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Kategorien > Krimi > Rätselhaftes

Randy Baker - Mein 1. Fall

von Tim Dorittke

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1.KAPITEL
Der König der Detektive

„Jetzt im Ernst?“
„Ja, glaub mir doch!“, entgegnete ich entnervt.
„Das ist unglaublich!“
Es war ein gewöhnlicher Freitagmorgen. Die Sonne blitzte vom Himmel, die Straßen waren wie immer brechend voll und das laute Geschnatter der Passanten wurde nur vom dröhnenden Hupen der Autos übertönt. Die Ampel an der großen Kreuzung war für mich und meinen Freund Dean auf rot geschalten. Mein Name war Randy Baker und ich war sechzehn Jahre alt. Ich hatte braunes, schulterlanges Haar und die Hände im Nacken gekreuzt.
Dean war ein bisschen größer und sein schwarzes Haar war sehr kurz. Dean starrte mich mit offenem Mund an.
„Das ist jetzt schon der dritte Fall, den dein Vater in dieser Woche aufgedeckt hat!“, sagte er.
„Der vierte.“, grinste ich.
Dean starrte mich weiterhin an und sah aus, als hätte er gerade bemerkt, dass die Erde rund ist. Mir ging das langsam auf die nerven; ich rollte die Augen zu Dean hinüber und sagte gelassen:
„Was bitte ist denn schon dabei?“
„Mein Gott, Randy!“, reif Dean jetzt. „Dein Vater hat drei – vier Fälle in dieser Woche gelöst. Er ist Englands Berühmtheit. Er hat jeden Fall gelöst, den er angepackt hat, man nennt ihn nur noch >Den zweiten Sherlock< und du fragst, was dabei ist?“
„Ja“, sagte ich und nahm die Hände hinterm Kopf hervor. „Ich sage ja nicht, dass es nicht toll ist, was er macht aber ich interessiere mich nicht für Kriminologie!“
„Aber findest du es nicht toll, dass du einen Vater hast, der fast schon ein Wahrzeichen Englands ist? Letzte Woche zum Beispiel: da hat er doch diesen Bankraub aufgedeckt.“
„Kann schon sein... jedenfalls beansprucht seine Arbeit immer so viel Zeit, dass er kaum Freiraum hat.“
Dean sah mich jetzt traurig an.
„Tut“, sagte er, „tut mir Leid. Ich hatte vergessen, dass deine Mutter...“
Ich nickte stumm und sah auf die Ampel. Nach einer Weile sagte ich:
„Ich mache mir nur Sorgen um ihn. Mum war Polizistin und wurde getötet, weil sie den Bruder irgendeines Verrückten hinter Gitter gebracht hatte. Wenn Dad aus dieser ganzen Nummer heil rauskommen würde, wäre das ein Wunder.“
Die Straßenampel wechselte von rot nach grün und den Rest des Schulwegs verloren wir kein Wort mehr darüber.

In seiner Detektei im dritten Stock saß Adam Baker weit vornüber gebeugt und kritzelte einen Bericht. Das die städtische Polizei ihn schon andauernd anrief, wenn sie mit irgendeinem Fall nicht weiterkam, das war ja schon ein wenig nervig, aber dass sie ihn jetzt noch baten, die Berichte über diesen Bankraub zu schreiben...
Fast ein Jahr war er jetzt schon Detektiv. Was er nicht schon alles aufgedeckt hatte... einmal hatte er einen Bankräuber gestellt, der sich bei der Polizei eingeschlichen hatte; ein andermal war es ihm gelungen einen Serienmörder anhand seiner Zigarre zu überführen. Er setzte seinen Füller zum -wie er hoffte- letzten Mal aufs Blatt und unterzeichnete den Bericht. Geschafft aber glücklich lehnte er sich in seinem Schreibtischstuhl zurück und genoss die Aussicht, dass er nun ein ganzes Wochenende frei hatte. Na ja, es sei denn, es würde noch ein Mandant kommen. Adam sah auf seine Armbanduhr. Es war genau eine Minute vor viertel vor eins. In einer Minute würde die Detektei schließen und dann hatte er endlich Wochenende, außer es würde jetzt noch jemand kommen, der einen Fall für ihn hatte, denn diesen müsste er dann leider noch bearbeiten. Noch zwanzig Sekunden... noch zehn Sekunden... und dann kamen Schritte das Treppenhaus empor. Er stöhnte, lief zu Tür und rief:
„Wir haben geschlossen!“
Doch die Schritte hielten nicht inne, im Gegenteil; sie wurden immer schneller.
„Wir haben...“, fing Adam von neuem an, doch dann kam ich geradewegs an ihm vorbeigeschlendert. Ich grinste und sagte gelassen:
„... geschlossen, ja, aber erst in fünf Sekunden.“
Adam atmete erleichtert aus. Ich pfefferte meine Schultasche in eine Ecke und sah meinen Vater mit gespielter Überraschung an.
„Also wirklich, Dad!“, sagte ich vorwurfsvoll. „Was sind denn schon Zeit und Raum? Einen Fall würdest du dir doch nie entgehen lassen, oder?“
Mein Vater gluckste und schloss die Tür. Dann fragte er:
„>Zeit und Raum<? Woher hast du das denn?“
„Ach nehmen wir gerade in der Schule durch.“
Dad sah erneut auf seine Uhr und sagte zufrieden:
„So, jetzt ist Wochenende! Und ich habe keinen Fall mehr übrig, der mir die Laune verderben könnte!“
„Oder mir!“, grummelte ich.
„Dir?“, fragte Dad. „Warum solltest du Stress haben, wenn ich noch einen Fall aufgebrummt kriege?“
„Weil“, erklärte ich, „ich immer wenn du einen Fall löst in der Schule ausgefragt werde, ungefähr so: >Wow, dein Dad war ja wieder richtig cool am Samstag<, oder >Stimmt es, dass er vor hat als Spion zu arbeiten?<“
„Und was ist daran so nervig? Ist doch toll, wenn sich alle um dich scharen und dich dann ausfragen um Neuigkeiten zu kriegen.“ „Aber sie scharen sich nicht um mich, sondern um dich. Das alles würde mir viel leichter fallen, wenn du ein Magazin oder eine Zeitschrift oder eine Internetseite eröffnen würdest, wo du dann die Fragen der Fans beantwortest und die neusten deiner Fälle reinschreibst ... andererseits, würden mich dann wohl alle in der Klasse darum bitten, ihnen ein kostenloses Abbo zu besorgen.“
„Tja, im Internet hab ich schon mein eigenes Forum, da könnte ein Magazin wirklich eine gute Idee sein. Am besten gibt es dann immer so einen kleinen Detektivcomic über zwei, drei Seiten, den meine Fans dann gebannt verfolgen
können, wobei sie natürlich nicht mit meinem Messerscharfen Verstand mithalten könnten...“
Na ja, wenigstens leidet er nicht an mangelndem Selbstvertrauen...
Der Rest des Nachmittages verging recht träge. Ich versuchte mich eine Weile an den Mathehausaufgaben, jedenfalls zehn Minuten, solange bis mir klar wurde, dass ich keine Ahnung hatte, was >X in der Addition von zwei Dezimalen unter dem Einfluss von drei Summanden mit jeweils einer anderen Ziffer< zu bedeuten hatte.
Als ich mein Heft zuschlug und mein Buch in die Tasche räumte, kam Dad ins Zimmer mit einer Tasse Pfefferminztee in der einen Hand.
„Hausaufgaben fertig?“, fragte er, setzte sich aufs Sofa und nahm einen Schlug Tee. „Nein!“, sagte ich. „Ich versteh’ den ganzen Kram sowieso nicht, also mach’ ich mir erst gar nicht die Mühe ...“
„Randy, dieser Kram ist fürs Leben sehr wichtig!“, sagte er vorwurfsvoll und begann die erste Seite seines neuen Sherlock Holmes Buchs zu lesen. Nach einer Weile - offenbar war er mit der ersten Seite fertig - meinte er: „Wenn du jetzt anfängst ein bisschen für deine Bildung zu tun, könntest du in ein paar Jahren dort sein, wo ich jetzt bin...“
Wo? Auf dem Familiensofa von Tante Frieda mit ’ner Tasse Pfefferminztee in der Hand?
Ich wollte Dad gerade fragen, ob er als Teenager je gelernt hatte, was dieser X-Summanden-Krempel sollte, als Dad auf einmal anfing zu Husten.
Ganz toll; mir weismachen, ich soll mich richtig reinhängen, aber er verschluckt sich an ’ner Tasse Tee.
Allerdings hörte

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Kommentare

Tim D. schrieb am 2006-07-11 19:10:55:
Jo, schon apssiert, bitte lest ihn! Und viel Spaß
Tim D. schrieb am 2006-07-10 20:15:42:
Also, ich habe gestern einen zweiten Fall abgeschickt, er wird wohl bald veröffentlicht
Tim D. schrieb am 2006-07-08 16:50:33:
Ich schaue mal vielleicht rein, danke! Bin gerade aus'm Urbald zurück, muss jetzt also fleißig schreiben.:)
christoph schlüter schrieb am 2006-07-01 16:42:45:
Freut mich, das ich dir ein paar Anregungen geben konnte. Ich erwarte gespannt die Fortsetzung.
Was ich übrigens noch vergesen habe: Kennst du von Anthony Horowitz die Alex Rider - Reihe bei Ravensburger?
Sehr zu empfehlen. Könnte dein Ding sein. Der erste Fall heißt "Stormbreaker". Kostet 6.95 Euro.
Lohnt sich!
Kamill schrieb am 2006-07-01 12:04:15:
Tja, ich denke christoph schlüter hat alles gesagt was zu sagen war ^^ Ich fands jedenfalls auch super und würd mich über eine Fortsetzung sehr freuen =) mfg kamill
Tim D. schrieb am 2006-06-30 10:25:01:
Danke, dass du dir die Mühe gemacht hast, meine Geschichte durchzulesen. :)
Du hast echt, ein bisschen mehr hIntergrundwissen wäre bestimmt interessant. Was die Sache mit der Fortsetzung angeht, so habe ich schon viele Ideen für weitere Fälle. Unteranderem werde ich auch noch einmal das Rätselhafte Verhalten von K. Jano aufdecken lassen und es wird auch einen Killer geben, der immmer wieder auftaucht.

Gruß Tim.
Christoph Schlüter schrieb am 2006-06-30 00:42:04:
Ich bin echt begeistert. Zum einen, dass es noch Zwölfjährige gibt, die sich im Computerzeitalter noch lesen,
und wenn diese dann auch noch offensichtliches Talent besitzen, erfreut mich das um so mehr.
Natürlich ist deine Geschichte, bzw. dein Stil noch nicht ausgereift und vollkommen - aber hallo: Für jemanden deines Alters machst du deine Sache verdammt gut! Du stehst schließlich noch am Anfang und bist noch am ausprobieren.
Sherlock Holmes ist sicher ein gutes Vorbild und ich habe alles von ihm mit Begeisterung gelesen. Doch ich würde dir empfehlen, dich etwas mehr von ihm zu lösen.
Wenn du erlaubst, möchte ich dir ein paar Vorschläge bzw. Anregungen geben für künftige Geschichten ( musst du natürlich nicht umsetzen, aber vielleicht hilft es dir ja weiter ):
Wenn es dir leichter fällt eine Geschichte in der "Ich" -Form zu schreiben, mach das, aber manchmal fällt es leichter Figuren zu beschreiben, wenn man etwas mehr Abstand hat, wenn du verstehst, was ich meine ( also "Er" - Form ).
Und versuche eine Figur immer so realistisch/glaubwürdig wie möglich zu schildern. Geb deinen Figuren ein Leben. Damit meine ich: wenn dein Held sechszehn Jahre alt, beschreibe seinen Alltag. Zwischen den Fallaufklärungen erlebt er ja auch was in der Schule, oder mit seinen Freunden oder eben seiner Familie. Beschreibe seine Hobbies, seine Interessen. Oder bestimmte Vorlieben. Gib ihm einen "Tick." Sherloch Holmes spielt zum Beispiel immer seine Geige, wenn er über einen fall nachdenkt, Monk ( falls du den kennst ) hat einen Sauberkeitsfimmel, verstehst du?
Vielleicht hat dein Held ja ein fotografisches Gedächnis, oder ist ein Filmfan und zitiert immer Szenen aus bestimmten Filmen. Vielleicht hat er ja auch eine besondere Gabe: vielleicht kann er Dinge oder morde voraussehen oder in dem Moment wahrnehmen, wenn sie passieren. Vielleicht ist er aber auch ein schlechter Schüler, der aufgrund seines Verhaltens ( Ärger mit Lehrern und Mitschülern, oft in Schlägereien verwickelt ) immer ins Rektorzimmer gerufen wird, aber eigentlich hochintelligent ist. Ich weiss , das ist viel verlangt und sicher nicht einfach, aber denk einfach mal drüber nach. Auf jeden Fall aber würde ich mich sehr über die Fortsetzung deiner Story freuen.
Gruß, Chris.
Also, wichtig ist, das deine Hauptfigur schillernd ist.
Lass ihn wirken wie einen echten Jugendlichen. Wer könnte das besser als du? Lass ihn auch so reden.

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