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Kategorien > Krimi > Rätselhaftes

Randy Baker -Die Bücher des Todes

von Tim Dorittke

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1.KAPITEL
Sein Hilferuf

Es war ein strahlender Samstag. Es war Mitte Mai, der Sommer fast in vollem Gange. Mein Vater hatte die Beine hochgelegt und summte vergnügt vor sich hin.
„Hi, Dad“, rief ich, „Holmes hat tatsächlich mal gesagt:
>Ich vollbringe keine Wunder, ich denke nach!<“
„Ich weiß.“, grinste mein Vater. „Das steht in jedem Sherlock-Holmes-Buch. Du bist inzwischen noch wissensdurstiger als ich, Randy. Seit dem Fall mit Collins hast du dich echt verändert. Du verkaufst deine Comics, damit du dir die gesamten Werke von Holmes und Agatha Christie leisten kannst; dein Schülerprojekt dreht sich auch um Kriminologie; der Buchvorstellungstag, indem sich Holmes auch wieder eingemischt hat. –Randy, du machst mir Angst.“
„Da hast du wohl Recht. -Ja war klar, der Schwager hat diese Papiere gestohlen!“
„Du liest schon wieder schon wieder Sherlock Holmes >>Sein erster Fall<<?“
„Ja, der ist echt klasse.“
„Du kannst dich nicht verstellen, du willst wieder einen Fall lösen, oder? Dich hat’s gepackt!“
„Ja, das stimmt. Aber das geht nicht. Deine ganzen Auftraggeber kommen immer, wenn ich in der Schule bin, ein Kind fragt sowieso keiner, ob es nicht einen Fall lösen will und zufällig stolpere ich bestimmt nicht über einen.“
„Na ja, vielleicht kannst du mir ja heute helfen. Wenn noch jemand kommt. Ist ja schon halb elf.“
„Heute? Seit wann hat die Detektei denn am Wochenende auf? Ich dachte der Fall mit Collins vor zwei Wochen würde dich dazu bringen, dass du dich erstmal ausspannst.“
„Tja, ich will diese Woche richtig was verdienen, dann kann ich mir auch mal zwei Wochen Urlaub nehmen.“
„Aber mit zwei zusätzlichen Tagen, damit machst du zwei Wochen doch nicht gut.“
„Ich habe aber einen Bonus von dem Firmenboss gekriegt, weil ich den Fall noch vorm Abend aufgeklärt habe. Und ich habe noch einhundertfünfzig Pfund so bekommen, für rein gar nichts.“
„Was? Wie bitte meinst du das?“
„Erinnerst du dich noch an Frau Jano?“
„Die, die auch beim Fall Collins dabei war? Die so komisch war?“
„Ja, genau die! Sie ist nie wieder aufgetaucht. Obwohl ich doch jemanden für sie beschatten sollte. Dieser jemand hat übrigens gar nicht existiert, den hat sie sich ausgedacht. Und trotzdem habe ich drei Tage später auf meinem Konto einhundertfünfzig Pfund gefunden. Das ist genau der Betrag, den wir abgemacht hatten.“
„Komische Frau.“
Plötzlich klopfte es an der Tür.
„Ja!“
Ein Mann trat ein. Er hatte ungefähr Dads Größe und war aschgrau. Er stammelte: „Bitte, Sie müssen mir unbedingt helfen. Mein ganzes Leben steht auf dem Spiel.“
„Bitte setzen Sie sich. Und dann erzählen Sie mir bitte, was genau passiert ist.“
Mein Vater nahm hinter seinem Schreibtisch Platz und unser Gast direkt vor ihm.
„A-Also, mein N-Name ist Steven Marron. Ich bin zweiundvierzig und völlig am Ende. Ich fange am besten Mal ganz von vorne an.
Also, nach langem hin und her, sind meine Frau und ich zu dem Entschluss gekommen, dass wir uns nur noch streiten und wir uns deshalb scheiden lassen wollen. Nun ist die Sache so, dass... meine Frau heute Morgen tot aufgefunden wurde.“
Dad setzte sich aufrecht hin.
„Seit wir uns scheiden lassen wollen, schlafen wir nicht mehr in einem Zimmer. Ich schlafe in unserem Schlafzimmer und meine Frau nun immer im Wohnzimmer. Jedenfalls schließt meine Frau die Tür zum Wohnzimmer immer ab, wenn sie schlafen geht, denkt wohl, dass ich sie stören könnte. Sie ist sowie so ziemlich eingebildet... Und heute Morgen, hat ein Nachbar durch ein Fenster meine Frau mit einem Messer im Rücken gesehen. Daraufhin alarmierte er die Polizei. Und die will mich jetzt wegen Mordes festnehmen. Bitte, Mr. Baker, Sie müssen mir helfen!“
„Noch einmal von vorne! Warum denkt die Polizei, dass Sie der Mörder ihrer Frau sind?“
„Nun, zunächst das Motiv: Wenn meine Frau noch vor unserer Scheidung stirbt, dann würde ich alles erben. Sie müssen wissen, dass meine Frau sehr wohlhabend war, denn ihre Eltern sind vor zehn Jahren verstorben, da hat sie alles geerbt. Und ich habe so gut wie nichts!“
„Verstehe. Die Polizei meint, das wäre ein klares Motiv. Was es auch ist, aber wie können die Sie denn so einfach verantwortlich machen? Woher wissen die, dass Sie denn der Täter sind.“
„Weil meine Frau und ich jeweils einen Schlüssel zu dem Zimmer haben. Der Schlüssel meiner Frau wurde in ihrer Hosentasche gefunden.“
Moment! In ihrer Tasche?
„Und wenn ich der Täter nicht bin, wäre das...“
„...Mord in einem verriegelten Raum.“, sagte mein Vater.
„Ja, laut der Polizei bin ich der einzige, dem diese Tat möglich wäre. Und Sie sind meine letzte Rettung, Mr. Baker. Bitte helfen Sie mir“
„Hm, für gewöhnlich bin ich kein Rechtsanwalt, aber ich werde mir den Tatort einmal angucken. Ich denke nicht, dass Sie der Täter sind, denn sonst wären Sie wohl nicht noch extra hier hergekommen.“
Und so begann eine kurze Autofahrt. Wir fuhren aus der Wallstreet 254 f heraus und durchquerten ein paar andere Straßen.
„Warum kommt Ihr Sohn eigentlich mit, Mr. Baker?“, fragte Mr. Marron nach einer Weile. „Denken Sie, dass ein Tatort nicht...“
Dad lachte. „Oh nein, ich denke, dass Randy mir in diesem Fall gut weiterhelfen kann. Er hat letztens einen Fall ganz alleine gelöst.“
„Ach ja, stimmt! Ich habe davon in der Zeitung gelesen. Hätte nicht gedacht, dass ein Teenager einen Fall so schnell löst.“
Mr. Marron bog um die Ecke und blieb dann vor einem Haus stehen. Es war ein sehr großes Haus; es hatte vier Stockwerke, einen sehr großen Vorgarten, der mit allerlei versehen war und ein paar der Fensterläden waren sogar mit einem vergoldeten Rand versehen.
„Also, hier wohnen Sie?“, fragte mein Vater.
„Ja, im Moment noch, solang mich die Polizei nicht mitnimmt.“
„Dazu wird es nicht kommen. Mr. Marron, können Sie uns bitte einmal zeigen, wo Ihr Schlafzimmer und das Wohnzimmer, indem die Verstorbene geschlafen hat ist?“
„Kein Problem! Können Sie das Zimmer im zweiten Stock sehen, das noch einen kleinen Balkon vorne angebaut hat? Da schlafe ich. Um das Wohnzimmer zu sehen müssten Sie“, er deutete nach links, „im Garten meines Nachbars stehen, der sie entdeckt hat.“
„Also geht die Polizei davon aus, dass Sie Ihre Frau ermordet haben. Danach haben Sie das Zimmer verlassen und abgeschlossen, natürlich mit Ihrem eigenen Schlüssel. Stimmt das?“
„Ja, genau so denkt die Polizei.“
Ich räusperte mich: „Mr. Marron, wann geht Ihre Frau für gewöhnlich schlafen?“
„Ungefähr immer so um halb elf.“
„Und wann war der Todeszeitpunkt?“
„Der war eine Dreiviertelstunde später, viertel nach elf!“
„Danke!“
Gut, damit hätten wir zwei sehr verdächtige Punkte. Aber die reichen wohl noch nicht um Mr. Marron zu entlasten.
„Ich bin dafür, dass wir uns mal das Haus ansehen!“
„Ja, Mr. Baker.“
Wir gingen eine mit hübschen, weißen Steinen gesäumten Weg entlang, Mr. Marron schloss die Tür auf und wir betraten das Haus.


2.KAPITEL
Ein abgeschlossener Fall?

Wir betraten das Haus. Lautes Stimmengewirr drang aus einem Zimmer. Wir gingen den

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Kommentare

Tim D. schrieb am 2006-07-30 22:27:07:
Danke fürs lesen, kannst ja mal teil 1 lesen
Shojo schrieb am 2006-07-30 15:23:22:
Anfangs etwas harzig, aber doch amüsant, und wie die meisten dedektivgeschichten wirkt der Junge eingebildet...

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