Regen und Reisen
von
Rommee
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Ich komme mir vor wie in einem von diesen schlechten, fantastisch realen Kleinkunst-Studentenfilmen. Am Fenster rauscht die rasante Autobahnlandschaft vorbei. Vor mir Regentropfen auf der Frontscheibe und ein Regenbogen. Koboldgold voraus. Kleines Auto kommt groß raus - ist voll besetzt. NEON und 11Freunde finden ihre Leser. Unbekannte Musik schallt aus dem ans Radio angestöpselten Ipod. Fehlt nur noch ein bisschen Gras, eine feurige Diskussion über den Kommunismus der Moderne und die Melancholie gescheiterter Großstadtstudentenleben. Großstädter sind wir aber auch. Und Studenten. Fünf Freunde an der Zahl - nicht 11. Kilometer um Kilometer schrubbt der kleine Ford. Gemächlich aber brav trägt er uns über die asphaltierten Straßen. Noch 539 Kilometer. Und wir sind wieder am Beginn. Dem Beginn unserer Reise. Mittlerweile - die Toten Hosen. Bremen hinter uns, Bayern voraus. Ganz genau wie der VfL Wolfsburg in der Bundesliga. Aber das nur am Rande. Wer ich bin? Eine Reisende auf Umwegen ins Ungewisse. Was ist? Ich glaube der Beginn einer ganz großen Geschichte. Ich packe die Toffifee aus bekritzele den Zeugen Jehova Flyer in meiner Hand. Wo komme ich her? Vielleicht würde ich zuerst “von der deutschen Grillmeisterschaft” antworten. Aber eigentlich komme ich von einem Dilemma ins Andere. Von Bremen nach Bayern und nie mehr zurück. Die Toten Hosen erinnern mich an meinen letzten Freund. Da ist sie schon, die vermisste Melancholie gescheiterter Großstadtstudentenleben. Ich wusste doch; sie hat sich genauso wenig wie wir verfahren. Eher festgefahren. Nicht auf der Straße - aber in mir. Wir parkten mitten in der Innenstadt. Wir wohnten am nördlichen Ende einer unendlichen Straße. Doch verfahren? Die Wolken am Osthorizont bilden schwarze Figuren am Firmament. Kleine, schwarze Tornados aus dem Himmelreich. Überall wo wir hinfahren regnet es. Doch nicht etwa weil ich den faden Jehova-Flyer mit kleinen Kulibildchen attraktiver gestalte? Es wird dunkel. Die Musik lauter. Die Leser stellen ein. NEON-Licht und Freunde verschwinden in bedrängten Taschen am Fahrzeugboden. Ich gebe das Schreiben auf.
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