Ostersamstag
von
Veronica Wallner
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Die Kirche war überfüllt, es gab selten Messen wo so viele Menschen wie heute in das kalte Gewölbe strömten. Barbara hatte nie verstanden warum, die Leute gerade am Ostersamstag so zahlreich erschienen. Sie saß oben im Glockenturm und sah hinunter auf die Menschen. Sie ging jedes Jahr zu dieser Messe ohne zu wissen warum, vielleicht einfach als Erinnerung an ihre Mutter, die in dieser Nacht vor so vielen Jahren getötet worden war. Da ihr Instinkt ihr aber riet, ihre Waffen nie abzunehmen, konnte sie nicht unten neben den Menschen sitzen. Die beiden Maschinenpistolen in den Halftern etwas über den Enden ihrer schwarzen Stiefeln und die beiden Maschinengewehre, die an ihrem Gürtel verstaut waren, waren die auffälligsten, aber auch die am meisten verwendeten. Dazu kamen noch die vier normalen Pistolen und das halbe Dutzend Dolche in der Innenseite ihres schwarzen Mantels.
In der Kirche war alles Licht aus, nur von dem Raum, wo die Ministranten und der Pfarrer sich vorbereiteten, kam der Schein einiger Leuchter. In der Dunkelheit der Kirche saßen alle Leute stumm und staunend, als sähen sie das alles zum ersten Mal.
Die Glocken begannen etwas über Barbara zu schlagen und ein Dutzend Jugendliche, in den weißen Roben der Ministranten, mit je einem Leuchter, in dem eine Kerze brannte, kamen über den Kreuzgang in das Mittelschiff der Kirche. Hinter ihnen gingen zwei Erwachsene, einer trug ein dickes Buch, die Bibel, der andere ein Gefäß mit Weihrauch und dann am Schluss der alte Priester. Der Zug kam von ganz hinten bis vor zum Altar, ein Ritual, das es jedes Jahr gab, der gleiche Weg, die gleichen Kerzenleuchter, der gleiche langweilige Priester. Vor dem Altar teilten sie sich und je fünf Ministranten standen an einer Seite des Altars, der Priester stellte sich hinter den Altar mit Blick auf die Besucher, während die Bibel vor ihn hingelegt wurde und die letzten beiden Ministranten sich mit ihren Leuchtern neben ihn stellten um ihm genügend Licht zum Lesen zu spenden. Er las eine Stelle aus dem Buch vor und danach ging das Licht im Mittelschiff an, während die Messe ihren gewohnten Ablauf nahm.
Barbara lehnte sich zurück, sie genoss diese Ruhe, dieses normal sein. Es waren nur zwei, drei oder vier Tage, die sie sich im Jahr frei nahm und sie wusste, dass sie bald wieder auf ihrem Motorrad durch die Nacht jagen würde, immer hinter den Wesen der Nacht her. Sie hatte sich dieses Leben nicht ausgesucht, aber ihr Vater, ihre Herkunft, waren schuld daran, dass sie ihr Leben hinter die Aufgabe, die Menschheit vor der Vernichtung zu beschützen, anreihen musste.
„Nehmt alle und trinkt, dass ist mein Blut“, zitierte der Priester gerade und hob den Kelch in die Höhe, als sich Barbaras Nackenhaare aufstellten und sie wusste noch bevor die bunten Fenster hinter dem Altar zerbarsten, dass sie hier waren.
Die fünf Fenster zersplitterten und fünf Untote kamen in das Gebäude. Drei kletterten an der Decke, ein vierter landete auf dem Kreuz, dass von der Decke hing und brachte es durch sein Gewicht ins Schaukeln und der fünfte, der durch das mittlere Fenster gesprungen war, landete hinter dem Priester und brach ihm das Genick.
Panik brach aus unter den Gläubigern und sie liefen zu den Ausgängen, während Barbara aufstand, ihre Gewehre zog und entsicherte. Soviel zu dem gemütlichem Wochenende.
Als die Leute die Türen erreichten sprangen auch durch die Fenster über den Türen Vampire herein. Durch das Fenster am hinteren Teil der Kirche über der Orgel, kamen weitere vier Bestien herein. Die meisten sprangen zu Boden, auch die drei, die sich vorhin an der Decke der Kirche festgehalten hatten und sie trieben die Menschen in einen Kreis zusammen.
Barbara zählte zwanzig Wesen in den braunen Fetzen, die die Vampire ihre Kleidung nannten. Die Gesichter der Wesen waren weder menschlich noch tierisch, Gier, der Hunger auf Blut, so deutlich hatte Barbara diese Emotionen noch nie in den Gesichtern dieser Wesen gesehen. Sie wusste gleichzeitig, dass es keinen Sinn machen würde, mit Mike, dem Vampir der noch immer auf dem Kreuz hockte, zu verhandeln. Aber sie wartete, die Vampire waren in deutlicher Überzahl, wenn sie nun das Feuer eröffnete, wäre sie verloren.
Nun waren die Menschen wie Schafe zusammengepfercht. Sie hatten aufgehört zu schreien und drückten sich ängstlich aneinander, die paar Kinder, die von Eltern gezwungen worden waren mitzukommen, weinten und klammerten sich an ihre Eltern.
Wo waren die Ministranten? Fragte sich Barbara plötzlich, aber da ging die Tür schon auf und zwei weiter Vampire brachten die in weiß gekleideten Schafe herein, vier junge Mädchen, acht Jungen. Eines des Mädchens hielt mit einer Hand ihr Kruzifix umklammert und betete mit ihren Lippen stumm einen Rosenkranz. Auch einige der anderen Menschen in dem Kreis taten dies oder ähnliches.
Barbara blickte sich um und war fast erstaunt, bis jetzt gab es nur ein Todesopfer, nämlich den Priester, aber das würde sich vermutlich schnell ändern. Sie musste noch warten, bis zumindest ein Teil der Vampire so mit Essen beschäftigt war, dass sie nicht mit bekommen, wie sie einen nach dem anderen abschießt.
Als die beiden Vampire die Ministranten zu den anderen in den Kreis stießen, sprang Mike von dem Kreuz herunter. Er war der Anführer, er dürfte als erster trinken. Barbara blickte sich noch einmal um, aber Tamara, Mikes Gefährtin war nicht zu sehen. Dann erinnerte sie sich wieder daran, dass sie diese bei ihrem letzten Zusammentreffen schwer verwundet hatte, anscheinend hatte sie es nicht überlebt.
Die anderen Vampire wichen zurück, als sich ihr Anführer den Menschen näherte um sich einen davon auszusuchen. Während er durch den Kreis der eingekreisten Menschen ging, wichen diese ihm ebenfalls aus. Barbaras Blick viel auf ein kleines Mädchen, dass sich einige Meter von Mike entfernt, an das Bein ihrer Mutter klammerte, und sie wusste, dass das Mädchen es als erstes erwischen würde.
„Nein!“, brüllte die Mutter, als der Vampir vor ihr stehen blieb und mit einer Hand das Mädchen von der Mutter trennte. Die Frau wollte auf den Vampir zu stürmen, ihre Tochter befreien, aber ein anderer Vampir reagierte schneller und zog sie an der Schulter zurück.
Barbara legte ihr Gewehr an und zielte auf den Kopf des Vampirs. Kurz bevor sie aber abdrücken konnte, rempelte ein Mädchen den Vampir an und beförderte ihn so aus der Schusslinie. Das Mädchen war Ministrant und hatte sich die Haare schwarz gefärbt. Erst auf den zweiten Blick erkannte Barbara, dass das Mädchen nicht den Vampir sondern das kleine Kind retten wollte. Barbara fluchte und ließ die Waffe wieder sinken.
Das schwarz haarige Mädchen hatte aber erreicht, was sie wollte. Mike war für kurz Zeit vor Überraschung wie benommen und in der kurzen Zeit packte das Mädchen das kleine Kind und zehrte es zurück in die Menge.
Mike erhob sich schnell wieder und wollte dem Mädchen nach, als ein Schrei hinter ihm ertönte. Der Vampir der die Mutter des kleinen Mädchens zurück gehalten
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Kommentare
CoraLove schrieb am 2008-11-03 23:55:07:
Nicht schlecht, wirklich, auch wenn du den Anfang noch etwas mehr ausbauen hättest können, aber ansonsten wirklich nicht schlecht. Nur mit deiner Kommasetzung hast du ein wenig probleme, oftmals am falschen Platz, aber hey, egal!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Bitte schreib weiter.
LG
CORA
Cassy01 schrieb am 2008-11-03 14:37:46:
Tolle Geschichte. Ich hoffe du schreibst noch so eine.Kannst ja meine ersten zwei Kapitel auch mal lesen, wenn du willst.
Ich finde du hast Barbaras Wut und Trauer gut beschrieben.
Ich hoffe bald wieder was von dir zu lesen.
Lg Cassy01
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