Return to Home - Blitz, Donner und Regen
von
Bone1979
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Blitz, Donner und Regen
#1
Beim Planetaren Wetterdienst von Terra gab es ein Schichtsystem. Rund um die Uhr war die Überwachungsstation besetzt. Ein Netz aus Wettersatelliten umkreiste den Planeten. Auf der Oberfläche gab es ein Netz aus Bodenstationen. Der Wetterdienst verfügte über ein Frühwarnsystem, um das die Flotte die Behörde beneidete.
Dabei, so Kayja Argument, war ein Frühwarnsystem zur Überwachung des Wetters weitaus billiger und einfache konstruiert als ein vergleichbares System für die weitläufige Grenze der Vereinten Terra-Gvan Union.
Kayja arbeitete aufgrund des Rotationsprinzips wieder Mal in der Nachtschicht. Sie begann ab Null Uhr Dreißig und endete laut Dienstplan um Neun Uhr. Die Ersten aus der Frühschicht traten ihren Dienst um Acht Uhr an. Alle anderen aus der Schicht kamen um Neun Uhr Dreißig. Die Abendschicht kam um Sechzehn Uhr, bzw. Siebzehn Uhr Dreißig.
Gegen die Nachtschicht hatte Kayja nichts. Die Arbeit lief ruhiger ab. Man konnte einige Sachen erledigen, die während der Frühschicht auf der Strecke blieben. Zurzeit arbeiteten Vier weitere Personen in der Überwachungsstation.
Die Mischlingsfrau nahm einen Schluck ihres Kaffees. Sie brauchte ihn nicht um wach zubleiben, sondern weil es ein Ritual von ihr war. Bei jedem Schichtbeginn trank sie einen Kaffee.
„Jerome. Wie geht’s den Zwillingen?“, fragte Kayja ihren menschlichen Kollegen.
Jerome war Vierundzwanzig, seit gut Zehn Monaten beim Wetterdienst und bereits Vater von Zwillingen. Sie waren vor einer Woche zur Welt gekommen. Bevor die Geburt soweit war, konnte er einfach nicht stillsitzen. Er war total nervös, checkte minütlich seinen Pager, sein ComPhone und seine Mailbox. Außerdem checkte Jerome seine Benachrichtigungsdienste nach jedem Check.
Als dann der Anruf kam, drohte Jerome vollends Zusammenzubrechen. Er schaffte es dennoch rechtzeitig ins Krankenhaus um bei der Geburt dabei zu sein. Zwillinge hatten weder seine Frau noch er erwartet. Da sie es von vornherein abgelehnt hatten zu wissen ob es ein Mädchen oder Junge wurde.
Anscheinend hielten die Neugeborenen ihren Vater ganz schön auf Trab, denn man sah ihm den fehlenden Schlaf deutlich an. Gestern war er an seiner Terminalstation eingeschlafen. Keiner der Kollegen störte sich daran. Schließlich war er mit Zwei Mädchen schon gestraft genug.
„Bestens.“, sagte er und gähnte. Danach schüttelte er sich, um den Schlaf zu vertreiben.
„Wenn du willst übernehme ich deine Station und du legst dich in Alberts Büro hin.“, schlug Kayja vor.
„Ich kann Schlafen wenn ich Tod bin.“, zitierte er ein altes menschliches Sprichwort und gähnte erneut.
„Ich übernehme deine Schicht. Du brauchst Ruhe und Schlaf. Andernfalls wirst du uns hier zusammenbrechen. Das gefällt der Berufgenossenschaft mit Sicherheit nicht.“
Sein Widerspruch ging in einem langen Gähnen unter.
Kayja ging zum Getränkespender, bestellte einen gvanischen Tee und sah wie Jerome tief und fest auf der Couch im Büro ihres Chefs schlief. Der Arme Jerome musste reichlich Schlaf nachholen.
Sie kehrte zu ihrer Station zurück, nahm das Pad und las den Roman weiter. Gerade als die beiden Polizisten dabei waren den Hauptverdächtigen in die Mangel zunehmen, ertönte der Unterwetter Frühwarnalarm und lenkte ihre Aufmerksamkeit auf sich.
Kayja legte das Pad beiseite, stellte die Tasse ab, sah sich die Daten auf dem Bildschirm an und gab etwas über das Touchscreenfeld ein. Ein neuer Strom von Daten erschien. Zwei dunkle Wolkenfelder vereinten sich. Ein Wirbel in der Mitte entstand. Das sanfte Grau verfärbte sich augenblicklich ins dunkle Grau. Keine Minute später wurde das dunkle Grau um den Wirbel herum pechschwarz.
Sie gab weitere Anfragen ein. Die Unwetterprognose stieg um Zwei Alarmstufen. „He, Klaus. Kannst du mir einen Kurs für diese Unwetterfront berechnen.“
„Kein Problem.“, meinte Klaus Länder.
Auf der Großen Karte von Terra wurde der Sektor herangezoomt. Sie saßen ein Echtzeitbild der Unwetterfront. „Meiner Berechnung nach“, sagte Klaus während sich das Bild leicht veränderte. Es wurde ein wenig herausgezoomt. Dadurch vergrößerte sich das Sichtfeld. „wird sich die Unwetterfront bei momentaner Wetterlage hier entlang bewegen.“ Zur Untermalung erschien eine Orangelinie. Sie verfärbte sich an einer Stelle Rot.
„Zoom den Roten Bereich heran.“, meinte Kayja trocken.
Wie gewünscht wurde der entsprechende Abschnitt vergrößert. Eine Inselgruppe erschien auf dem Bildschirm. Um was für eine Inselgruppe es sich handelte war allen klar. Wer es vergessen hatte wurde durch den eingeblendeten Namen der Hauptinsel erinnert; Greenberg Island.
Der Alarm ließ Kayja auf ihren Bildschirm schauen. Soeben wurde die Unwetterfront vom Computer zur C-Kategorie erklärt. Denn Richtlinien vom Wetterdienst folgend hatte das eine Unwetterwarnung für die betreffende Region zur Folge.
Der Schichtleiter musste sie bestätigen und weiterleiten. Ihr Schichtleiter war gerade auf einer Tagung auf JoJo Home.
*
Greenberg Island, benannt nach Jason Greenberg, war die Hauptinsel der Inselgruppe Greenberg Keys. Die Inselgruppe lag vor der Ostküste des Ersten Kontinents von Terra. Auf ihr hatten sich die Streitkräfte angesiedelt. Alle wichtigen Gebäude, Institutionen und Behörden des Militärs waren auf den Greenberg Keys vertreten. In der Hauptstadt von Terra wiederum befanden sich die militärischen Ministerien.
An der Westküste vom Kontinent, dem einzigen auf Terra wohlgemerkt, lag eine weitere Inselgruppe. Die Ramirez Inseln, nach einem Marine benannt, befanden sich ebenfalls unter militärischer Verwaltung und dienten als Trainingsgelände der Teilstreitkräfte. Dort fand der praktische Teil der Grund-, und Spezialausbildung statt. Während auf Greenberg Island das Ausbildungs-, und Schulungszentrum mit dazugehörigen Campus lag.
Leiter der Militär Schule, in der die Rekruten und Kadetten sowie die angehenden Offiziere aller Teilstreitkräfte unterrichtet wurden, war Dreisterne General Stefan Alexander. Alle Fünfjahre wurde vom Generalstabschef ein neuer oder alter Leiter der Militärschule ernannt. Welcher wiederum von der Präsidentin oder dem Präsidenten bestätigt werden musste.
Leiter der Militärschule konnte jeder aus den Teilstreitkräften werden. Seit knapp Dreizehn Jahren hatte mal wieder jemand vom Marine Corps das sagen. Unter seiner Leitung hatte sich jedoch nichts groß verändert. Die Lehrpläne waren überarbeitet worden, ebenso die Vorschriften zur Simulierung eines Gefechts auf den Ramirez Inseln. Ein neuer Speiseplan wurde erstellt. Die Ausrüstungsbeschaffung verbessert. Alles im allem hatte es keiner gravierenden Veränderungen im Alltag der Militärschule gegeben.
„Sir. Der Wetterdienst hat die Unwetterwarnung B herausgegeben.“, unterrichtete Senior Chief Ma’rques.
Wenn Alexander aus dem Fenster seines Büros sah konnte er keinen Unterschied erkennen. Der Himmel war nahezu finster. Blitz. Donner. Regen. Auf dem Vorplatz konnte man sehen
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