Return to Home - Musketiere
von
Bone1979
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„Wie schlimm ist es, Doc?“, fragte Senior Kadett Alec Persson den Arzt.
„Die Kniescheibe ist zertrümmert, das Kreuzband und die Achillessehne sind gerissen. Senior Kadett Hamill wird eine ganze Weile außer Gefecht gesetzt sein.“
Persson sah Kadettin Semir an. Sie wusste ebenso wie er was das bedeutete. Der Ausfall von Neo Hamill traf sie schwer. Einen passenden Ersatz zu finden war schwierig. Wie ein einziges Hardball Spiel alles auf den Kopf stellen konnte.
„Haben Sie einen Ersatz für Hamill gefunden?“, fragte Commodore Alvarez.
Persson reichte ihm das Pad.
„Sind sie sich sicher?“, hackte Alvarez nach.
„Er ist der einzige brauchbare Kandidat für die Crew, Sir.“, erklärte Persson sicher und selbstbewusst.
Ihm war die Wahl alles andere als leicht gefallen. Sie brauchten jedoch einen Piloten. Jemand der regelmäßig die höchste Punktzahl bei den Simulationstest hatte und dem das Fliegen im Blut lag. Für das was ihnen bevorstand durfte er auf nichts anderes achten.
„Ich hoffe sie wissen was sie tun, Kadett.“, meinte Alvarez und reichte dem Kadett das Pad zurück.
Das hoffte Persson auch.
Nur widerwillig erhob sich Silvio Sanchez aus dem Bett des Motels und ging ins angrenzende Bad. Nach dem Duschen zog er sich wieder an. Er nahm die rotschwarze Overalljacke, knöpfte sie zu und sah in den halb blinden Spiegel. Niemals hätte er gedacht ein Kadett der Flotte zu werden. Es war bei weitem nicht das was ihm vorschwebte. Vor der Wahl der Richterin, hatte er an Illegalen Rennen teilgenommen und gehörte zu den Besten Piloten in Süd Angeles.
Er wandte sich um und sah unter der angenehm weichen Decke einen hübsche Frau liegen. Sie besaß eine weiche Haut. Ihr Körper war wohlgeformt und in seinen Augen perfekt. Ihr dunkelrotes Haar roch stets nach Vanille. Ihre klaren Blauen Augen blickten ihn an.
„Die Uniform steht dir.“
Er ging zu ihr und küsste sie. „Schön das sie dir gefällt.“, sagte er.
Amber J’onas richtete sich im Bett auf. Dabei rutschte ihr die Decke runter, und er konnte ihre Brüste sehen.
„Nicht die Verpackung gefällt mir, sondern der Inhalt.“, meinte sie.
Silvio lachte. Sie kannten einander seit Jahren.
„Es ist doch nur bis zur Graduierung, Sil.“, erinnerte Amber ihn fürsorglich und strich ihm über die Wange.
Bis dahin schien es ihm noch eine Ewigkeit zu dauern. Vielleicht hätte er sich besser anders entschieden. Was Gefängnis bedeutet hätte. Und er konnte sie nicht sehen. Ein gutes hatte das ganze jedoch. Man erlaubte ihm einige der schnellsten Flitzer der Union zufliegen, ohne das er sie sich unerlaubt ausleihen musste. In seinen Adern floss Benzin, obgleich dieser altmodische Treibstoff keine Anwendung mehr fand.
Amber war in vielerlei Hinsicht etwas besonders für ihn.
Mit seinen Sechsterminalstationen war der Bahnhof von Engelstadt verhältnismäßig klein. Beinahe zu klein für das tägliche Verkehraufkommen, mochte man meinen wenn man vor Ort war. Tausende Leute kamen oder gingen. Der Bahnhof war gerade mal ein Footballfeld groß, besaß eine schnörkellose Kastenfassade aus Stahlbeton und getönten Glas. Er lag mitten im Stadtzentrum, umgeben von Megatowers und Türmen.
Silvio sah auf der Anzeigentafel wann der nächste Zug nach Greenberg Island ging. Auf der Inselkette, vor der Ostküste, waren die Streitkräfte konzentriert. Dort befanden sich alle militärischen Behörden, Ausbildungsstätte und Zentren. Über der Inselkette herrschte ein striktes Flugverbot für den zivilen Verkehr. Nur auf der entlegenen Insel gab es einen zivilen Bahnhof. Von dort aus ging es mit militärischen Verkehrmitteln weiter.
Der Schnellzug fuhr auf einer Magnetschiene entlang. Dabei erreichte er eine Spitzen-geschwindigkeit von nahezu Vierhundert Kmh. Auf den Highspeed Strecken konnten die Schnellzüge sogar Sechshundert Kmh erreichen. Leider waren die Schnellzüge unlenkbar was das ganze uninteressant machte für Silvio. Er liebte Geschwindigkeit.
Während der Fahrt durch die Landschaft, kamen ihm viele Gedanken. Die meisten drehten sich um Amber und ihn. Hatten sie eine echte Beziehung, oder nur eine Affäre? Meistens wenn sie sich trafen hatten sie Sex miteinander. Ihre Erste Begegnung fand während eines Treffens der Underground Community statt. Sie war ihm in dem Club sofort aufgefallen. Irgendwie stach sie aus dem Pulk von hübschen Frauen heraus.
Dass sie ihn verhaftete und eine Undercoveragentin der Bundespolizei war, hatte ihn überhaupt nicht gekümmert. Amber brachte ihn ins Gefängnis. Trotzdem war er ihr nicht böse. Sie setzte sich bei der Richterin für ihn ein, wodurch sie ihm die Wahl ließ. Das kostete Amber ihren Job bei der Bundespolizei. Zurzeit arbeitete sie für eine Private Sicherheitsfirma.
Ihre Beziehung war seltsam.
Nach Zwei Stunden erreichte der Schnellzug den zivilen Bahnhof auf der entlegenen Insel. Außer dem Bahnhof und dem angrenzenden Raumhafen gab es nichts weiter auf der Insel. Sie war ein Eiland. Halb so groß wie die Fläche der Hauptstadt, Capitol City. Daher mangelte es an Platz damit Megastädte entstehen konnten.
Der Bahnhof und der Raumhafen waren durch eine gläserne Passage miteinander verbunden. Hinter den automatischen Glastüren kam der Check-in Bereich. Dort mussten sich die Leute, die nach Greenberg Island wollten Ausweisen. Man schob die ID Karte in das Leseterminal, die vor der großen Anzeigentafel in Reih und Glied standen. Sein Name erschien, sowie das Abfertigungsterminal an dem er sich anfinden sollte.
Sein Abfertigungsterminal lag im C-Ring. Er stieg zusammen mit Zwölf anderen Leuten in den Turbolift. Fünf stiegen beim A-Ring aus. Der Rest beim B-Ring. Niemand sonst war für den C-Ring eingeteilt. Es war auch das erste Mal das er beim C-Ring aussteigen musste. Silvio ging beim verlassen des Turbolifts nach rechts, da dort laut Infotafel die Startbucht 3 in dieser Richtung lag. Er zog seine ID Karte durch das Lesegerät. Die Tür zur Startbucht glitt beiseite.
Silvio betrat die Transitfähre. Außer ihm war noch eine weitere Person anwesend. Sie trug die Kadettenuniform und besaß den Junior Rang. Ein Mann tauchte auf.
„Senior Kadett Sanchez?“
Silvio nickte nur und setzte sich. Er wusste nicht wieso aber hier stimmte etwas nicht. Nur in seltenen Fällen wurde der C-Ring für Abflüge benutzt. Außer ihm war sonst niemand beim C-Deck ausgestiegen. Er hatte niemanden gehört. Was bei dem Trubel im Eingangsbereich sehr merkwürdig war. Und dann dieser Mann. Irgendwoher kannte Silvio ihn.
Die Transitfähre startete. Aus dem Sichtfenster konnte er sehen wie sie die Startbucht verließen, eine leichte Kurve flogen und an Höhe gewannen. Nach nicht mal einer Minute sah man nur noch das offene Meer.
„Das nett man auch Entführung.“, sagte Silvio völlig ruhig.
Die Frau zeigte keine Reaktion. Was er auch nicht erwartet hatte. Sie hätten längst einige der Inseln überfliegen oder deren Küsten streifen müssen. Wenn er sich zudem nicht ganz irrte, flogen sie in die komplett falsche Richtung.
Silvio
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