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Kategorien > Fantasy > Düsteres & Geheimnisvolles

Prolog zu "Schatten über Abória"

von Rollenspieler

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Prolog (Schatten über Abória)

Langsam öffnete Taro seine Augen. Als sein verschwommener Blick sich zu klären begann, erkannte er über ihm den langen Tunnel den er hinabgestürzt war und einen schwachen Lichtschein von der Oberfläche. Taro hatte keine Vorstellung, wie lange er schon bewusstlos auf dem Boden der Höhle gelegen hatte, aber da die Sonne noch schien, konnte es nicht allzu lange gewesen sein.

Als der junge Mann es nach einiger Zeit endlich geschafft hatte wieder auf die Beine zu kommen, erkannte er, dass er in einer Art Kammer gelandet war. Keine Höhle, wie er es erwartet hatte, sondern Teil eines offenbar von Menschenhand erbauten Gebäudes. Was machte ein solches Bauwerk hier unter der Erde? Taro hatte noch nie von irgendwelchen Ruinen hier in der Nähe gehört. Neugierig sah er sich in der Kammer um.

Die Wände waren aus großen Steinblöcken gemauert und an einigen Stellen von tiefen Rissen durchzogen. Fremdartige Schriftzeichen waren in den Stein gemeißelt, aber es war zu dunkel um sie genau zu erkennen. Aber das bedauerte Taro nicht allzu sehr. Nicht nur, weil er sowieso nicht lesen konnte sondern auch, weil er eigentlich nur so schnell wie möglich wieder hier raus und zurück an die Oberfläche wollte. Der Gedanke hier unten lebendig begraben zu sein, gefiel ihm ganz und gar nicht.

Die Luft in der Kammer roch abgestanden und machte jeden Atemzug unangenehm. Offenbar war seit Ewigkeiten niemand mehr hier unten gewesen. Wahrscheinlich war Taro der einzige, der überhaupt wusste, dass es diesen Raum gab. So wie es aussah waren die Erbauer schon seit vielen Jahren fort.

Der Raum hatte nur einen Ausgang und in dem Gang dahinter flimmerte ein schwacher Feuerschein. Also verließ Taro den Raum und betrat den Gang, der aus den gleichen Steinblöcken gemauert war wie die Kammer. Seine Schritte hallten ihm voraus in den Gang hinein und nachdem er die erste Kurve hinter sich gelassen hatte, entdeckte er die Quelle des Lichtscheins.
An der Wand hing in einer Fassung eine seltsame Art Fackel. Eigentlich war es gar keine richtige Fackel, sondern nur ein langer Metallstab. Die Spitze war nicht mit Tüchern oder anderem brennbaren Stoff umwickelt, sondern endete schlicht in einer metallenen Kugel, die der Mittelpunkt der Flamme zu sein schien. Nun wie auch immer diese „Fackel“ brannte, sie spendete jedenfalls Licht. Also nahm Taro sie aus ihrer Fassung und ging weiter den Gang entlang.

Auf seinem weiteren Weg verhingen ständig große Spinnennetze den Gang. Er brannte sie ohne zu zögern nieder und ging so schnell wie möglich weiter. Er wollte sich lieber gar keine Gedanken darüber machen, was für Spinnen das sein mussten die Netze dieser Größe und Festigkeit webten. Der Gang schien kein Ende nehmen zu wollen. Taro hatte gehofft, dass er ihn zurück an die Oberfläche führen würde, aber stattdessen hatte er das Gefühl immer tiefer unter die Erde zu gelangen. Hin und wieder hatte er mal links mal rechts eingestürzte Torbögen gesehen, die einst in weitere Räume oder Gänge geführt haben mussten. Aber nach allem was Taro sehen konnte war dahinter alles mit Erde und Stein gefüllt.

Nach einiger Zeit, Taro musste inzwischen viele hundert Schritte gelaufen sein, wurde der Gang breiter und auch die Decke war nicht mehr so tief. Bisher hatte er fast gebückt gehen müssen, aber jetzt konnte er ohne Probleme aufrecht gehen. Hier waren die Wände mit fremdartigen Mustern verziert. Vielleicht ebenfalls Schriftzeichen, aber Taro hatte solche Symbole noch nie gesehen. Nachdem er noch ein Stück weiter gegangen war, entdeckte er ein großes steinernes Tor, es war bestimmt zweimal so hoch wie er selbst. In den Torbogen gemeißelt wieder diese seltsamen Zeichen und auf den Türen war das Bild einer Stadt. Über ihr eine große Gestalt mit einem Stab in der Hand aus dem Blitze in die Gebäude der Stadt einschlugen. Dieses Bildnis wirkte so bedrohlich, dass Taro am liebsten umgekehrt wäre. Aber welchen Sinn hätte das gemacht. Es hatte auf dem Weg hierher keine einzige Weggabelung gegeben, wenn es einen Weg aus diesen Tunneln heraus gab, dann lag er hinter diesem Tor. Also nahm Taro all seinen Mut zusammen und stemmte sich gegen die schweren steinernen Türen. Langsam und ächzend gaben sie nach und öffneten sich gerade genug, dass er hindurchschlüpfen konnte.


Als er sich im Raum dahinter umblickte stockte ihm der Atem. Er stand in einer gewaltigen Halle, die Decke war so hoch wie zehn Männer, vielleicht höher. Die Wände um die Halle herum waren verziert mit Mustern, Bildern und Symbolen. Erleuchtet wurde der Raum durch viele einzelne Fackeln an den Wänden. Seine eigene legt er zu Boden, worauf die Flamme sofort erlosch.

Das Zentrum der Halle wurde von einem Fluss aus rotem Wasser eingefasst, welches immerzu im Kreis floss. Darüber flimmerte die Luft, wie über einem Feuer. In der Mitte des Kreises war ein hohes rechteckiges Podest, zu dem von allen 4 Seiten Treppen hinauf führten. Links und rechts am Fuß jeder Treppe standen zwei Obelisken, so hoch, dass sie fast an die Decke stießen. Eingraviert waren wiederum Symbole, die Taro aber auf die Entfernung nicht genau erkennen konnte. Er hätte sie vermutlich gar nicht bemerkt, wenn sie nicht schwach rot geleuchtet hätten.

Dieser Ort erinnerte Taro an die Erzählungen eines Abenteurers, der vor einigen Monaten auf seiner Reise in der Stadt halt gemacht hatte. Jeden Abend hatte er in der Taverne gesessen und allen von seinen Erlebnissen erzählt. Von uralten Tempeln mit unermesslichen Reichtümern darin, die geradezu darauf warteten, dass jemand sie fand. Taro hatte jeden Abend wie gebannt an der Theke gesessen und jeder einzelnen seiner fesselnden Geschichten aufmerksam gelauscht. Er selbst hatte seine Heimatstadt noch nie verlassen, daher war er immer versessen darauf Erzählungen aus fernen Ländern zu hören. Einen Haken hatten diese Geschichten allerdings gemeinsam. Wo auch immer ein Schatz lag, da gab es auch Fallen und Hindernisse um ihn zu schützen.

Aber die Verlockung war einfach zu groß. Und der Abenteurer lebte ja schließlich noch um seine Geschichten zu erzählen, also warum sollte Taro es nicht auch schaffen. Vorsichtig näherte er sich dem roten Strom. Mit jedem Schritt in Richtung Mitte wurde es wärmer. Taro begann zu schwitzen, jeder Muskel in seinem Körper angespannt. Warum machte ihn dieser seltsame Fluss so nervös? Er war nichteinmal besonders breit, Taro hätte mit einem Sprung auf die andere Seite gelangen können, aber irgendetwas sagte ihm, dass es nicht so einfach sein würde.
Schritt für Schritt näherte sich Taro der Raummitte. Als er nur noch 2 Schritte entfernt war begann die Flüssigkeit Blasen zu schlagen und zu brodeln.
Die Hitze war hier fast unerträglich. Wie heiß musste es dann direkt über dem Strom sein? Taro ging noch ein kleines Stück näher heran und streckte seinen Arm aus um die Luft über der Flüssigkeit zu fühlen. Plötzlich schoss ein gewaltiger Flammenstoß aus dem Fluss direkt nach oben. Erschrocken

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