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Kategorien > Abenteuer > Abenteuer

Projekt Mondlicht

von S Steiner

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1. Kapitel

Durch einen Spalt zwischen dem Vorhang wurde er vom Licht geblendet. Mason erwachte auf einer harten Federkernmatratze – die Federn bohrten sich in seinen Rücken. Seine Augen und sein Kopf schmerzten vom grellen Licht. Ein Blick auf das Bild auf dem Nachttisch verriet ihm, dass es sein eigenes Bett war. Er hielt darauf eine attraktive Frau im Arm. Wer war sie und wo war er gewesen? Mason stand auf, zog den Vorhang auf und erblickte die gesamt Straße. Keine Menschenseele war zu sehen. Es sah aus wie nach einem Kriegsangriff. Autos waren ausgebrannt, Scheiben eingeschlagen und streunende Hunde tummelten sich auf den Straßen. Er fragte sich wie lange er wohl bewusstlos war - er erinnerte sich an Nichts. Nachdem er das Foto vom Nachttisch eingesteckt hatte und die die knarrende Holztreppe hinabgestiegen war, fand er sich nun in der Küche wieder, mit der Gewissheit der einzige Mensch in diesem Haus zu sein. Er öffnete die alte Haustür und betrat die menschenleere Straße. Er las den Namen auf dem Briefkasten: Mason Cunningham & Maria Parker. Panik machte sich in ihm Breit und durchströmte seinen Körper. Wo ist seine Freundin? Was ist mit den Menschen passiert? Er ließ seinen Blick über den Boden schweifen und blieb bei einer alten Zeitung stehen: Cleveland Times, 13. Juni 2016. Er las die Überschrift: „Virus greift um sich“. Er glaubte in einen schlechten Film geraten zu sein. Virus. So etwas kante er wirklich nur aus Hollywood Filmen.

Er ging die Straße entlang und sah nichts außer geplünderten Geschäften, eingeschlagenen Scheiben und umgeworfenen, ausgebrannten Autos. Hier hat das Chaos geherrscht, dachte er.



2. Kapitel

Drei Tage und Nächte streifte Mason nun durch Cleveland's Straßen. Seine Beine waren müde, er hatte kaum geschlafen und nicht mehr als ein paar Dosen kalte Suppe gegessen. Strom gab es nirgends mehr. In der letzten Nacht hatte er in einem verlassenen Hotelzimmer übernachtet. In der Ferne, in der Nähe einer Brücke konnte er ein Feuer sehen, zu dessen Ursprung er nun unterwegs war. Doch Cleveland war groß. Von den ehemals 500.000 Einwohnern war nichts mehr zu sehen. Aus einer alten Zeitung entnahm er, dass der plötzliche Ausbruch eines Virus namens ML3-Virus den größten Teil der Menschheit umgebracht hat. Die Zeitungen sprachen nur vom Mondlicht-Virus und ihre Verschwörungstheorien konnten ausgefallener nicht sein. Mittlerweile sehnte er sich sehr nach Gesellschaft. Er wollte sich unterhalten, erfahren was passiert war oder einfach nur mal einen lebenden Menschen sehen. Die Sonne stand hoch am Mittagshimmel und Mason erreichte endlich die Brücke die er suchte. Keine Spur von Menschen. Nach einiger Zeit fand er die Feuerstelle. Die Kohle war schon kalt und schon mehrere Stunden ausgebrannt. Enttäuschung machte sich in ihm breit.
Er trat gegen eine leere Konservendose an der Feuerstelle und lies sie auf den Asphalt krachen. Kaum dass der Hall abgeklungen war, trat ein Mann hinter einem Betonpfeiler hervor und auf Mason zu. Sein langer brauner Mantel schleife auf dem Boden. In der rechten Hand trug er ein Jagdgewehr das über seine Schulter lehnte.
>>Wie hast du so lang überlebt?<< fragte der Fremde >>Das hier sind keine angenehmen Zeiten. Mach bloß keine Dummheiten, meine Waffe ist geladen.<<
Mason reagierte >>Ich weiß es nicht. Ich bin vor ein paar Tagen am anderen Ende der Stadt in meinem Bett aufgewacht. Ich suche meine Freundin, haben sie sie gesehen?<<
Mason reichte dem Fremden das Foto, das er seit Tagen in seiner Hosentasche mit sich trug und das schon entsprechende Spuren aufwies. Der Fremde schaute sich das Foto einen Moment lang an und sagte >>Nein, ich habe die Kleine noch nie gesehen. Man sieht nicht oft einen lebenden Menschen in der Stadt. Ich bin übrigens Elijah Bennett.<<
Mason konnte den dunkelhaarigen Mann nicht einschätzen. Seine tiefe Stimme und die Narben im Gesicht zeigten ihm, dass Bennett schon einiges erlebt hatte. Vielleicht wusste er was passiert war. >>Ich bin Mason Cunningham. Was ist hier passiert? Ich bin vor ein paar Tagen in meinem Bett aufgewacht und kann mich an Nichts erinnern.<<
>>Du hast Nichts mitbekommen? Hast wohl zu lang geschlafen.<< Elijah lachte.
>>Ich weiß gar Nichts. Als ich aufgewacht bin waren alle verschwunden.<< klagte Mason, mit einem fragenden Blick an Elijah gerichtet.
>>Vor etwa einem Jahr gab es ein plötzliches weltweites Massensterben. Von heute auf Morgen waren fünf Milliarden Menschen einfach tot. Zunächst wusste keiner warum, bis schließlich ein paar überlebende Wissenschaftler einen Virus unter Verdacht hatten, den sie Mondlicht-Virus nannten. Leider war keine Spur mehr von diesem Virus übrig. Man weiß also nicht ob es tatsächlich so war. Dieser Spinner aus dem Radio, Karino, spricht ununterbrochen von einer Regierungsverschwörung!<<
Mason frage >>Glaubst du da ist etwas dran?<<
>>Ich weiß es natürlich nicht<< sagte er, >>Aber warum sollte die Regierung an der Ermordung von Milliarden von Menschen interessiert sein?<<
>>Das ist eine gute Frage<< bemerkte Mason, >>Was denkst du was passiert ist?<<
Elijah musterte Mason einen kurzen Augenblick von Kopf bis Fuß bevor er antwortete >>Außerirdische. Wer sonst hätte die Macht so etwas zu tun?<<
Mason war beruhigt, dass er Elijah richtig eingeschätzt hatte. Er sah aus wie ein verrückter Spinner und offensichtlich war er auch einer.
>>Ich bin auf der Suche nach meiner Familie. Wissen sie was mit den Leuten hier in der Gegend geschehen ist?<< fragte Mason.
>>Das kann keiner sagen. Der Spinner aus dem Radio ruft die Menschen immer wieder auf nach New Jersey zu ziehen. Dort hat er vermutlich seinen Sender<< sagte er. >>Vielleicht haben sie sich ohne dich auf den Weg gemacht.<<
>>Warum sollte sie das tun?<< fragte Mason wütend.
>>Das weiß ich nicht. Es interessiert mich auch nicht. Hier ist jeder auf sich allein gestellt.<< während er so sprach, schien er mit seinen Gedanken abzuschweifen >>Ich werde mein Glück auf dem Seeweg versuchen. In Europa soll es noch einige Überlebende geben. Das hab ich jedenfalls gehört.<<

Kaum hatten sich die beiden besser kennen gelernt, trennten sich ihre Wege auch schon wieder. Mason fand, dass es auch das Beste war. Er traute Elijah nicht über den Weg. Nachdem sie noch eine Weile an der ausgebrannten Feuerstelle über die Beschaffung von Nahrung sprachen, schenkte Elijah ihm sein Jagdmesser. Es war scharf und gut gepflegt. Damit könnte er sich unterwegs vielleicht etwas zu Essen verschaffen. Mason sah Elijah nach, während er über eine große Brücke Richtung Westen lief.



3. Kapitel

Der Ausblick der sich Mason bot war für viele etwas Besonderes. Er stand auf einem Berg und überblickte weite Teile von New Jersey. Keine Menschenseele war zu sehen. Er betrachtete den Anblick mit einer Gleichgültigkeit, wie er sie nicht von sich kannte. Er hatte in den letzten Wochen in denen er auf dem Weg nach New Jersey war genug Gelegenheiten für solche Ausblicke gehabt. Sie langweilten ihn.

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