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Kategorien > Horror > Angst

Regenbogenblut

von Blake

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Regenbogenblut


A.D. 1927 (I)


Das kleine Mädchen kroch vorwärtst während das Wasser versuchte es zurück ins Meer zu ziehen wo es hergekommen war. Es schien seinen eigenen Willen zu haben. Die Wellen umspielten den kleinen Körper ganz sanft, fast einschmeichelnd, bevor sie sich zu einer Faust ballten und an ihr zerrten. Sie konnte ihre Beine nicht bewegen. Ihre Hüfte war gebrochen, aber das würde sie erst viel später erfahren. Durch das Meerwasser war ihr ganzer Körper taub, sodass sie es nicht wahrnahm. Sie zog sich weiter an Land, denn die Muskeln in ihren Oberarmen, die nie gelernt hatten das Gewicht eines ganzen Körpers zu tragen, zogen sich unter der Anstrengung zusammen. Sie war alleine. Kinder haben in ihrer Entwicklung Sprünge in denen sie für eine kurze Zeit die erschreckende Klarheit und den Realismus eines Erwachsenen bekommen, bevor sie wieder in die kindliche Naivität zurückfallen. Dies war so ein Moment. Das Kind wusste, dass sie von heute an für immer allein sein würde. Das kleine Mädchen zog sich an Land, rollte sich auf den Rücken und atmete schwer. Es dauert lange bevor sie sich umsehen konnte. Sie befand sich an einem zerklüften Strand...ihr Vater hatte ihr den Namen genannt...Partugal? Nein das war nicht ganz richtig, aber sie würde sich erinnern, denn auch ihr Kopf hatte einen Schlag abbekommen. Vor ihrem Auge erstreckte sich eine Felslandschaft. Möwengeschrei. Das Prasseln der Regentropfen auf nassem Stein. Die Strähne die ihre Mutter heute morgen noch geflochten hatte, löste sich in ihre Bestandteile auf. Menschenleer. Das war nicht weiter verwunderlich, denn in diesen Teil des Landes hatte sich die Industrialisierung noch nicht vorgetraut. Erst in ein paar Jahren, spätestens Anfang des Krieges, würden hier Schienen liegen. Das kleine Mädchen, noch in ihrem Sommerkleid, entdeckte einen kleinen Eingang, er schien zu einer Höhle zu führen. Sie schleppte sich dahin, wollte nur raus aus diesem Regen während eine Erinnerung sie einholte...Sie sah sich auf ihrem rosaroten Fahrrad, selbst ausgesucht, mit blauen Sternen, die mit ihren Augen um die Wette strahlten. “Vatiii du hälst mich wenn, wenn ich umfalle?“ - „Klar mein Liebling“. Natürlich hielt er sie, das hatte er immer getan.
Sie erreichte die Höhle mit letzter Kraft und zog sich ins Trockene. Ihr Hals brannte mit ihren Augen im Duett, bevor der gnädige Nebel der Bewusstlosigkeit endlich den letzten Schleier des Tageslichtes abrupt auslöschte. Zum Glück für sie, denn so bemerkte sie nicht, dass sie nicht alleine war.
Warum haben nicht alle kleinen Mädchen rosarote Fahrräder?


Sie traute ihren Erinnerungen nicht, war sich nicht ganz sicher ob die Männer die sie gefunden hatten real waren oder von ihren Träumen erzeugt. Vielleicht machte das in dem Alter auch noch keinen Unterschied. Realität ist nur ein Wort, wurde erst durch die Menschen mit einer Bedeutung versehen. Sie sah die Tage wie im Zeitraffer...ihren Fund nach 3 Tagen in der Höhle durch einen Fischer, ihre Einlieferung ins Krankenhaus, ihre Operation...der nette Arzt mit dem Schnurrbart der ihr erklärt das ihre Familie noch Urlaub machen würde aber sicher bald käme...und dabei hatte sie die ganze Zeit die Hand geballt. Als wolle sie das festhalten was sie in der Höhle mitgenommen hat. Ihre Hüfte war doppelt gebrochen, sie würde ein halbes Jahr nicht laufen können, ihren linken Arm würde immer schief sein. Die körperlichen Narben wurden heilen, die seelischen allerdings sind wie Schweelbrand, er wird nie verlöschen. Wenn sie einen Fernseher im Zimmer gehabt hätte, hätte sie ihr eigenes Gesicht gesehen...FAMILIENUNGLÜCK VOR PORTUGAL, Tochter einzige Überlebende.
Krankenversicherungen gab es zu der Zeit noch nicht, vorallem nicht für die Mittelschicht der ihre Eltern angehören. Angehörten.
Ihre Tante, die Schwester ihrer Mutter, kam nach Portugal um sie abzuholen und nahm die nach ihrer Genesung bei sich zuhause auf. Niemand bemerkte eine Veränderung an ihr, da es anfangs noch keine Veränderung gab. Es ging schleichend vor sich und hätte vielleicht niemals Schaden angerichtet wenn, ja wenn. Wenn nicht das was manche Menschen Schicksal nennen. Vielleicht ist es auch Zufall oder Vorhersehung. Wörte sind geduldig. Es fing an als sie schreiben lernte. Danach begannen sich die Dinge zu verändern. Da sie 3 Jahre brauchte um nach dem Schiffsunglück „Hälstt du mich Vati“ wieder sprechen zu lernen war ihre ganze Entwicklung in Verzug geraten. Spezielle Förderungen gab es nicht, ihre Tante versuchte ihr Bestes. Aber nichts kann die Liebe einer Mutter ersetzen, vorallem wenn man sich nicht von ihr verabschieden konnte. Die Leichen ihrer Familie wurden nie gefunden, sie hatte nicht einmal ein Bild von ihnen. So verschloss ihr Bewusstsein lange den Zugang zu ihren Erinnerungen und liess den Körper lange schweigend ruhen und regnerieren.
Mit 12 geschah etwas, von dem ihre Tante nicht davon ausging das es noch jemals geschehen würde. Sie blühte auf. Verantwortlich dafür waren ein kleiner Bleistift und ein weißes Blatt Papier.
Im Leben sind es immer die kleinen Dinge die die großen Bedeutungen tragen, ist es nicht so?



A.D. 2009 (I)



Sie rannten. Die kleinen Herzen pumpten im Takt der Schritte. Zusammenziehen, ausstoßen. Der Kreislauf des Lebens. "Mann Jake du bist schon wieder zu langsam, was kannst du eigentlich?" Jake war wirklich zu langsam. Er war 9 Jahre und wesentlich schmächter und kleiner als die anderen Jungs in seinem Alter. Sein Bruder Michael rannte vor ihm zur Schule. Stiefbruder genauer gesagt, der neue Mann hatte nicht nur seine Mutter in Besitz genommen sondern Jake auch noch einen Stiefbruder beschert. Er hatte es fast geschafft, nur noch ein paar Meter bis zum Eingang der Schule, als er sich plötzlich im freien Fall befand und sehr schnell realisierte das es sein zweiter Fuss nicht schaffen würde das aufzufangen. Mit einem sehr unmännlichen Grunzen kam er auf dem Boden auf, der Rucksack stieß hart in die Seite. Bevor er den Kopf hob konnte er schon den Blicke und das ansetzende Lachen spüren. Wie vorhergesehen liess es nicht lange auf sich warten. Kinder gehören zur gemeinsten Spezies die dieser Planet hervorgebracht hat. Dies dachte Jake vielleicht als er an den Hänseleien und dem Gelächter das Schulgebäude betrag.
Herrlicher Tag, Jeans aufgerissen, auf die Fresse gelegt und blauer Fleck an der Seite. Vorallem der Riss machte ihm zu schaffen. Früher als sein richtiger Vater noch da war, war seine Mutter anders. Er hatte immer viel Sachen zu Bruch gehen lassen, unabsichtlich. Das war nie ein Problem. Der kleine Junge seufzte. Es war vieles anders geworden. Er blickte auf als die Klasse anfang zu lachen.
Sein über alles geliebter Bruder hatte groß JAKE STINKT an die Tafel geschrieben. Der Angesprochen liess den Blick aus dem Fenster schweifen, über den Waldrand. Dort wäre er jetzt gerne, in der freien Natur. Seit sich alles veränderte war dort sein zuhause Meist verbrachte er ganze

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Kommentare

plumanns@gmail.com schrieb am 2010-06-03 12:58:12:
liebe veronika
da liegst du etwas falsch
mary shelley die autorin von frankenstein hat ihr erstes buch mit 10 geschrieben
gerd plumanns schrieb am 2009-10-29 13:41:23:
hat mir gefallen ist sehr gut aufgebaut
Veronica Wallner schrieb am 2009-10-28 21:08:05:
Wow echt geil...super spannend!!! respekt...
nur eine sache stört mich, ich glaub nicht, dass ein neun jähriger junge nachmittags FREIWILLIG gedichte schreibt, in dem alter kann man das noch nicht und man hat vermutlich auch keine lust
aber sonst echt klasse, wenn es zu bewerten wäre: 10 Punkte

Lg Veronica

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