Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Urlaubserlebnis >

Reisetagebuch "La Gomera"

von Kaja

La Gomera, Kanarische Inseln, Spanien
26.6. - 3.7. 2004


26.6. - Flugzeug -
Noch eine Stunde bis zur Landung *schnarch*
Start war um 11:50 und jetzt ist es 15:45. Ich kann jetzt nicht rechnen. Nessi meint einfach: "Eine sehr lange Zeit." *zustimmend nick*
Flugzeug ist ganz okay, kenn mich da ja nicht so aus, schätze mal so.
Bilanz meines ersten Flughafenbesuches: sehr, sehr viele Leute! Werde sicher niemals wieder über U-Bahn lästern, das steht fest. Flugzeuge selbst sind bisschen klein. Hab die mir doch etwas größer vorgestellt.
Sind jetzt vom Flughafen Wien Schwechat so über Spanien und Afrika geflogen. Und jetzt kommt nur noch das Meer und wir sind auf den Kanaren!
Start war echt cool, aber nicht so wild, wie mir alle einreden wollten, die ich danach gefragt hab. Wollten mir bloß Angst machen, oder sind halt alles Memmen *frech grins*
Naja, bloß meine Ohren haben sich aufgeregt (wegen Druck und so). Die freuen sich schon auf die Landung.
Nessi hat tolle Sitznachbarn. "Die quasseln mich zu und stinken nach Rotwein!", hat er sich vorhin bei mir beschwert. Meine sind ganz okay. Die wollen bloß ab und zu an mir vorbei, wegen Erledigung einiger Dringlichkeiten *grins*
Essen hier war auch gut, gab Paprikahuhn mit Spätzle und Nessi hatte Schwein mit seinem Schwein. Dann auch Salat dazu und Mousse au chocolat.
Ach ja, sitzen ganz hinten, letzte Reihe, neben dem Gang (Nessi links von dem, ich rechts)und hinter uns haben wir das Klo. Das ist manchmal ein Gurgelkonzert kann ich nur sagen! Wo das ganze Zeug wohl hinwandert? Igitt, an so was denk ich? Naja, gedacht hat sich das sicher schon jeder, nur aufgeschrieben halt nicht.
Oje, Landung nicht mehr fern! Ich verabschiede mich wohl besser schon mal von meinen Ohren!

26.6. - Fähre -
Es wurde durchgesagt: "Ten minutes to land!"
Nessi schreit: "Wos fia a Student?"
Und dann wurde gelandet!
Hier gibt's das Meer auf der einen Seite und auf der anderen wüstenähnliche Gegend. Was für ein Anblick. Wir tratschten noch kurz mit dem Stewardessen und verließen dann das Flugzeug. Koffersuchen auf Teneriffa. Dann zu der ersten Tui-Frau (Reise ist nämlich von Tui organisiert), die uns zum Tui-Schalter schickt. Von dort aus zum Busparkplatz, wo die dritte auf uns wartet. Bus 52, ein sehr kleiner im Gegensatz zu den Reisebussen.
Klima: sehr heiß! Aber zum Glück geht ein bisschen Wind. Die vierte Tui-Frau bringt uns zum Bus. Koffer einladen und ab geht's! Die Straßen find ich ziemlich verwirrend, fast nur Bodenmarkierungen und keine Schilder. Dazu die raue, felsige Landschaft. Ab zum Hafen von Los Christianos. Koffer in die Container, Schließfach zu und erst mal trinken gehen.
Übrigens: Hier sind wir um eine Stunde jünger! In Österreich ist es jetzt 17:30, und wir haben's hier erst 16:30!
Auf die Fähre spaziert und los geht's wieder. Diesmal endlich in Richtung La Gomera, unserem eigentlichen Ziel. Fazit: Teneriffa ist ganz nett, aber zum Urlaub machen nicht grad schön.
Fähre ist ganz schön groß. Da steht ganz groß "Fred Olsen" drauf.
Übrigens: Nessi überraschte beim Trinkenkaufen mit erschreckend guten Spanischkenntnissen! Ich bin sichtlich aus der Bahn geworfen! Das zerstört mein ganzes Weltbild!
Naja, so schlimm war's dann doch nicht *grins* Hab versucht, mein Französisch aufzufrischen. Da is' aber nicht mehr viel zum Auffrischen da, darum ist es eben beim Versuchen geblieben. Mehr als "Salut" und "Je suis Eva" hab ich nicht zusammengebracht. Naja, Pech, is' sowieso ne doofe Sprache.
Übrigens: Eine von den Tui-Frauen meinte, wenn wir hier belästigt werden, sollen wir sagen, wir seien Russen, das hilft angeblich. Also notar bene (für alle Nichtlateiner: bedeutet "merke gut" oder so ähnlich halt *grins*): Dobry djen!

26.6. - Hotelzimmer -
So, endlich angekommen! Als wir von der Fähre runter waren, eh schon klar, wieder Tui-Frau und Bus. Haben Koffer geholt und eingeladen, naja eigentlich einladen lassen, aber das müss' ma ja keinem sagen *grins*
Haben im Bus zu richtig cooler, spanischer Musik getschunkelt. Das hat dem Busfahrer gefallen, der hat gleich gegrinst.
La Gomera ist eigentlich wie Teneriffa: kluftige Felsen, Berge und natürlich das Meer (oh wunder, oh wunder, is' ja auch ne Insel), aber ganz andere Vegetation. Ist eigentlich nicht so schwer, weil Teneriffa ja genau genommen, keine Vegetation hat. Bisschen dürres Gras und ein paar vereinsamte Palmen kann man nicht als solche bezeichnen. Dagegen La Gomera ganz anders! Richtige Felder von Kakteen und so schöne Palmenhaine, riesige Agaven und komische kleine Sträucher, die aussehen wie Bonsai ohne Blätter. Aber das allerbeste: Bäume, die waagrecht oder sogar nach unten wachsen! Sinn und Zweck der ganzen Geschichte? Keine Ahnung! Aber ich bin ja nicht auf Darwins Spuren hier her gekommen, sondern wegen Urlaub. Außerdem hatte der Typ es eher mit den Galapagosinseln.
Was wir schon herausgefunden haben: In San Sebastian, was die Inselhauptstadt ist, war Kolumbus, weil er angeblich ein Techtelmechtel mit der Herzogin Beatrice de Bobadilla hatte. Naja, Entdeckungsreise der etwas anderen Art. Was für ein Glück, dass der liebe Herzog schon tot war. Hätt' der das herausgefunden, wär' Amerika wohl erst bisschen später entdeckt worden.
Hotel ist jedenfalls echt schön. Voll die moderne Anlage und so. Und die haben Pflänzchen aus aller Welt da. Australien und Afrika sind uns beim Zimmersuchen aufgefallen.
Haben übrigens Zimmer Nr. 68!

26.6. - Hotelzimmer Abend/Nacht -
Essen gegangen, ins Club-Restaurant. Hab Spaghetti gegessen, Nessi Tintenfisch Bäääähh!!!! Na wenn's ihm schmeckt...
Dann sind wir noch in die Stadt Playa de Santiago gegangen. Die liegt direkt unter unserem Hotel. Naja, is mehr ein Fischerdorf, als ne Stadt, aber im Vergleich zu den anderen "Städten" hier auf der Insel ne echte Metropole. Sind zum Hafen gegangen. Coole Boote gibt's da. Jetzt (!) is grad ein Fischerboot aufs Meer rausgefahren, zum Fischefangen.
Jetzt ham ma sich das EM-Viertelfinale angeschaut, Schweden gegen Holland. Die Schweden haben im Elfer-Schießen verloren. War ja eigentlich eh klar. Die Holländer sind ziemlich gut zur Zeit. Naja, jetzt treffen sie erst einmal im Halbfinale auf die Portugiesen, da müssen's schön Gas geben, sonst hams da nix zum sagen. So, jetzt geh ich aber schlafen. Gute Nacht!

27.6. - Zimmer/Terrasse -
So, gut geschlafen. Werde gerade von einer Taube beobachtet *grins* War schon das Meer anschauen, während Nessi sich hübsch gemacht hat, eitel wie er is. Jetzt müssen wir erst einmal was zu Futtern suchen gehen.

27.6. - Zimmer -
AU! Mein Bauch tut weh! Ich hab so viel gegessen! Da gibt's Dinge, die gibt's gar nicht. Voll lecker auf jeden Fall. Nur das Joghurt hätt' ich mir sparen können. Ich natürlich wieder mal nicht genau hingeschaut, sondern einfach zugegriffen und was hat's mir eingebracht? Ein Bananenjoghurt! BANANE! IGITT!
Naja, gegessen hab ich's trotzdem. Sind auf der Terrasse gesessen beim Frühstück. Da kam auf einmal so eine Möwe daher und hat sich auf dem Geländer niedergelassen. Hat die Essenden angeguckt mit Blick ganz nach "He, ich will auch was! Noch nie was vom TEILEN gehört?" Hatten die natürlich nicht, also is' die Möwe wieder abgehauen.
Hotel heißt übrigens Jardin Tecina. Wollt ich schon die ganze Zeit aufschreiben, hab aber immer vergessen.

27.6. - Zimmer Später Nachmittag -
haben uns vormittags die Begrüßung von der (wie könnt es auch anders sein?) Tui-Frau angehört. Haben da zuerst gar nicht hingefunden. Sind dann mitten in ihre Rede reingestolpert. Waren aber nicht die einzigen, zwei Deutschen ging's genau so, aber denen nimmt man ja so was nicht mehr übel. Gewohnheitsbedingt sozusagen.
Naja, haben dann ein paar Ausflüge mit der Tui-Frau geplant. Morgen gibt's Inselrundfahrt, am Dienstag Regenwald, am Mittwoch "Der Grüne Norden" und den Hexenwald am Donnerstag.
Sind dann bisschen rumgelaufen und haben eine Bucht gefunden.
Es war so heiß, dass Nessi sich sein Leiberl um den Kopf gewickelt hat. Der Ärmel ist so komisch weggestanden, sein Schatten hat ausgesehen wie ein Indianer. "Großstadtindianer!", hab ich gelacht.
Dann haben wir beschlossen, in besagter Bucht schwimmen zu gehen. Okay, wir also zurück zum Hotel und ins Zimmer, Badesachen zusammengepackt (okay, war eher so, dass wir alles uns brauchbar erscheinende in den Rucksack geworfen haben) und schon wieder weg. Als dann so die Bucht in Sicht kam, entschlossen wir, doch nicht in die zu gehen. Viel besser gefiel uns die darauf folgende. Von der war zwar nicht grad viel zu sehen, aber da Nessi schon mal hier gewesen war und ein bisschen über Ortskenntnis verfügt, hab ich ihm mal so vertraut. Einziges Problem: Zwischen uns und der Bucht -> riesen Berg! Naja, so riesig war der gar nicht, aber doch ein schönes Hügerl. Und von der Höhe mal ganz abgesehen, war der Weg, der einzige wohl gemerkt, der da rauf führte, echt steil angelegt und es war ja immer noch heiß. Die Sonne stand so hoch, dass ich gar keinen Schatten hatte *grins*
Der Abstieg war ja noch viel schlimmer! Senkrecht runter wär' nix dagegen! *leicht übertreib* Is' mehr ein Rutschen und Schlittern als ein Gehen gewesen. Aber es hat sich echt gelohnt! Der Strand war zwar ziemlich unbequem, weil der aus lauter Steinen bestand. Dafür waren's besondere, nämlich Vulkangestein. In schwarz und rot gab's die da und ich hab mir natürlich ein paar schöne eingepackt! Zu drei Seiten waren wir umgeben von dem kluftigen, rauen Fels und vor uns der weite, blaue Ozean, der am Horizont mit dem wolkenlosen Himmel verschmolz.
Der Atlantik ist zum Baden schon etwas kalt, aber in Anbetracht der Hitze war's echt voll in Ordnung. Nach baden, rösten lassen, Karten spielen, wieder baden und rösten lassen, dösen, fotografieren und nochmals rösten lassen haben wir uns dann so langsam wieder auf den Heimweg gemacht. Im Klartext: also diesmal steilste aller steilen Bergseiten hinauf und nicht hinunter, was meines Erachtens ja bedeutend einfacher ist. Man muss bitte auch bedenken, dass Tasche fast doppelt so schwer wie zuvor, weil da so viele Lavasteinchen als Andenken und Geschenke drin waren. Haben es trotzdem rauf geschafft! Oben noch einen letzten Blick in die Traumbucht geworfen und zum Hotel geschlurft. Müdigkeit steigt schon, Sonnenbrand kann auch schon wörtlich genommen werden, weil die Bäckchen schon glühen vor Hitze, und dann klopft schon der nächste und meldet sich leise: "Ähm, ich will ja nicht stören, aber wär's zu viel verlangt, wenn wir dann vielleicht irgendwo was zu futtern suchen?" Mit einem Wort: HUNGER!
Ab ins Zimmer, schnell ausgehfertig machen und ab geht's! Essen, ich komme! *grins*

27.6. - Zimmer -
Essen war sehr lecker! Waren in Santiago im "Sancho 2". Superschöner Ausblick und voll coole Leute. Wollte eigentlich Lasagne, gab's aber nicht. Drum hab ich Steak in Pfeffersoße gegessen, mit Pommes und nem Bierchen. Das war voll lecker! Ich habe STEAK gegessen! Muss man sich mal vorstellen. Der Pflanzenfresser wird zum Fleischfressen. Also an diesem Abend ganz bedeutenden Schritt in der Evolution getan. Und viel Zeit auch gespart, weil natürlich nicht lange gefackelt als der coole Typ vom Restaurant das Steak empfohlen hat.
Nessi hatte übrigens Fisch. Dazu Rotwein. War auch sehr gut, hab ich mir sagen lassen. Naja, Fisch halt.
Und jetzt schau'n wir uns noch das Match Tschechien-Dänemark, Viertelfinale, geht um Griechenlands Gegner im Halbfinale, an. Na ich bin gespannt. Hoffentlich gewinnt Tschechien.
- später -
So, Tschechien hat mit 3:0 gewonnen! JUHU!!!!

28.6 - Bus -
Befinden uns gerade im Bus, auf Inselrundfahrt. Haben schon El Hiero und Teneriffa, zwei Nachbarinseln La Gomeras, gesehen. Flugplatz und Straußenfarm sind wir auch schon vorbeigefahren. Diese komischen Pflanzen, die es hier überall auf der Insel gibt, hat die Reiseleiterin auch schon erklärt. Hab mir aber nicht viel gemerkt, befinde mich noch im Halbschlaf. Die Pflanzen sehen aus wie Bonsais, nur ohne Blätter. Auf der Insel gibt's ein paar verschiedene Arten davon und alle außer eine sind giftig. Ich denke, man muss verdammtes Glück haben, gerade die zu erwischen. Aber warum sollte man auch eine giftige Pflanze essen? Naja, außer natürlich, man weiß es nicht. Oder, das ist hier so die einheimische Selbstmordmethode. Dann hat man allerdings verdammtes Pech, wenn man gerade die ungiftige erwischt. Schicksal halt.
Auf Teneriffa ist der höchste Berg Spaniens und der ist auch noch ein aktiver Vulkan!
Waren vorhin bei einer kleinen Kapelle und beim Aussichtspunkt von Igualero. Das war sehr windig! Orkanmäßig trau ich mich sogar behaupten. Ist ja eh bekannt, ohne bisschen Übertreibung läuft da nix.
Sind jetzt in Chipude. Hier gibt's ne ganz große Fiesta irgendwann in nächster Zeit. Da wird der ganze Ort geschmückt und alle Verwandten und Bekannten werden eingeladen, sodass es im ganzen Ort keine einzige freie Brücke... ähm... ich meinte natürlich kein einziges freies Bettchen mehr geben wird.
Kommen jetzt zum Tafelberg. Der ist sehr mystisch und hat auch viel mit den Ureinwohnern La Gomeras zu tun. Die haben nämlich dort ne Prüfung ablegen müssen, um als richtige Männer anerkannt zu werden. Haben da rauf klettern müssen und das war echt schwierig! Da sind so einige nicht wieder runtergekommen, oder sagen wir's so: die sind schneller wieder unten gewesen, als ihnen lieb war. Früher haben am Fuße des Tafelberges auch viele Heiler gewohnt, heut lebt da allerdings nur mehr einer.
Die schönen Palmen, die's hier gibt, stehen unter Naturschutz. Auf La Gomera gibt es mehr Palmen als auf allen anderen kanarischen Inseln zusammen! Hier ist der Palmenhonig sehr beliebt, wegen der aufwendigen Gewinnung aber leider auch teuer. Ich weiß nur, dass es jeden morgen beim Frühstücksbuffet ne Menge davon gibt.
Jetzt fahren wir zu den sieben heiligen Quellen. "Wenn man einmal vom Wasser der sieben Quellen trinkt, kommt man immer wieder.", heißt es. Sind nun in Epina. "Chorros de Epina" stand da gerade angeschrieben. Das bedeutet, nun ist es nicht mehr weit zu den Quellen. Einen kleinen Weg in den Wald hinein und da sind sie schon! Haben auf dem Weg einen Lorbeerbaum gesehen. Das war ein ganz besonderer, weil nämlich die einzig giftige Art hier auf der Insel. Im Frühling krabbeln die Ratten auf den rauf und fressen die Früchte. Dann fallen sie zu Boden und liegen dort rum. Sind aber nicht etwa tot oder so, sondern sturzbesoffen! Ich hab von den Quellen getrunken! Mal sehen, ob was wahres an der Legende dran is'!
Zwischen 15 und 20 Millionen Jahre ist La Gomera etwa alt. Anders als auf allen anderen kanarischen Inseln gibt es hier keine vulkanischen Aktivitäten mehr. Das lässt darauf schließen, dass La Gomera die älteste Insel der Kanaren ist. Ist auch die zweitkleinste, nach El Hiero.
Kommen jetzt nach La Laguna Grande und werden den Steinkreis ansehen. Der besteht aus 15 Steinen, einer in der Mitte und 14 rund herum. Die Legende besagt, dass dort bei Vollmond die Hexen tanzen.
Nun geht's zum Aussichtspunkt von Vallehermoso. Von dort aus sehen wir den Roque Cane. Vallehermoso ist geologisch der älteste Teil der Insel. Dort bestaunen wir auch die kanarische Stechpalme. Die hat im Winter so rote Früchte, die für Weihnachtsgestecke verwendet werden.
Fahren nach Agulo. Diese Stadt wird auch "Perle der Insel" genannt. Kann ich gut verstehen. Hier ist es wunderschön! Wenn ich noch mal auf die Insel komme, möchte ich bitte in Agulo wohnen! Fürs erste gibt's mal was zu essen und dann eine Vorführung der Pfeifsprache El Silbo. Ich glaub, dass die auf die Laute hören und die dann nachpfeifen oder so. Weil die nämlich für jede Sprache auch andere Laute haben, selbst wenn die Bedeutung die gleiche ist. Soll heißen, "Guten Tag" hört sich anders an als "Bonjour". Die Kinder lernen El Silbo hier schon in der Schule, damit diese alte Tradition nicht verloren geht.
In Hermigua, dem Paradies für Früchte und Blumen, besuchen wir einen Kunstladen. Die ganze Anlage war genial schön und im Hintergrund immer die gigantischen Berge.
Fahren nun auf der ältesten Straße La Gomeras - der Nordstraße. Kommen zum Nationalpark. Hier gibt's 20 Baumarten, 4 davon Lorbeerbäume, sonst Stechpalme, Zeder, Weide, ..., und viele verschiedene Heilkräuter. Im Park ist der größte zusammenhängende Lorbeerwald. Der ist ca. 4000 ha groß. Sehen überall Johanniskraut, eine vertraute Pflanze wie es scheint. Aber einen Unterschied gibt's doch: Während die bei uns nur so nen halben Meter hoch werden, gibt's die hier in der Größe von einenhalb Metern!
Sehen nun den Teufelsfelsen. Der hat sogar ein Gesicht, wurde uns gesagt. Nach genauem Hinschauen erkenn ich es auch *grins*
Erfahren, dass es auf La Gomera 40 Vogelarten, 3 Eidechsenarten (davon sind alle 3 endemisch, bedeutet die gibt's nur hier und sonst nirgendwo), 3 Fledermausarten, aber keine giftigen Tiere und auch keine Zecken gibt.
So, und jetzt noch mal beim Aussichtspunkt von El Rejo dem Teufelsfelsen angeschaut.


28.6. - Zimmer -
Endlich im Zimmer! War schon ziemlich ermüdend die ganze Busfahrt! Jetzt wird nur noch gefaultiert, sind ja im Urlaub!

28.6. - Zimmer Abend/Nacht -
Hab mir nen tollen Strohhut gekauft! Also, wer die nächsten zwei Monate jemanden mit nem Strohhut rumlaufen sieht: Das bin vielleicht ich! *grins*
Waren gegenüber vom Hotel essen. Wollten zuerst ins hoteleigene Restaurant gehen, aber da hätt' man für den Platz alleine schon 30 Euro zahlen müssen. Schweinerei!
Hier, im Restaurant Tagoror, is' es echt cool! Is' so das Arbeiterrestaurant, aber schon chic. Bin endlich zu meiner Lasagne gekommen! *freu* Der Wirt ist voll genial! Ich sag jetzt nur mehr "Mafioso" zu ihm. Der hatte so diesen typischen Gesichtsausdruck: so starr a la "Ich gehör zur Deko, aber wenn du mich anfasst mach' ich dich kalt."
Am anderen Hügel drüben war ein Feuer, dachten, wäre die hiesige Müllverbrennung (ganz nach dem Motto "Alles auf einen Haufen und anzünden, was übrig bleibt wird vergraben!"), wurde dann aber doch ziemlich groß, so gar nicht mehr nach kleinem Feuerchen, sondern eher "Haus mit zwei Stöcken steht lichterloh in Flammen". Naja, Rätsel aus dieser Entfernung unlösbar. Sonne auch schon futsch, also dementsprechend schlechte Sicht zum anderen Hügel rüber.
Übrigens: Nessi war beim Bankomat. An sich keine tolle Sache, aber als der das Geld ausgespuckt hatte, schreit Nessi so: "Muchas Grazias, Senior!" und verbeugt sich tief und energisch vor dem Geldautomaten. Nun ja, das war so der heutige Tag. Falls ich es noch nicht erwähnte: Ich habe SONNENBRAND! Wusste gar nicht wie ich mich hinlegen sollt, damit es nicht weh tut. Naja, Schicksal.
Hatten heut früh übrigens Sonnenaufgang angeschaut. Sonne ist genau über Teneriffa aufgegangen.

29.6. - Zimmer -
Wollten ja heute eigentlich in den Regenwald. Naja, das Schicksal wollte es halt anders. Haben in der Früh den Bus um sagenhafte 4 Minuten verpasst! Wollten dann zur Tui-Frau und fragen, ob wir nicht irgendwie anders zum El Cedro (so heißt der Regenwald) kommen, die war aber nicht da. Sind dann zum Hafen in Santiago gegangen. Haben uns nämlich gedacht, schlau wie wir sind, dass wir ja auch was anderes mit dem angebrochenen Tag anfangen können. Wollten also zum Hafen und mit der Fähre nach San Sebastian. Als wir so fast schon dort waren, bemerkten wir allerdings, dass man nen Ausweis braucht um ein Ticket fürs Fährchen zu kriegen. Tja, und wir natürlich nichts dabei, denn Pässe waren ja oben im Hotel. Der ganze weite Weg also mehr oder weniger umsonst. Außer Morgenspaziergang also nichts. Haben uns dann also dem Schicksal gebeugt. Was nicht sein soll, soll halt nicht sein. Sind dann Tennis spielen gegangen, auf der hoteleigenen Anlage. Da hatten wir dann doch Glück, weil gerade heute das Tennisspielen umsonst war. Wegen dem Lärm von Bauarbeiten in der Nähe oder so. War aber gar kein Lärm, weil nämlich gar keine Arbeiter da waren. Tja, und das mitten unter der Woche.
Es war sehr heiß, aber ganz lustig. Ich sag ja, Idiotensport! Nur Golf is' schlimmer! *grins*
Also, nachdem wir uns in der Hitze so sportlich betätigten, sind wir ins hoteleigene Pool gegangen. Zuerst voll lange nur rumgelegen. Die Liegen waren nicht grad bequem, aber okay. Später auch mal kurz ins Wasser gegangen. Und jetzt ist es eh schon wieder Zeit fürs Abendessen!

30.6 - Zimmer -
Tag hat begonnen.
Tag hat geendet.

1.7. - Frühstück -
Ich bin ja so müde! *ächz* Und jetzt müssen wir gleich wieder los, in den Hexenwald. Morgen steh ich nicht auf! Ich blieb den ganzen Tag im Bett liegen! Freu mich schon auf heut Abend. Tschechien spielt gegen Griechenland, Halbfinale.

1.7. - Zimmer -
War heut ein voll genialer Tag! Sind mit dem Bus nach El Cercado gefahren worden. Ist das Töpferdorf. Da gibt's 3 Töpferinnen, die noch nach ganz alter Tradition, also ohne Töpferscheibe und so, arbeiten. Haben da auch fleißig eingekauft. Sind dann nach Las Hayas gegangen, endloser Abstieg und dann noch endloser Aufstieg! Naja, so schlimm war's nicht, waren ja nur 200 Meter. Hatten oft Blick auf Valle Gran Rey, das Tal des großen Königs. Sind dann in den Hexenwald gekommen. Der ist was ganz besonderes, nämlich erstens Teil des Nebelwaldes, sprich alles moos- und flechtenüberwuchert, und zweitens der älteste Teil des Lorbeerwaldes. Da waren ganz schön viele Fliegen! Igitt! Und ganz schön heiß war es auch! Hat sich aber voll gelohnt, weil der Wald echt genial war, so richtig Hexenwald eben.
Einmal: Nessi bückt sich, meint verwundert: "Oh, ein Lorbeerblatt!", und hebt das Blatt auf.
Naja, ich denk mir nur: "WOW! Ein Lorbeerblatt im Lorbeerwald! Wie kommt denn das hier her? Also wenn das nicht was mit echter Zauberei zu tun hat! Ein Lorbeerblatt im Lorbeerwald! Hier muss es wirklich Hexen geben!" *trief vor Ironie*
Haben gelernt, dass rote Sachen vor Hexen und Hexenfluch schützen. Reiseleiterin hat das gesagt. Darunter fällt natürlich auch Sonnenbrand, hat sie gemeint. Tja, von dem hatten wir ja noch ein bisschen.
Den Eingang zum Hexenwald bewachte übrigens ein Ziegenbock mit geschraubten Hörnern. Nessi und ich haben ihn "Luzifer" genannt.
Das Komische war ja: vor uns ging so ein hässliches deutsches Pärchen (jetzt nichts gegen die Deutschen, aber die beiden waren echt hässlich) Sie so zu ihm: "Oh, kuck doch! Fotografier die! Fotografier die!"
Er fotografiert also.
Sie zu ihm: "Oh, die hat sogar gelächelt! Hast das gesehen? Die hat sogar gelächelt!"
Nessi und ich werfen uns fragende Blicke zu, doch es ist eindeutig: mit "die" ist der Luzifer gemeint. Da hat der aber Glück, dass der sowieso nur Spanisch versteht. Naja, oder das deutsche Pärchen hatte Glück. Je nachdem, wie man die spitzen, langen Hörner des Luzifers deuten möge.
Nun, nach Verlassen des Hexenwaldes ging es über Terrassenfelder nach Arure. Die Leute sagen, dass Arure das Haus des großen Königs war und Valle Gran Rey eben sein Tal. Sind dort mit dem Bus abgeholt worden und nach Valle Gran Rey zum einzigen Sandstrand auf der Insel gefahren. Hätten dort baden können, wollten aber lieber was zu essen. Mit dem Bus ging's dann wieder zum Hotel Jardin Tecina zurück. Ich will ja wieder nix gegen die Deutschen sagen, aber: Die meisten von denen, die da heut im Hexenwald waren, haben da so ein komischen Angebot angenommen gehabt. Die haben vom Veranstalter dieser Touren fürs Wandern erstens ein Mittagessen bekommen, was ja an sich okay wäre, wurden aber zweitens mit einem WANDERDIPLOM (!!!!!!) ausgezeichnet! Und das dafür, dass die einen Fuß vor den anderen setzen! Auf fast immer ebener Fläche! Respekt, Respekt, den diplomierten Wanderern!
Und jetzt mach ma sich einen diplomiert guten Abend, nämlich mit Bierchen und Fußball.

Nur so mal zum Papierfüllen erwähnt:
Ich so zu Nessi: "Ich hab eine Blase von den Schuhen!"
Nessi drauf: "Ich auch!"
Ich so: "Meine ist aber größer!"
Und Nessi: "Streber!"

Haben heute herausgefunden, warum Kolumbus' Geliebte, die Herzogin Beatrice de Bobadilla, Witwe war. War nämlich so: Der Herzog hatte eine Geliebte, die war eine Ureinwohnerin. Der Herzog aber nicht. Die haben sich immer in einer Höhle getroffen zum ..... naja, so weit woll'n ma das doch nicht ausführen. Eines Tages jedenfalls haben das die anderen Ureinwohner rausgekriegt und waren echt voll nicht begeistert. Die sind dann auch gleich richtig zur Sache gegangen und haben dem Herzog die Gurgel durchgesäbelt. Mahlzeit! Die Herzogin war sauer darüber und hat sich Hilfe vom Festland geholt und die Männer der Ureinwohner abmurksen lassen, Frauen wurden zu Sklavinnen gemacht. Tja, wenn adelige Frauen sauer werden....

4.7. - ZUHAUSE -
So, endlich wieder zu Hause! Was für eine Freude! Jetzt aber noch einige Nachträge:
Die seltsamen Bäume, die schräg oder sogar nach unten wuchsen, waren gar keine Bäume, wie ich fälschlicherweise beim ersten und auch bei allen anderen Anblicken dieser dachte. Habe erfahren, dass das die Blüten der Agaven waren. Mhm. Welch Täuschung! Aber um jetzt nicht theatralisch zu werden, sag' ich einfach: Ich habe die Bluten ja NUR für Bäume gehalten. Manch' anderer behauptete, überdimensionalen Spargel gesehen zu haben. (Um allerdings nicht in ethnisch bedingte Schwierigkeiten zu kommen, möchte ich nicht erwähnen, aus den Mündern welcher Nachbarn unseres schönen Österreichs ich diesen Satz mehrmals hörte. Man möge mir verzeihen.)
Am Freitag war gar nix los, bin nur im Zimmer und auf der Terrasse gewesen. Waren am Abend wieder beim Mafioso essen. Am Samstag haben wir nur gepackt und wurden um 12 Uhr in den Bus verfrachtet, nach San Sebastian gebracht und mit der Fähre nach Los Christianos gefahren. Dann wieder Bus zum Flughafen. In Schwechat hat uns der Thomas abgeholt. Es war fast 23 Uhr laut gomerischer Zeitrechnung, bedeutet, bei uns schon fast 24 Uhr! Somit waren wir inklusive Zimmer verlassen und zur Rezeption gehen und dort alles abgeben, was denen gehört, 12 Stunden unterwegs! Naja, plus die halbe Stunde, die wir dann brauchten um nach Hause zu fahren.
Jetzt bin ich echt froh wieder da zu sein, La Gomera war zwar echt schön, doch länger hätt' ich's nicht ausgehalten. Und jetzt brauch ich erst mal Urlaub vom Urlaub!



Dieser Reisebericht wurde mit bestem Wissen und Gewissen geschrieben und überarbeitet. Die darin enthaltenen Daten sind Fakten über Land und Leute, Fauna sowie Flora Gomeras und auch über die seltsamen Urlauber, die uns dort begegnet sind und die wir selbst natürlich auch waren!

Beschwerden, Wünsche, Anregungen richten sie bitte an den Autor!

Kommentare

kaja_na@gmx.at schrieb:
Hy ihr da draußen! Ich würd mich über ein bisschen Kritik freuen! Schreibt doch einfach eure Meinung zu meiner Story!
Liebe Grüße, Kaja (Autorin ;-))

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.