Psycho in Berlin
von
IOMMOI
1
2
3
4
5
6
7
- Fahrt von Augsburg nach Schwetzingen: Es herrscht schlechte Stimmung. J ist nervig und aggressiv, S und K genervt. Die Fahrt nach Berlin steht auf wackeligen Füßen.
- Nach anstrengenden Gartenarbeiten beim Zwischenstopp in Schwetzingen liegen die Nerven blank und S geht nur mit, weil K sagt, sie bringe sich mit J gegenseitig um, wenn sie nur zu zweit fahren.
1. Tag:
Mit Ju ist alles klar und ausgemacht. Kurz vorm Losfahren merken J, S und K, dass sie garnix zum übernachten haben und dass es vielleicht ratsam wäre etwas zu buchen. Sie entschließen sich nach langem Hin und Her für das „GENERATOR“, eine Jugendherberge im Discostil.
Die Fahrt ist auf der Autobahn angenehm, da sie frei ist, doch J fährt, wie eine gesenkte Sau. K sitzt vorne und dirigiert. S sitzt oder schläft hinten – ihr ist schlecht und sie ist stinkig, wie ein alter Schuh. J ist immer noch aggro, was man auch an seinem Fahrstil bemerkt. K ist verwirrt und versucht sich nur auf Musik und Straße zu konzentrieren. Die Autobahn wird immer freier bis sie nach Berlin reinkommen. K hat noch etwas Orientierungsschwierigkeiten, findet sich dann aber schnell zurecht. S muss ganz dringend mitten in Berlin auf’ s Klo. K zum Glück nicht. J stellt sich einfach mal irgendwo hin. S sucht panisch nach einer Toilette oder wenigstens einem Platz zum pinkeln und wird dadurch auch aggressiv und noch schlechter drauf. Sie halten aber auch an einer Stelle an der Charité, wo man nirgendwo reinkommt. Auf jeden Fall wird S eine halbe Stunde nicht gesehen, bis sie sichtlich erleichtert wieder auftaucht und es weitergehen kann.
Mittlerweile ist es schon sehr dämmrig. 20 Minuten später sind sie am „Generator“ angelangt und sind sich noch nicht so recht schlüssig, wie das darin noch werden wird. Während den 20 Minuten hat K mit Ju ausgemacht, dass man sich trifft. Aber erst wird eingecheckt, was nach 5 Minuten geschehen ist. Ihr Zimmer hat die Grundfarben rot, blau und weiß, Ikeaplastikstahlbetten, riesige Fenster, ein winziges Bad, das irgendwie nur aus einem Teil besteht, praktisch, wie eine Duschkabine integriert mit Waschbecken und Klo. Alle sind begeistert, so muss es sein. Wer hätte überhaupt gedacht, dass es ein Bad auf dem Zimmer gibt? Es wird erstmal kurz das Zimmer unordentlich gemacht, bevor sie sich unten die Bar anschauen, die auch ganz passabel wirkt, aber noch etwas fremdartig ist, was sich schnell ändern wird. Und los geht’ s zur U-Bahnstation. Alle drei stehen erstmal, wie blöd, da. Keine Ahnung von nichts. Wohin, wie rum? Die Metro in Paris ist da doch übersichtlicher. Nach ein paar Minuten Diskussion und „ich weiß es besser“ und „Alte/r du bisch ja soo bleed“, haben sie begriffen, das U-Bahnnetz geht durch ganz Berlin im Kreis. Kurzer Informationsaustausch mit Ju, dann steigen sie in die U-Bahn ein und fahren, aber nur bis zur Hälfte der Strecke. Wohin jetzt? Kurzer Infoaustausch mit Ju. Sollen sie laufen oder fahren? Ein paar Strecken sind gesperrt, laufen ist zu weit. Doch nach ein paar Kippen geht es weiter. Arschkalt ist es. Endlich treffen sie auf Ju. Begrüßung! Hunger! Die vier gehen ins White Trash. Das White Trash ist ein Rockschuppen. Von außen sieht er aus, wie ein altes Kino. Es gibt zwei Eingänge, sie gehen in den rein, aus dem die Musik herkommt, eine Treppe runter in den Keller. Irgendwie gibt’ s Probleme und man versteht sein eigenes Wort nicht mehr, weil die Musik soo laut ist. Hunger! Essen! Ju diskutiert mit dem Mann an der Kasse. Irgendetwas klappt nicht. Egaal! HUNGER! O.K. dann gehen sie halt in den zweiten Eingang. Also wieder nach oben. Da sieht’s aus wie eine stinknormale Kneipe, vollgestopft mit Leuten. Es geht dauernd ein paar Treppen hoch und wieder runter, um die Ecke in den Gang an der Bar vorbei, zweiter Stock, alles zu voll, wieder runter. Der Laden ist nicht besonders groß, aber durch das, dass er so verwinkelt ist, weiß bald keiner mehr, wo man ist. Im hintersten Eck ist noch ein Platz frei. Sie sitzen! Hunger! Bedienung? Hier sind definitiv zu viele Leute. Die Musik vom Konzert im Keller ist so laut, dass man sich auch hier nur schreiend unterhalten kann.
Bedienung? Ah! Bestellung. Aber sie versteht kein Wort. Only English. O.K., das Englisch wird ausgepackt und Bier kommt sofort. S, J und K sind noch etwas verstrahlt von der Autofahrt und den neuen Eindrücken, die Berlin so langsam von sich zeigt. Aber Ju stört das nicht. Sie schreit munter drauf los und hält ihnen einen Monolog, wie schön es hier doch sei und wie gut die Entscheidung, hier zu wohnen und zu studieren. Mittlerweile kommt das Essen. Ein paar fettische Burger. Genau das richtige. Und das nächste Bier. Die Bedienung stellt noch ein paar Tortillachips auf den Tisch. J isst weiter. Der Burger war wohl doch noch nicht genug. Ju ist immer noch bei ihrem Monolog, der recht interessant wird, weil sie gerade erzählt, wie sie umgezogen ist. Allein in einem Riesenvan, keine Ahnung, wo’s überhaupt lang geht. Das nächste Bier. Und beim zweiten Mal hinfahren, mit ihrem alten Käfer, ist sie dann kurz vor Berlin stehen geblieben. BlaBlaBla…… Und noch n Bier.
J schaut so komisch, fummelt mit seiner Zunge in seinem Mund rum und verschwindet plötzlich auf’ s Klo.
S versucht auch mal, was zu schreien, schafft es auch, oder? Ja doch.
K nuckelt am Bier, schreit auch kurze Brocken in die Runde.
J kommt wieder: „He Fuck! Mir fehlt ein Backenzahn!“
HÄÄ?!
Er hat sich wohl mit Chips ein Zahn ausgebissen. Kurze Diskussion und Unverständnis.
Dann ist aber auch schon spät und man beschließt wieder aufzubrechen. Sie bemerken, dass die Band unter ihnen aufgehört hat zu spielen, denn man kann sich wieder normal unterhalten. Trotzdem gehen sie. Vor der Tür tragen die Rowdies das ganze Equipment der Band in riesige Busse. K stolpert fast über eine große Lache Kotze. Ein Taxi muss her! Jetzt noch U-Bahn fahren? Nee, looß.
Verabschiedung Ju. Weiterfahrt ins „Generator“. Mein Gott, jetzt kann man ja auch noch schauen, was die Bar so hergibt. Nichtmehr so viel los, aber n’ Bierchen geht scho noch. Hm, immer noch etwas fremdartig. Sieht so aus, als ob die auch zu machen wollen. S, J u K sind auch total fertig. Alles klar, mit Musikbegleitung auf den Gängen geht’s ins Zimmer und ins kuschelige Bett.
2.Tag:
K ist als erste wach. Frühstück (Gedankenblase). Wann und wie lange gibt’s eigentlich Frühstück? Sie kruschtelt von ihrem Bett aus in irgendwelchen Papieren, die sie beim Einchecken bekommen haben. Vielleicht steht da ja was drauf?! Ah, J bewegt sich. Frage? Keine Antwort. Scheißegal, K dreht sich auch wieder um und döst noch mal ein. Doch nach und nach wachen alle auf. 3mal Zähneputzen plus Duschen und dann runter in die umgebaute Bar, die jetzt ein Frühstücksraum ist, frühstücken. Ob’s jetzt noch was gibt? Ja. Aber es sind alle noch zu verschlafen, um sich zurecht zu finden. Wo sind denn die Semmeln, die Wurst, der Kaffee? Alles sehr durcheinander und viel zu viele Leute, so früh am Morgen. Endlich alles gefunden, am Tisch und
1
2
3
4
5
6
7
Kommentare
jan schrieb am 2008-10-11 11:00:26:
Finde deine Geschichte sehr schön! Weiter so
Kommentar hinzufügen