Prolog für eine Unvollendete Geschichte
von
Peter Hoeffer
1
Prolog
Es herrschte totale Finsternis an den Ufern des Chimersees. Was eigentlich verwunderlich war, da der See selbst, im Mondschein schimmerte, wie glänzende blaue Augen in einem schattigen Wald, die von einem einzigen hellen Lichtstrahl getroffen wurden. Es schien als würden die Ufer sämtliches Licht verschlingen und auf ewig in sich verschwinden lassen. Am östlichen Ufer des Sees ließ sich aber ein Fleck erkennen der nicht wie in Dunkelheit gebadet wirkte. An diesem lag ein Kloster, ein Mönchskloster. Seine Gemäuer wirkten alt und heruntergekommen. Sie waren aus grauem Granit, nicht in Quaderform sondern sehr natürlich belassen. 20 Meter hoch und schienen von unten unüberwindbar.
In der Mitte des Klosters sah man einen der Mönche, der sich eng in seine braune abgewetzte und schmutzige Kutte gehüllt hat, über einen schwach durch Fackeln erleuchteten Platz gehen. Mit kleinen Schritten näherte er sich dem Kellergewölbe.Klopfte etwas Staub aus seiner Kutte und band diese enger um seine Hüfte. Es war eine sehr kalte Nacht. Der Boden unter seinen Füßen war gefroren. Bei jedem Schritt den er machte ertönte ein leises Knacken. Als er das Tor zur Gruft erreicht hatte holte er einen großen silbernen Schlüssel hervor. Steckte ihn ins Schloss. Ein knirschendes Geräusch ertönte beim drehen. Mit aller Kraft zog er an einem der Ringe die über dem Schloss am Tor befestigt waren. Es setzte sich langsam in Bewegung. Als es weit genug geöffnet war, schnappte sich der Mönch eine der Fackeln, die auf beiden Seiten des Tores befestigt waren, und schlüpfte hinein.
Ein modriger Geruch lag hier deutlich in der Luft. Auf beiden Seiten des Gewölbes standen Särge, ein jeder von ihnen war aus Stein gemeißelt und wurde mit einem großen Kreuz auf der Oberseite des Sarges geziert. Darunter die Namen der verstorbenen Ordensbrüder und ein kleiner Spruch der für jeden Verstorbenen ein anderer war. Am Ende des langen Korridors ziert ein wunderschön verzierter Vers das Gemäuer:
Gott hat uns aus der Tiefe seines Herzens
für eine Weile ins Leben gerufen
und nimmt uns danach wieder
in seinen ewigen Schoß zurück.
Er führte mich hinnaus ins Weite,
Er befreite mich.
Psalm 18,20
Der Mönch schlenderte auf einen der Särge im hinteren Teil der Gruft zu, die Fackel hielt er dabei ein Stück hinter sich damit er nicht geblendet wurde. Dort angelangt kniete er sich hin, legt die Fackel beiseite und beginnt zu beten. Seine Worte hallen durch das gesamte Kellergewölbe. "Vater unser im Himmel..." Sein Gebet durchdringt den gesamten Raum. Plötzlich wurde er unterbrochen.
Ein knarrendes Geräusch machte ihn darauf aufmerksam das jemand hinter ihm das Tor durch das er hinein gekommen war verschloss. Es war zu dunkel um zu erkennen wer es verschlossen hatte. Er vernahm jedoch plötzlich ein Geräusch, wie das schleifen eines Fußes über steinigen, sandigen Boden. Langsam erhob er sich um nachzusehen wer die Tür verschlossen hatte. Er konnte die Silhouette der Person erkennen und sagte: „Sie sind keiner unserer Ordensbrüder! Was tun sie hier?" Es kam keine Antwort. Er ging weiter auf die Person zu. Plötzlich erklang ein schauderhaftes Gurgeln. Es klang wie ein kleiner Junge der trotz aufgeschnittener Kehle versuchte zu sprechen. Der Mönch fuhr zusammen. Sein gegenüber kam auf ihn zu, plötzlich konnte er sein Gesicht erkennen. Wäre er nicht so sehr in Panik gewesen hätte er bei diesem Anblick sofort seine gesamten Innereien erbrochen. Es war grauenhaft, das Gesicht war in seiner Gesamtheit verfault. Der größte Teil des Gesichtes war schwarz-rot und auf gequollen. Es krochen Maden aus der einen Augenhöhle und dem Mund dieses Wesens. Auch der Gestank der davon ausging war unerträglich. Es war als würde man an einem Stück Fleisch riechen welches einen Monat lang in einem feuchten Keller gelegen hat.. Als wäre das alles noch nicht genug schnellten die Arme des Geschöpfs mit unerwarteter Geschwindigkeit nach vorn und packten den Mönch am Hals. Dieser war vor Entsetzten gelähmt, er konnte sich weder bewegen noch konnte er schreien. Das Geschöpf löste eine der Hände vom Hals und riss dem Mönch die Kutte vom Leib. Nun warf das Wesen ihn zu Boden. Das Gesicht des Mönchs war voller Furcht, als er die Hände des Geschöpfs auf seinen Brustkorb einschlagen sah. Er wurde von den verfaulten aber kräftigen Händen des Geschöpfs durchbohrt, das Blut rann seitlich den Körper herunter. Das Geschöpf riss nun da der Mönch tot war seine noch warmen und blutigen Eingeweide aus dem Körper und begann diese zu verzehren.
1
Kommentare
Yannick Emminghaus (wanze@hotmail.com) schrieb am 2009-09-16 22:20:10:
Danke an euch ;)
Ouh ja... der Wechsel zwischen den Zeiten... hatte ich definitiv Probleme mit, warum weiß ich garnicht so genau. Aber ich glaube und hoffe, dass ich das Problem in Blauer Rauch ausgemerzt habe ;)
Kathi schrieb am 2009-08-14 21:29:14:
Die Geschichte ist wirklich gruslig. Ziemlich ekelhaft, und auch noch so gut beschrieben. Was mir aufgefallen ist, dass du die Zeit wechselst mal schreibst du in der Vergangenheit, mal in der Gegenwart. Und einmal kam eine Wiederholung vor, was allerdings nicht weiter schlimm war. (verschlossen)
Was ich auch nicht ganz verstehen konnte, ist, wie man eine Fackel denn hinter sich halten kann? Ein paar kleine Fehler, aber im großen und ganzen sehr gut geschrieben und beschrieben. Richtig abartig und schaurig, wie es sich für eine gute Horrogeschichte gehört.
lg
~BiLLY~ schrieb am 2009-08-06 00:33:03:
Die Story an sich ist ziemlich cool. Die Idee mit dem verfaulten Gesicht, den Maden in der Augenhöhle etc. find ich persönlich super, ich steh auf sowas. Du hast diesen Zombie und was er mit dem Mönch macht klasse beschrieben, sehr detailliert. Die Spannungssteigerung gefällt mir auch ziemlich gut, genau wie der eingebaute Bibelvers, schöne Idee.
Du solltest allerdings aufpassen, dass du dich bei den Beschreibungen nicht zu sehr im Detail verlierst, das verhindert den Handlungsfluss. Vor allem am Anfang ist es mir aufgefallen, wie genau du die Nacht, den See und das Kloster beschreibst. Außerdem musst du darauf achten, dass du in den Zeiten nicht hin und her springst: "Dort angelangt kniete er sich hin, legt die Fackel beiseite und beginnt zu beten." Das stört den Lesefluss ein bisschen.
Ist alles nur meine Meinung, also nicht böse sein.
Lucifer schrieb am 2009-06-27 20:52:22:
Geil. Und verdammt gut geschrieben. Respekt,
Erinnert mich ein bisschen an "Ein Zombie hing am Glockenseil". ;)
Carina schrieb am 2009-06-24 23:53:38:
Also ich muss sagen, die Wende in der Geschichte ist ja enorm. Am Anfang hätte ich zum Beispiel nie gedacht, dass das Ende so... blutig werden würde. Ich weiß selbst nicht so genau, was ich von dieser Geschichte halten soll
Kommentar hinzufügen