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Kategorien > Philosophie > Leben & Tod

Philosophische Überlegungen

von Fabian Backes

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Viele Menschen sehen den Tod als das größte Übel in ihrem Leben an. Ihnen allen graust es vor der Vorstellung eines Tages einfach aufzuhören, „Mensch“ zu sein, im unbekannten „Nichts“ zu verschwinden. In ihrer Vorstellung malen sie sich die unglaublichsten Dinge aus, die geschehen, wenn sie sterben. Die Religiösen haben die Vorstellung eines „Paradieses“, in dem sie für alle Zeit glücklich leben können, während die Nicht-Religiösen es entweder vermeiden, sich ein allzu genaues Bild von „Gevatter Tod“ zu machen oder (im Geheimen) auf einem eigenen Bild der Todesvostellung sitzen, welches ihnen Sicherheit und Halt gibt, denn es ist immer leichter, zumindest Spekulationen und Fantasien im Kopf zu haben, als rein gar nichts.
Ich möchte behaupten, selbst der hartnäckigste Ateist (zu denen ich mittlerweile auch gehöre), spekuliert offen oder in Gedanken, was geschieht, wenn das Leben zu geht. Wir können eigentlich gar nicht anders, als zu vermuten, zu beschreiben und vor allem an unsere Vorstellung zu „glauben“, oder sie als eine von vielen Möglichkeiten zu akzeptieren. Ohne die Möglichkeit uns den Tod auszumalen, ihn mit allen Sinnen zu „empfinden“, ja sogar zu planen, wie wir uns verhalten, wenn es denn so weit ist, wären wir nicht das, was wir heute sind. Überlegen wir doch, wie wir uns verhielten, wenn wir von klein auf ganz genau wüssten: Eines Tages ist alles vorbei. Wir leben nur um zu sterben. Und mit „vorbei“ meine ich das tiefste und ehrlichste Bewusstsein, dass im Moment unseres Todes, alles für immer und ewig endet. Ich weiß ehrlich gesagt nicht (und das meine ich völlig ernst) was in einem solchen Fall passierte und bin mir auch nicht sicher, ob ich es wissen möchte, aber eines weiß ich. Uns Menschen macht vor allem eines aus und das ist Tapferkeit. Wir alle leben mit der Ungewissheit, ob denn nicht alles umsonst ist, ob nicht jede noch so heroische Tat, die wir vollbringen (sei dies nun für uns persönlich, oder für Andere), nicht in der bedeutungslosen Vergänglichkeit verschwindet. Was ist dieser Text wert, während ich ihn schreibe? Was nützt es, sich um sich und seine Mitmenschen zu bemühen und ist es von wert, wenn man sich systemkonform verhält, ein Mitläufer ist, jemand, der Anderen hilft, jemand, der ganz Mensch ist?
Uns alle hält nur die Vorstellung aufrecht, dass da mehr sein muss, mehr als „Nichts“, mehr als ein schwarzer Abgrund, mehr als Verlust und vor allem mehr als Hilflosigkeit, denn genau das wären wir in einem solchen Fall. Hilflos. Gefangen in der Ohnmacht unserer eigenen Hilflosigkeit. Woher kommt es also, dass in uns diese starke Hoffnung ist, welche den Tod zwar nicht begrüßt, jedoch dafür sorgt, dass wir etwas haben, was uns gerade diese Hoffnung schenkt? Ist es wirklich nur bloßer Glaube, oder ist es etwas Anderes? Ist es möglicherweise so, dass in uns, irgendwo so tief in uns, dass nicht einmal wir selbst an diesen Ort gelangen, noch etwas anderes ist, was uns vor uns selbst bewahrt. Uns vor unserer „Todesangst“ bewahrt? Ich weiß es nicht, denn ich war noch nie an einem solch tiefen Ort in mir, an dem ich mir selbst „in die Augen schauen“ konnte.
Vielleicht waren diese Ausführungen zu romantisch, ich kann das als Schreibender nur schwer beurteilen, aber ich möchte unbedingt verstehen, was uns Menschen zu dem macht, was wir sind. Ich vertraue dabei weder auf Wissenschaft, noch auf Religion und schon gar nicht auf mein eigenes Urteil. Ich glaube inzwischen, es ist der Tod, der die alles entscheidende Antwort auf meine Fragen geben kann. Wir fürchten ihn, aber dennoch hat er eine starke Anziehungskraft. Eine Anziehungskraft, die aus ihm selbst kommt, ihm, der uns allen eines Tages begegnet. Ich habe keine Todessehnsucht, denn ich weiß nicht, was danach geschieht und diese Ungewissheit macht mir, wie allen Anderen auch, ein wenig Angst. Ich kann als Mensch nur spekulieren und glauben, aber wenigstens habe ich dadurch das Gefühl, nicht hilflos zu sein, denn das ist es, wovor ich am meisten Angst habe: Zu erkennen, das Hoffnung nur eine Illusion ist, welche wir uns selbst vorspiegeln und das wir in Wahrheit noch viel hilfloser sind, wie ich es mir in eben jenem Moment ausmale.
Ich habe eine ganz spezielle Fantasie vom Tod, von der ich sagen kann, dass ich sie sehr schön finde, auch wenn das vielleicht nach außen ein wenig skuril wirkt. Ich möchte versuchen, sie zu beschreiben.
Ich stelle mir vor, im Nichts zu aufzugehen. Ich meine nicht das dunkle, drohende Nichts, welches furchteinflößend ist, sondern das stille, weiche Nichts, welches uns so gänzlich umfängt, das alles verschwindet: Unser Körper, unsere Wünsche, unsere Gedanken, unser ganzes Ich, ja das alles von uns so vollständig und richtig vergeht, das nichts verbleibt. Ich stelle mir dabei eine herrliche Leere vor. Nicht mehr denken, fühlen und sein müssen. Einfach nicht mehr zu existieren, gerade das, was vielen Angst macht. Es ist schwer dieses Gefühl zu vermitteln, deshalb hoffe ich, man kann etwas mit dieser Vorstellung anfangen.

Zu guter Letzt habe ich noch eine kleine Bitte:
Bitte diskutiert mit mir, wie ihr persönlich vom Tod denkt. Was könnt ihr mir erzählen (aus philosophischer Sicht)? Ich würde mich sehr über eure Meinungen und euer Interesse freuen!

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