verantwortlichen mehr touristenkonform sind.
Nur seine Wohnung sollte so bleiben wie sie war. Winkler war ein unverbesserlicher Nostalgiker und lebte voll und ganz in der guten alten Zeit der 50iger Jahre. Alles in seiner Wohnung, angefangen beim Radio, über das Bett und die Kommode stammte aus dieser Zeit. Die Schlafzimmereinrichtung bestand aus schön poliertem Kirschholz mit dazu passendem Schrank und natürlich einem edlen Bett. Wie es in dieser Zeit üblich war, wurde auf aufwendige Verzierungen verzichtet und die natürliche Maserung des Holzes hervorgehoben. Auch seine Kleidung stammte zur Gänze aus dieser Zeit, bis hin zur Unterwäsche. Diese jedoch lies er sich aufgrund alter Schnittmuster anfertigen. Auch sein Auto, ein Opel Olympia von 1956, war in einem bemerkenswert guten Originalzustand.
„Ich komme ja schon“ verschlafen und etwas verärgert machte sich Winkler auf den Weg zur Tür. Fluchend zog er sich einen Bademantel über. „Wer ist da?“ diese Frage erübrigte sich eigentlich, da just in diesem Moment die Stimme seines Kollegen ertönte. „Ich bin es Kurt, mach schon auf“. Noch immer müde, aber auch beunruhigt öffnete Winkler die Tür. „Was ist passiert“? Ein ungutes Gefühl machte sich in seinem Magen breit. Seit einigen Monaten machte ein gefährlicher und äusserst kaltblütigen Serienkiller Zürich unsicher. Die Opfer waren immer blond, sechsundzanzig Jahre alt und ledig.
„Es gibt wieder ein Opfer“. „Ich zieh mir nur schnell was über, warte so lange im Wohnzimmer“. Kurt tat wie geheissen. Neugierig blickte er sich um. Obwohl die beiden schon seit über fünf Jahren intensiv zusammenarbeiteten, war er zuvor erst einmal in der Wohnung von Winkler gewesen. „Ist schon ein komischer Kauz“ dachte er sich als er die alten Möbel betrachtete. Im Gegensatz zu Winklers eher gedrungenen Gestalt mit der grossen runden Nase und dem schon etwas schütteren Haar, war Kurt Stolz ein junger, hochgewachsener Mann von vierzig Jahren. „Bin fertig. Was ist passiert?“. Auf dem Weg nach unten zum Auto gab Stark Winkler eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse des Abends. „Vor einer Stunde erreichte uns ein Anruf einer aufgeregten Frau, welche sich auf einem Spaziergang mit ihrem Hund befand. Sie hatte am Seeufer, ganz in der Nähe des Bellvue die Leiche einer jungen Frau entdeckt. Da es sich bei dem Opfer nicht um eine Blondine handelte, dachte ich, ich wecke dich nicht auf, da ich es für unwahrscheinlich hielt, dass es sich wieder um ein Opfer unseres Omega-Killer handelt.“ „Und warum stehst du jetzt doch vor meiner Tür“? „Sie selbst“. Er streckte dem älteren Ermittler eine Polaridaufnahme entgegen. Winkler zog scharf die Luft ein. Die Leiche war bis auf den BH nackt und mit Stichwunden übersäht. Das einst schöne Gesicht wurde durch eine heraushängende Zunge verschandelt und auf Ihren Brüsten war das Omega-Zeichen wie mit einem Skalpell eingeritzt. „OK, lass uns fahren“.
Das erste was Winkler sah, als er den Tatort erreichte, waren die vielen Schaulustigen die sich trotz der spähten Stunde um das Absperrband scharrten. „Wie ich diese Gaffer hasse“, wütend bahnte er sich einen Weg durch die Menge. „Sorgen sie dafür dass diese Parasiten verschwinden“, brüllte er einen Polizisten an. „Todeszeit“? „Da die Leichenstarre noch nicht eingetreten ist und unter Berücksichtigung des warmen Wetters würde ich auf ca. 22.00 bis 23.00 Uhr tippen. Das Opfer wurde mit grösster Wahrscheinlichkeit durch einen Messerstich ins Herz getötet. Genaueres kann ich Ihnen aber erst nach der Obduktion sagen“. Dr. Fischer war ein ausgezeichneter Pathologe welcher sich auch bei den grässlichsten Verbrechen nicht aus der Ruhe bringen lies. Sein kleiner Kopf ruhte auf einem dicken Hals welcher so gar nicht zu der eher schlanken Statur passen wollte. Winkler nickte bedächtig und beugte sich gespannt über das Opfer.
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