Party
von
danislavii
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„Party“
Der neunte Schlag, der alten Kirchturmuhr läutete die Dämmerung ein. Einige schemenhaft erkennbare Gestalten trotten über den im Mondschein grau schraffierten Marktplatz. Ruhigen Schrittes folge ich den Schattenmenschen. Nach wenigen Minuten, die mir jedoch wie Ewigkeiten erscheinen, gelange ich an den Hafen.
Aus einem der Pubs am Pier sieben sind lachende Männerstimmen zu hören. Aus wiederum anderen schwebt der Duft freudiger Lieder zu mir herüber. Eines der Lokale trägt eine bunte Leuchtreklame. Dieses scheint mir recht ansprechend, also mache ich mich auf den Weg zum Steg.
Quietschend und knarrend stöhnt die Tür des Pubs beim Öffnen und gibt den Blick auf das Herz der kleinen Kneipe frei. Eine recht simple Einrichtung; einige wenige Holztische und Stühle, eine Theke und ein Klavier.
Dem Barkeeper zunickend schlurfe ich zu einem der Tische am Fenster. Mit mir befinden sich nur drei weitere Seelen im Raum, jedoch scheint das keinen zu interessieren. Einer der Männer, der eben noch am Tresen saß, setzt sich an das Klavier in der Ecke und beginnt zu spielen. Seine Finger fliegen wie von Geisterhand über die kleinen zerbrechlichen Tasten und erschaffen eine verworrene Melodie.
Mit diesen Noten durchdrungen, schweifen meine Gedanken ab und ich blicke hinaus auf das atmende Meer. Ein dumpfer, klagender Laut ist zu hören. Das Nebelhorn, dass die Schiffe warnt. Eine Decke aus zähem, salzigem Nebel wabert über die Wasseroberfläche und zieht seine unsichtbaren Finger darüber. Die Gischt betastet müde die Felsen, deren Umrisse wie dunkle Köpfe aus dem Dunst ragen. Die See liegt ruhig schlafend wie ein Neugeborenes in ihrer Wiege. Doch dies, ist nicht immer so
Die Natur kann auch sehr launisch sein, nicht wahr? Der heulende Wind und das tosende schwarze Meer reißen klaffende Löcher in die Bäusche von Schiffen und stahlen schon unzähligen Seefahrer das Leben.
Von meinem Gedankengang abgelenkt bemerke ich erst jetzt, dass die entspannende Musik einem mehr fröhlich klingendem Notenstrom gewichen ist. Ich bestelle mir etwa zu trinken, lausche den Geschichten des Klaviers und lehne mich entspannt zurück. Ich lasse meine Alltagssorgen Sorgen sein und verdränge meine trübseligen Gedanken bei einem Pokerspiel mit dem Barkeeper.
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