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Kategorien > Kinder Geschichten > Abenteuer

Pünktchens Abenteuer

von sunshine

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der kleine Kerl nicht daran, dass er in diesem Augenblick die Grenzen von Wiesenhausen überflog. Das hatten ihm seine Eltern streng verboten. Denn hinter dem Wald lag die Stadt.

Pünktchen flog und flog. Da der Wald. Geschafft! Im Dickicht der Moose und Farne suchte er Schutz. Vergeblich, Herr Schwalbe war ihm immer noch dicht auf den Fersen. Der kleine Marienkäferjunge düste durch den Wald. Er hatte mittlerweile komplett die Orientierung verloren.
Da ein Lichtblick – die Stadt! Pünktchen wurde es Angst und Bange. Doch was sollte er tun? Er hatte keine andere Chance. Schnell folg er über die Stadtmauer hinein ins Getümmel. Er sauste durch die Straßen, vorbei an Wolkenkratzern, unter Brücken hindurch und landete schließlich auf einer Autoscheibe.
Völlig fertig und kaum noch lebensfähig blickte der kleine Kerl sich um. Von seinem Verfolger war weit und breit nichts mehr zu sehen. Gott sei Dank! Pünktchen ließ sich auf dem rutschigen Untergrund nieder und holte erst einmal tief Luft. Wo bin ich hier eigentlich und wie komme ich zurück nach Wiesenhausen? Dem kleinen Burschen wurde ganz schlecht bei dem Gedanken daran, er würde seine Eltern, seine geliebte Oma und seine Freunde niemals mehr wieder sehen.
Dicke Tränen kullerten über sein Gesicht. „Was mach ich jetzt nur?“, murmelte Pünktchen leise vor sich hin.

Plötzlich begann der glatte Untergrund, auf dem er saß, zu zittern. Nanu, was war denn das? Doch ehe der kleine Marienkäferjunge einen klaren Gedanken fassen konnte, blies ihm ein frischer Wind um die Nase. Ach herrje, was war denn nun los? Ängstlich blickte sich Pünktchen um. Das gelbe Ding unter ihm setzte sich in Bewegung und fuhr die Straße entlang. Die Häuser links und rechts zogen an ihm vorbei und Pünktchen krallte sich so gut er konnte am Scheibenwischer fest. Prima, dachte er, ich bewege mich fort ohne zu fliegen! Pünktchen fand Gefallen daran und stemmte sich dem Fahrtwind entgegen. Wie auf der Titanic, dachte er und breitete seine kleinen Flügel aus. Das gelbe Ding bog in eine Seitengasse ein und Pünktchen konnte in der Ferne die Stadtmauer erkennen. Vielleicht bringt mich das Ding ja nach Hause? Voller Freude kletterte er an der rutschigen Scheibe hinauf und wagte einen Blick ins Innere. Huch, was war denn das? Ein kleines Mädchen lächelte ihm entgegen. „Marinchenkäfer! Marinchenkäfer! Er bringt Glück!“, rief die Stimme aus dem Inneren des gelben Dinges.
„Ich bringe Glück?“, wunderte sich Pünktchen. Was sich die Menschenkinder so alles einbilden…

Nach einer längeren Fahrt stieg dem kleinen Marienkäfer plötzlich ein vertrauter Geruch in die Nase. Es roch nach, nach Wiesenhausen! „Juhu!“, rief Pünktchen. Er stand auf und dann konnte er sie sehen, die große, bunte Blumenwiese. Pünktchen drehte sich noch einmal zu dem kleinen Mädchen um, nahm Schwung und hopste von dem großen, gelben Ding.
Nun aber schnell nach Hause! Oma Hilde macht sich bestimmt schon Sorgen.

Schnell flog Pünktchen zurück in die Kornblumengasse 7. Seine Großmutter stand schon am Gartentor und blickte mit böser Miene auf ihre Taschenuhr.
„Entschuldigung Oma Hilde, dass ich zu spät komme, aber ich habe mich etwas verquatscht!“, sprudelte es aus ihm heraus.
„So, so!“, sagte seine Großmutter, dann schnell Hände waschen, dass Essen wird sonst kalt.
Die köstliche Brennesselsuppe schlürfte Pünktchen hinunter, als hätte er tagelang nichts mehr gegessen.
„Fliegen Oma, macht ja so hungrig!“, schmatzte er.
„Jetzt bin ich müde und ein kleines Nickerchen wird mir bestimmt gut tun!“

Oma Hilde staunte nicht schlecht. Pünktchen und Mittagsschlaf? Indessen hatte sich der kleine Marienkäferjunge schon in seine Decke gerollt und träumte sich noch einmal zurück - zurück in die große, fremde Stadt!

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