Ratekrimi - Die Familienjuwelen
von
Lotus Blüte
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Ratekrimi - Die Familienjuwelen
Diese Geschichte habe ich nicht selber geschrieben. Ich finde sie aber toll!
Und ich habe echt lange gebraucht bis ich die Lösung hatte!
Vielleicht findet ihr den Dieb schneller als ich, wer weiss. =)
Nun, ja beginn einfach mal an zu lesen und ich wiederhole:
ICH HABE DIE GESCHICHTE NICHT GESCHRIEBEN. [Nur zur Info].
In den Räumen des „Crime and Mistery Club“ in Londons Innenstadt war nicht viel los. Man blätterte lustlos in Zeitungen, bestellte sich noch einen Whisky und saugte an Zigarren. Etliche Mitglieder waren schon gegangen, andere machten sich zum Aufbruch bereit.
Da erschien Inspektor Brush. Sofort kam die Stimmung auf. Nach respektvoller Begrüssung nahmen die noch verbliebenen Clubmitglieder seinem Tisch Platz und warteten. Brush, von seinen Freunden auch „Comb“ genannt, war immer für eine spannende Story gut.
Wie immer liess er sich auch diesmal Zeit. Bedächtig zündete er seine Pfeife an, blies gefühlvoll einige Rauchringe, lehnte sich zurück, blickte lächelnd in die ungeduldige harrende Runde und begann: „Gentlemen, sicher erwarten Sie von mir wieder eine Erzählung, in der Sie den Täter auf dem Tablett serviert bekommen und meinen Scharfsinn bewundern können. Ich muss Sie enttäuschen. Diesmal müssen Sie schon ihre eigenen Gehirnwindung in Gang setzten und selbst den Täter finden.“ Erwartungsvolles Murmeln in der Runde.
„Es wird darauf ankommen“, fuhr er fort, „genau anzuhören und jedem Detail Aufmerksamkeit zu schenken. Well. Es war wieder kurz vor Dienstschluss und nicht lange nach einem nächtlichen, heftigen Gewitter, als ich zu Lord Benstons Villa gerufen wurde. ’Die Familienjuwelen’, hatte er mir aufgeregt keuchend am Telefon erklärt, ’sind verschwunden. Gestohlen. Entsetzlich! Shocking!’ Das grosse schmiedeiserne Gartentor war offen, und ich fuhr über den Kiesweg bis zu den Treppen, die zur hellerleuchteten Eingangshalle führen. Es nieselte noch leicht, deshalb begleitete mich der Butler mit einem Regenschirm über die Treppe ins Haus. Lord Benston war schon im Schlafrock und kam – hochrot im Gesicht und heftig gestikulierend – auf mich zu. ’Gut, dass Sie da sind, Inspektor’, schnaubte er. ’Also, ich sage Ihnen, shocking, einfach shocking…’
Seines Redeschwalls kurzer Sinn: Die Familienjuwelen, Wert etwa 35 000 Pfund, wurden mitsamt den schwarzen Köfferchen aus dem Tresor im Arbeitszimmer gestohlen. Tatzeit ungefähr 22 Uhr. Er brabbelte weiter, während ich den Tatort besichtigte. Das Fenster des Arbeitszimmers lag an der Rückseite der Villa. Ein Flügel stand offen, und eine Scheibe war zertrümmert. Die Scherben lagen im Blumenbeet vor dem Fenster. Der Teppich im Zimmer war noch nass vom Regen. ’Haben Sie alles unverändert gelassen?’, unterbrach ich seinen Redefluss.’ – ’Of course, alles so wie es war, als wir den Einbruch entdeckten.’ Die schwere Tresortür war ohne Gewaltanwendung geöffnet worden. ’Hier lag er, der Koffer mit dem Schmuck’, flüsterte Seine Lordschaft und wies auf das oberste Fach. ’Zum Glück ist es versichert.’ – ’Wer war an diesem Abend zu Hause?’, fragte ich. ’Ich, der Butler und das Stubenmädchen, Miss Tremble.’
Ich nahm mir das Stubenmädchen vor. Sie sass verschreckt am Tisch in der Küche und war nervös. ’Erzählen Sie mal, Miss Tremble’, forderte ich sie auf. Sie begann zögernd: ’Wissen Sie, Herr Inspektor, ich habe schreckliche Angst vor Gewittern. Es war so um die 10 Uhr, als es am ärgsten tobte. Ich wollte gerade Seiner Lordschaft ein Gläschen Sherry ins Arbeitszimmer bringen. Wie immer um diese Zeit.’ Die arme Miss Tremble schluckte ein paar Mal aufgeregt und wischte sich die Hände an der Schürze ab. ’Ich zitterte so, dass ich das Tablett kaum halten konnte. Da hörte ich Geklirre aus dem Arbeitszimmer. Im Schreck verschüttete ich glatt den Sherry. Ich dachte mit, wahrscheinlich hat der Sturm ein Fenster zerbrochen.’
Pause. Ich half weiter: ’Sie liefen natürlich gleich hinüber, um nachzusehen?’ – ’Nein, nicht gleich’, gestand sie. ’Erst nach einigen Minuten. Und da sah ich die Bescherung. Oh Gott! Ich lief gleich zu Mr. Banter, das ist unser Butler, und erzählte ihm alles.’ Der Butler, der das Gespräch mit angehört hatte, war sie Ruhe selbst. ’Ja’, meinte er mit tiefer Bassstimme, ’sie kam atemlos zu mir gerannt und brachte lange kein Wort heraus. Ich selbst zog mir eben die Galoschen und den Regenmantel aus, denn ich war drüben bei der Garage, das Auto unter Dach zu bringen.’ – ’Sie liefen am eingeschlagenen Fenster vorbei?’, fragte ich ihn. ’Schon’, sagte er gedehnt, ’aber es war zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Scherben. Wenn ich mir noch die Bemerkung erlauben darf, es schien sich eine Person in diesem Raum aufgehalten zu haben. Ich sah einen Schatten am Fenster vorbeihuschen. Ganz sicher bin ich mir allerdings nicht. Ich war sozusagen tief in meinen Regenmantel verkrochen und hatte es eilig, ins haus zurückzukommen.’ Damit schloss er den Mund und schüttelte auf meine weiteren Fragen nur verneinend den Kopf. Er hatte nichts Auffälliges gesehen oder gehört.
Entfernter Donner rollte. Lord Benston nahm mich beiseite und meinte vertraulich: ’Ich glaube, Inspektor, Sie folgen der falschen Fährte. Für Mr. Banter und Miss Tremble lege ich meine Hand ins Feuer. Sie sind jahrelang in meinen Diensten und haben sich nicht zuschulden kommen lassen. Nein, nein, ich glaube, wir müssen den Täter ausserhalb des Hauses suchen. Denn hören Sie: Ich hatte den Abend in der Bibliothek im ersten Stock verbracht. Ich sass am Fenster, las einen Krimiroman und war dabei eingenickt. So um zirka 10 Uhr weckte mich ein heftiger Donnerschlag. Der darauffolgende Blitz erleuchtete den Platz an der Hinterseite des Hauses. Für einen Sekundenbruchteil sah ich eine Gestalt mit einem Koffer unter dem Arm in Richtung Zaun huschen. Dann war es wieder finster. Sie verstehen, was ich meine!’
’Well’, meinte ich und stopfte mir eine Pfeife. Der Lord sprach beschwichtigend auf mich ein: ’Natürlich ist es verdächtig, dass der Butler um die Zeit, als Einbruch geschah, im Freiem war – aber ich kann es einfach nicht glauben. Und das Stubenmädchen … nein, die ist viel zu nervenschwach, eine solche Untat …’ – ’Well’, unterbrach ich ihn, und ich glaube, ich muss dabei erlöst gelächelt haben. ’Ich hab’s!’
Inspektor „Comb“ Brush hielt in seiner Erzählung inne und schielte etwas verärgert auf seine ausgegangene Pfeife. „Gentleman, nun sind Sie dran. Ich will nicht behaupten, dass in meiner Erzählung eine Tatsache vorkommt, die beweist, wer den Schmuck gestohlen hat, es sind jedoch ein paar hinweise, die meinen Verdacht erregten. Wie sich später herausstellt, war der Verdacht begründet.“
Brush stand auf und empfahl sich. Er lächelte schadenfroh.
Aus: Ballinger, Erich: ABC für Mini-Detektive. Wien: Carl Ueberreuter Verlag, 1987
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Kommentare
Mischa schrieb am 2009-12-10 18:11:02:
Hi könnte ich bitte die Lösung haben
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