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Kategorien > Vampire > Fantasy

Opferung

von Veronica Wallner

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Der Kreis um den schwarzen Altar war mit Fackeln erleuchtet, damit die Dorfbewohner etwas erkennen konnten. Der selbst ernannte Vampirpriester schnürte die Fesseln an den Beinen des bewusstlosen Mädchens fest. Während die Dorfbewohner in leisem Gesängen, versuchten sich den Vampir vom Hals zu halten, der irgendwo in der Dunkelheit, außerhalb des Fackelkreises darauf wartete, dass die Lichter erloschen, die Menschen mit ihren Knoblauchhalsbändern verschwanden und er sich über die Opfergabe hermachen konnte.
Arkan beobachtete alles von einem nahen Baum, der im Dunklen stand. Seine Augen, die in der Dunkelheit besser sahen als die der Menschen selbst am Tag, erkannten schon den Vampir, seinen eigenen Vater, ebenfalls auf einem Baum sitzend und wartend. Aber der Vampir war für Arkan uninteressant, er wusste, dass dieser ihn nicht töten würde, nicht nur weil er sein Sohn war und er, Arkan, dadurch selbst vampirisches und nicht menschliches Blut hatte, sondern auch, weil das junge Mädchen viel appetitlicher war.
Arkan beobachtete lieber Sira. Warum mussten diese Dorfbewohner unbedingt sie auswählen um Arkans Vater für ein weiteres Monat zu besänftigen? Sira war seine große Liebe, auch wenn er sich ihr noch nie genähert hatte.
Sira war ausgewählt worden, weil sie noch keinem Mann aus dem Dorf oder einem der Nachbardörfern, die ebenfalls dem Vampir opferten, versprochen gewesen war. Sie war erst im letzten Monat sechzehn geworden, also hatte sie das richtige Alter.
Ihr Vater war kein unbedeutender Mann in dem Dorf, aber er hatte fünf andere Töchter, die bereits verheiratet waren und alle anderen jungfräulichen Mädchen im Dorf zwischen fünfzehn und siebzehn Jahren, waren die beiden Töchter des Bürgermeisters und die Tochter des Vampirpriesters, also hatte es keine andere Auswahl gegeben.
Ihr Vater stand teilnahmslos am Rande des Feuerkreises und versuchte in der Dunkelheit den Feind zu finden, ein hoffnungsloser Versuch. Ihre beiden Brüder standen ebenfalls am Rande des Kreises und beteten die verbotenen Gebete, die ihre Seele beschützen sollten. Siras Mutter und ihre Schwestern waren wie alle Frauen im Dorf, nur Männer und das immer weibliche Opfer, durften die Opferstätte betreten.
Der Vampirpriester hatte sie endgültig fest gebunden und zog sein Messer. Die Klinge, die blitzähnlich geformt war, reflektierte das Licht des Feuers, als er ihr damit an den Arminnenflächen zwei tiefe Schnitte verpasste. Blut, das dazu dienen sollte, den Vampir anzulocken, quoll aus den Wunden und Sira wachte von dem Schmerz auf. Sie schrie und versuchte sich von den Fesseln los zu reissen, war aber hoffnungslos gefangen.
Sofort nahmen einige der Männer die Fackeln in die Hände, während die anderen ihre schützenden Knoblauchketten festhielten und gingen geschlossen Richtung Stadt. Ganz hinten gingen Siras Brüder und Vater, der ebenfalls eine Fackel trug.
Arkan wusste, dass er nun schnell sein musste, der Knoblauchgeruch würde bald verflogen sein und die Kerzen, die der Priester noch an dem Altar angezündet hatte, damit der Vampir nicht über sein Opfer herfiel, während sie noch in Sichtweite waren, würden von dem starken Wind bald verlöschen.
Arkan sprang von seinem Baum herunter und rannte auf John, Siras Vater zu. Ohne zu fragen riss er ihm die helle Fackel aus der Hand und seinem Sohn die Knoblauchkette vom Hals. John wollte schreien, aber Arkan legte ihm warnend den Finger auf die Lippen, dann eilte er zurück zu der gefesselten Sira, die noch immer schrie und deren Blut eine süßen Duft ausströmte.
Mittlerweile war eine der Kerzen erloschen und auch von dem Knoblauchgestank war kaum mehr etwas vorhanden. Arkan sah, wie ihn sein Vater aus der Dunkelheit drohend ansah. Der Vampir wusste nicht, dass es sein Sohn war, er konnte nur riechen, dass es ein Halbvampir war, der ihm nun das Essen stehlen wollte.
Arkan hielt Sira den Mund zu, das Geschrei würde den Vampir dazu bringen, schneller den Schutz der Dunkelheit zu verlassen, und hängte ihr die Knoblauchkette um. Das Mädchen beruhigte sich etwas, merkte sie doch, dass er ihr nicht feindlich gesinnt war, und wimmerte nur noch leise. Der Junge zog einen Dolch und schnitt ihre Fesseln durch. Sie war wie benommen als er ihr aufhalf und ihr die Fackel in die Hand drückte, gleichzeitig versuchte er, die Wunden an ihren Armen mit Fetzen aus seiner Kleidung und den Seilen zu bandagieren.
Dem Vampir, der noch immer im Schatten wartete, wurde bewusst, dass der Halbvampir ihm um seine Beute bringen wollte, und kam näher. Sein Durst, der seit dem letzten Vollmond nicht mehr gestillt worden war, machte ihn fast verrückt und das Blut des Mädchens roch verführerisch.
Arkan merkte erst zu spät, dass sein Vater beschlossen hatte, selbst wenn er dem Mädchen aufgrund der Knoblauchkette nun nichts mehr anhaben konnte, zu mindestens seinen Konkurrenten auszuschalten. Mit einem einzigen Satz überwand der Vampir die gut sieben Meter zwischen ihnen und sprang seinem Sohn an die Kehle.
Arkan konnte ihn abschütteln und versuchte ihn von Sira wegzubringen. Das Mädchen wich zurück, war jedoch klug genug nicht wegzurennen, was den Jagdinstinkt in beiden, sowohl Vater als auch Sohn, geweckt hätte.
Der Vampir brauchte nur kurz um sich wieder aufzurichten und zeigte Arkan fauchend seine langen Eckzähne. Unwillkürlich wich der Junge etwas zurück, auch er konnte seine Eckzähne wachsen lassen, aber auf keinen Fall fünf Zentimeter, wie es sein Vater gerade getan hatte. Auch er bleckte nun seine Zähne, wobei er wusste, dass dies den Kampf auf Leben und Verderben bei ihnen entfachen würde.
Arkans Vater stürzte sich mit einem tierischen Schrei auf seinen Sohn und grub seine Zähne in dessen Kehle. Der Halbvampir schleuderte ihn zu Boden und grub selber seine Fangzähne in das Fleisch des Konkurrenten. Arkan war bewusst, dass er seinem Vater völlig unterlegen war, aber dieser war geschwächt vor Durst und Arkan hoffte ihn zu mindestens bis zum Aufgang der Sonne in etwa zwei Stunden hinhalten zu können um Sira zu retten.
Der Vampir brüllte auf vor Wut und schleuderte den Jungen gegen einen Baum, wo dieser benommen liegen blieb. Fast gemächlich ging er auf seinen Sohn zu um ihn zu töten, als das Mädchen, das irgendwo hinter ihm stand, ihm mit wilden Beschimpfungen einen Stein an den Kopf warf. Man hätte das Steinchen kaum als Stein bezeichnen können und natürlich spürte er kaum etwas als es an seinen Kopf schlug, aber so etwas ließ er sich nicht gefallen. Wütend drehte sich der Vampir um und eilte zu dem Mädchen, das ihn nun mit vor Schreck weit geöffneten Augen ansah.
Mit seiner Ausgestreckten Hand umfasste er ihre Kehle, wobei er versuchte den stinkenden Knoblauch nicht zu berühren, um ihr das Genick zu brechen, als Arkan sich mit einem Schrei auf ihn stürzte. Vor Überraschung ließ der Vampir von dem Mädchen ab und taumelte ein paar Schritte zurück.
Die beiden stürzten sich wütend aufeinander, verbissen sich in den Hals des jeweils andern und versuchten dessen Kehle

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Kommentare

Moonwish schrieb am 2009-10-08 16:26:53:
Hey,
Ich finde die Kurzgeschichte wirklich wundervoll.
Allerdings muss ich sagen, dass alles ziemlich "reporterisch" klingt. Nicht wie eine Geschichte, eher wie ein Bericht.
Wäre dem nicht der Fall, hätte ich auch den letzten Absatz zu Ende gelesen.
Liebe Grüße
jenny schrieb am 2009-02-27 15:30:18:
wow. die geschichte ist wirklich toll, schreibst du noch ne fortsetzung davon?? würd mich freun!!:)

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