Orkkriege 6
von
Lurz
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803 FZ, Winter, irgendwo unter dem Silberwald
Von oben her war noch der Schlachtlärm zu hören, und ab und an rieselte Erde von der Decke. Die Höhle war gut ausgeleuchtet, und mit Steinen ausgekleidet, ein Beispiel für zwergische Kunstfertigkeit, denn selbst in diesem einfachen Versteck war alles verziert und geschmückt.
Saraz sah belustigt aus, als er sich aufrichtete und Staub von der Schulter strich. Herablassend erklärte er: „Das ‚Bastard’ beleidigt mich nicht, hatte ich doch den ehrenvollsten Vater, den man sich nur vorstellen könnte.“
„Vater?“ Hazer lachte laut auf. „Woher willst du wissen wer dein Vater ist? Du bist ein Findelkind, deine Eltern wollten dich nicht!“ Aus seinem schallenden Lachen wurde ein Röcheln, als der Stiefel seinen Bauch traf. Mit beiden Händen hielt er sich seinen Bauch, und stellte damit fest, dass er weder gefesselt, noch angekettet war.
„Unterbrich mich nicht!“ herrschte Sazar den Gepeinigten an. „Mein Vater konnte mich nicht aufziehen, aus ehrenvollen Gründen. Ganz im Gegensatz zu deinem, mittellosen, ungebildeten, schwachen…“ weiter kam er nicht, Hazer war aufgestanden und hatte ihm sein Knie ins Gesicht gerammt. Sazar taumelte, doch sein Widersacher setzte einen Tritt nach. Gerade als der Ork nach dem Schwert seines Kontrahenten langte traf ihn der Stiel einer gewaltigen Axt im Bauch.
Rotes Haar fiel dem Zwerg ins Gesicht, der die gigantische Waffe führte, doch auch ohne das Antlitz des Unterirdischen zu sehen wusste Hazer wer es war. Kralthor Rotschopf kaute wieder auf einem Stück Kautabak, und mit ihm waren auch sechs Zwerge hereingekommen, die sich jetzt, Hämmer geschultert, an der Wand aufstellten. Zu Hazers Überraschung richteten sich die scharfen Worte, die Saraz jetzt, sich sein Gesicht vorsichtig abtastend aussprach „Was soll das Meister Rotschopf? Ich wäre auch alleine mit ihm fertig geworden! Der Kleine wird wohl kaum seine Rolle gut genug spielen könnte, wenn er kurz vorm Verrecken steht! Zügelt euch also!“
„Er wird die alte Frau auch nicht mit durchbohrten Waden getötet haben!“
„Dazu habe ich mir bereits etwas überlegt. Aber es geht nicht, wenn du ihn umbringst!“ leise zischte er, als seine Hand eine Prellung berührte. „Und jetzt zu dir, Ork.“ Mit einem schiefen Lächeln drehte sich der Kriegsmeister zu Hazer um, der sich noch immer keuchend und nach Luft ringend am glatten Boden der Höhle wand, und um den sich jetzt drei schwarz gerüstete Orks aufstellten, die unbemerkt den Raum betreten hatten. Er deutete leicht mit dem Kinn in eine dunkle, nicht beleuchtete Ecke. Dort konnte man die Konturen einer orkischen Leiche mit einem langen Schwert im Bauch erkennen. Eine rotschwarze Lache hatte sich um die Gestalt ausgebreitet.
Zwei der Zwerge zogen es aus dem Halbdunkel und der orange Schein der Fackel erleuchtete ein blasses weibliches Gesicht einer älteren Orkin. Hazer erkannte die Frau auf Anhieb und es trieb ihm die Tränen in die Augen.
„Aber, aber, Hazer, was schluchzt du so? Du bist doch der Mörder der ehrenwerten Kafnar´ra! Kein Grund zur Trauer!“
Hazer wurde von den Orks nicht mehr aufgehalten und stürzte, ohne auf den Kriegsmeister zu hören, zur Orkmeisterin. Ihr toter Leib wurde von seinen schwarzen Tränen benetzt.
„Nun, eigentlich war ich es ja… Aber mit deiner Waffe! Sie hat gequiekt wie ein Schweinchen! Ich hatte absolut kein Mitleid mit dieser…“ Sazar ließ den Satz unvollendet. „Es wird so gewesen sein: Ihre Horde, bestehend aus meiner Spezialeinheit und mir, jagten mehrere hundert Zwerge über das Schlachtfeld und folgten ihnen auch in einen Schlupfwinkel unterhalb des Kampfes. Dort wurde sie im Kampf von ihrer Einheit getrennt. Sie traf in einem abgelegenen Winkel der Höhle auf… dich. Du, im Wahn eines Berserkers hältst sie für, was weiß ich, und genau als ich mit meiner Rotte zu ihr stieß tötest du sie. Mit diesem Schwert.“ Er zog die Klinge aus der Orkin. „Bevor du noch jemand verletzt muss ich dich leider töten.“ Nun zog Sazar seine eigene Waffe. „Noch Fragen?“
„Ja… Wieso…“ Hazer hatte nur mit einem Ohr zugehört. Er würde sterben.
„Sagen wir so, sie lässt sich nicht gut für meine Pläne einsetzen…“
„Nein, Bastard… Warum ich? Interessehalber.“
„Oh Hazer! Dummer, schwacher Hazer. Es liegt an der Familie. ALLES liegt an der Familie! Und jetzt ist es Zeit zu sterben.“
Gerade als der hochgewachsene Ork seinen Speer vom Rücken nahm krachte ein Schatten in ihn hinein.
Hazer sah zu Boden und konnte Kafnar´ra nicht mehr vor sich liegen sehen. Stattdessen kniete sie auf dem Brustkorb Saraz und schlug auf ihn ein. Die geschockten Wachen verharrten noch einen Augenblick und schritten dann ein.
Die vermeintliche Tote brüllte den Ork unter ihren Knien blutspuckend an:
„Zu weit, Saraz! ZU WEIT! Du bringst mich nicht um!“
„0h doch!“
Unter den Faustschlägen der Alten schreiend zog der Ork seinen Dolch und rammte ihn der Frau in die Kehle. Dann rollte er sie von seiner Brust und richtete sich auf. Auch Hazer stand nun, von Wachen befreit auf eigenen Beinen und beobachtete das grausige Geschehen. Saraz sah ihn haßerfüllt an. Er zeigte seine Hauer und schleuderte seinen Wurfdolch. Hazer machte einen Schritt zur Seite, doch das Geschoß durchbohrte seine Seite, der Griff brach eine der Rippen, durch die es sich fraß. Welches Organ auch verletzt worden war, es trieb Hazer einen unerträglichen Schmerz durch den Körper. Blut troff aus Mund und Nase, der Ork wollte seinen Verletzungen erliegen, nur noch dunkel konnte er erkennen das Saraz das Schwert über Kafnar´ra hob und senkte. Plötzlich drehte sich der Intrigant zum Eingang der Höhle um. Einer der Orks stürzte sich vor ihn und stürzte tödlich verletzt zu Boden. Gerade noch in Hazers Blickfeld tötete ein Ork mit fünf Messern vier der Wachen. Sazar konnte er nicht mehr erkennen. Seine Augen schlossen sich, als ihn der Eindringling hochhob und über die Schulter warf
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Kommentare
Bone1979 schrieb am 2008-04-25 13:06:03:
MEHR...
Gruß
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