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Kategorien > Action > Fantasy

Prinzessin Ozeana: Kapitel 6

von Silberhorn

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Hi!
Ihr werdet euch bestimmt gefragt haben, was eigentlich mit dem Prinzen Phillus passiert ist!
Nun ja, dann liest ab hier weiter- ein kleiner Wechsel, aber keine Sorge- die Prinzessin kommt bald wieder zurück in meine Geschichte- grins!

Kapitel 6
In wenigen Minuten würde die Sonne aufgehen. Prinz Philus stand schon eine ganze Weile da und wartete nur darauf, dass die Strahlen der Sonne sein Gesicht streichelten und ihm einen guten Morgen wünschten. In der ersten Nacht konnte er nicht schlafen, weil alles so fremd für ihn war. Außerdem machten ihm immer noch in der Nacht die dunklen Schatten an der Wand Angst.
Auch heute war es so, dass der kleine Prinz nicht schlafen konnte und deshalb dem Sonnenaufgang entgegen fieberte.
Seit dem Umzug seiner Familie in dieses Schloss war einiges passiert, was er sich selbst noch nicht erklären konnte. Der größte Schock für ihn war, dass sein Vater, der König der Phillen und nun auch der Waler, die Königsfamilie seiner besten Freundin angegriffen und getötet hatte. Bei diesen Gedanken zog er seine Stirn zu einem tiefen V zusammen. Wie konnte er nur! Diese Entscheidung seines Vaters hätte er ihm ausreden sollen und er hätte auch Ozeana warnen sollen! Philus hatte seit längerem schon ein schlechtes Gewissen und seufzte. Als er erfahren hatte, dass sein Vater noch mehr Macht und noch größeres Land wollte, hätte er sich niemals gedacht, dass er sogar so weit gehen würde, den Friedensvertrag zwischen den beiden Völkern zu brechen und das Land der Waler für sich zu beanspruchen.
Er und seine Mutter hatten schon lange den Verdacht, dass mit dem König etwas nicht stimmte. Er war in letzter Zeit so komisch! So, als wäre er nicht er selbst. Auch die Machtgier war nie zuvor bei ihm vorgekommen und niemand konnte sich sein seltsames Verhalten erklären.
Endlich kamen die ersten warmen Strahlen hinten den Bergen hervor und ließ Philus` Gesicht hellorange leuchten. Doch er achtete diesmal nicht darauf. Immer noch in Gedanken schweifte seine rechte Hand zu der Kette, die er um den Hals trug und hielt sie sanft zwischen seinen Fingern.
„Ozeana….“, seufzte er schwer. Er wusste nicht, was mit ihr geschehen war. Die Leichen des Königs und der Königin wurden zwar gefunden und anständig bestattet, aber man konnte keinen leblosen Körper eines Kindes finden. Philus wusste, dass Ozeana klug genug gewesen wäre, von hier zu flüchten. Wahrscheinlich half ihr ihre Mutter dabei, dachte er sich und strich sich mit der freien Hand durch sein rabenschwarzes Haar. Die Leiche der Königin, möge sie in Frieden ruhen, wurde im geheimen Kellergang gefunden. Vielleicht gelang es Ozeana von dort aus zu flüchten. Wieder seufzte er. So eine gute Freundin, wie sie, hatte er nie gehabt, und er behielt immer noch die Hoffnung in sich, dass sie noch am Leben war, und den Krallen seines Vaters entkommen konnte.
Weil er Prinz war, trauten sich keine anderen Kinder mit ihm zu spielen, weil sie zu viel Respekt vor der Königsfamilie hatten. Deshalb war Philus oft traurig, wenn er in der Spielecke saß und sich alleine mit einem Holzpferdchen beschäftigte. Damals war er noch jünger.
Nur durch Zufall lernte er Prinzessin Ozeana kennen. Das war zu einem Zeitpunkt, an dem die Königsfamilien den Friedenvertrag unterzeichnet hatten. Die beiden Kinder ließ man mit einem Kindermädchen zusammen alleine und schlossen Freundschaft.
Doch dann musste sie genauso schnell wieder gehen, wie sie gekommen war. Und so kam es, dass sie sich einen geheimen Ort aussuchten, genau an der Grenze zwischen den beiden Ländern, um sich heimlich zu treffen. Für Ozeana und Philus war es nicht immer leicht, sich aus dem Schloss zu schleichen, doch schließlich sahen sie sich, so oft sie konnten und ihre Freundschaft vertiefte sich immer mehr.
„Ozeana, ich hoffe das du noch lebst, damit ich dich eines Tages wieder sehen kann!“, flüsterte er der Sonne zu und blieb noch weiter beim Fenster stehen, bis sie sich immer weiter in den Himmel erhob.
Denn er wusste, wenn sie noch lebte, dass er sie für eine ganze Weile nicht sehen konnte, weil man immer noch nach ihr suchte. Sein Vater hatte Angst, dass sie, wenn sie erwachsen war, ihr königliches Recht als rechtmäßige Thronerbin erheben könnte. Und Philus wusste es auch.
Denn er selbst würde genauso handeln. Wenn er könnte, würde er sich für die Taten seines Vaters bei ihr entschuldigen, aber das wurde die Leben ihrer Eltern auch nicht zurückbringen.
Er wandte sich mit dem Rücken zum Fenster und lehnte sich leicht an, die Ellbogen am Fensterrand gestützt.
Philus hatte Entschlüsse gefasst. Erstens seinen Vater fragen, warum dieser heftige Angriff nötig gewesen war, zweitens warum er in letzter Zeit so anders war und drittens…. warum du mir meine Freundin genommen hast! Nein, drittens hatte er vor, seinem Vater nicht zu sagen.
Denn wenn er wüsste, dass er eine tiefe Freundschaft zu Prinzessin Ozeana hegte, würde er wütend auf ihn werden und versuchen herauszufinden, wo sie war, selbst wenn Philus es selbst nicht wusste.
Plötzlich hielt er inne und hörte immer näher kommende Schritte. Sofort lief er zu seinem Bett und deckte sich bis zum Nacken zu. Er nahm eine stabile Seitenlage ein und tat so, als würde er noch tief und fest schlafen.
Die Zimmertür wurde leise und vorsichtig geöffnet und eine junge Frau kam herein.
Sie hatte alle Mühe, ihre Stöckelschuhe nicht am Boden widerhallen zu lassen und schlich sich vorsichtig zum Bett ihres geliebten Sohnes.
Sie strich ihm über sein schwarzes Haar und gab ihm einen zärtlichen Kuss auf die Wange.
Philus reagierte sofort auf ihre Berührung, blinzelte und drehte sich zu seiner Mutter um. Philus hielt sich die Hand vor die Augen, um vorzutäuschen, dass ihn das morgendliche Licht blendete. Philus konnte schon immer gut schauspielern.
„Guten Morgen, mein kleiner Philus!“, sprach die Königin mit sanfter Stimme.
„Morgen, Mutter!“, gähnte er und hielt sich die Hand diesmal vor dem Mund.
„Hast du gut geschlafen?“
„Ja, prima, Mutter“ Sie sollte nicht unbedingt wissen, dass ihm das neue Schloss immer noch Angst einflösste. Er würde immerhin bald ein Mann sein. Und Männer kannten keine Angst.
„Warum bist du schon so früh bei mir?“, fragte er nun etwas erstaunt und setzte sich in seinem Bett auf.
„Ich dachte mir, dass ich heute mal früher zu dir komme. Die Arbeit kann immer noch warten, denn du bist mir wichtiger!“ Dabei lächelte sie ihn liebevoll an.
Wie schön, dachte er, dass wenigstens einer derselben Meinung wie er war. „Und Vater?“
Das Lächeln der Königin erstarb. „Er ist bereits schon wach und unterzeichnet Bestätigungen für irgendwelche Dinge!“
„Ach so!“, seufzte er und schlug die Decke zurück. Ihm wurde langsam heiß. „Und was wirst du heute machen?“, fragte er seine Mutter, während er sich im Schrank eine passende Hose und ein kleines weißes Hemd heraussuchte.
„Dasselbe, wie immer. An der Seite des Königs zu sein. Heute bekommen wir Gäste aus dem anderen Nachbarland. Sie wollen uns ihre

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