Return to Home - Romeo & Julia
von
Bone1979
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Der Sturm hatte an Stärke zugenommen. Bis dato hatte das Beobachtungsteam solche vergleichbaren Stürme nur auf der Ostseite des Planeten beobachtet. Dort setzten die Stürme zum Frühlingswechsel und Herbstende ein. Dem bisher stärksten Sturm hatte die Gruppe aus Wissenschaftlern und Forschern den Namen Hannibal gegeben.
Jetzt übertraf der heutige Sturm alles bisher da gewesene. Man hatte nicht feststellen können voran das lag. Alle gesammelten Daten sprachen gegen eine solche Zunahme des Sturms.
Alles was nicht fest verankert worden war, wurde wie Spielzeug durch die Luft geschleudert. Dabei trugen manche der Dinge ein Tonnengewicht. Ob die Versicherung das abdeckte!
Das Gebäude der Agentur für Planeten Beobachtung (=APB) war zwar Erdbeben sicher, aber man war nie auf die Idee gekommen es auch unter den momentanen Wetterbedingungen zu testen. Andererseits konnte man nicht ahnen das es jemals genau dafür eingesetzt wurde, wie im Moment.
Ein Mann in einem Panzeranzug des Terra Marine Corps (=TMC) betrat den Außenposten des Terra Kolonie Büro (=TKB). Der Planet mit dem Namen Caesar stand ganz obern auf der Kolonisierungsliste. Daher errichtete das APB in Zusammenarbeit mit dem TKB einen Außen-, Beobachtungsposten ein. Die durchschnittliche Beobachtungsdauer eines Planeten betrug ein Jahr Minimum. Nach einem Abschlussbericht und der Prüfung der gesammelten Daten, was bis zu Drei Monate dauern konnte, je nach Umfang der Datenmenge, wurde der Planet zur Kolonisierung freigegeben. Dadurch wiederum konnte sich der Aufenthalt des APB auf maximal Fünf Jahren verlängern. Auch wenn das TKB die völlige Kolonisierung eines Planeten verhängte. Bei dem Planeten Shaparow zum Beispiel hatte die APB seit Zehn Jahren eine Gruppe vor Ort. Die Beschaffenheit des Planeten erforderte eine längere Beobachtungs-phase als üblich. Insgeheim wurde beim TKB Shaparow inzwischen als unkolonisierbar geführt.
„Die Zeit wird knapp.“, erklärte der Sergeant.
Die Beobachtungsgruppe wurde vom Planeten evakuiert. Eine Folge des Unwetters.
„Einen Moment noch.“, erwiderte ein ergrauter Mann.
Er war über eins der Terminals gebeugt. Über das Terminal kamen Daten der stationären Wetterstationen rein. Für den Professor der Planetogie waren die Daten einfach unglaublich und sehr wichtig. Sie gaben ihnen möglicherweise Aufschluss über die Beschaffenheit des Sturms. Für eine genaue Analyse fehlte ihnen einfach die Zeit. Daher wollte er so viele Daten wie möglich erhalten und sie später auswerten.
Der New Yale Professor wusste um die Gefahr, die von dem näher kommenden Sturm ausging. Immerhin hatte er um Hilfe, in Form einer Evakuierung, gerufen.
„Speichern sie das alles, Julia.“, trug Kevin Meyer der zwanzigjährigen Studentin auf.
Junior Captain Stella Hampshire befehligte den Schweren Kreuzer TF (=Terranische Flotte) Cali. Mit den Drei Versorgungsschiffen war die TF Cali ins Sternensystem des Planeten Caesar geflogen. Zur Fracht der Versorgungsschiffe gehörten Ersatzteile und Gerätschaften für den Beobachtungsposten.
Als die Vier Raumschiffe eintrafen, erhielten sie den Hilferuf von der Beobachtergruppe. Sofort ließ Jr. Captain Hampshire Evakuierungsgruppen zusammenstellen. Die sollten das Personal vom Planeten holen.
Inzwischen war die Evakuierung angelaufen. Bisher lief alles ohne Probleme.
„Wie viele sind noch unten?“, wollte sie von ihrem EO (Erster Offizier) wissen.
Auf dem Bildschirm sahen sie den Planeten vom Orbit aus. Über mehr als Zweidrittel des Kontinentes lag eine nahezu schwarze Wolkenschicht.
„Sechs Leute. Darunter Professor Meyer.“
„Zeit?“
Das war mit Sicherheit kein normaler Sturm. Eine Schwarze Spirale mitten im Zentrum der Wolkenschicht hielt genau auf die Position des Beobachtungspostens zu.
Der Flug hatte es in sich. Die Turbolenzen in der Atmosphäre waren viel heftiger und nahmen mit jeder Minute zu. Dabei wurde der Luftlandetransporter wie bei einem Cocktail Getränk durchgeschüttelt.
Pilot des LLT (=Luftlandetransporter) war Commander Susan Hall. Sie gehörte dem Terra Air Marine Corps (=TAMC) an. Lieutenant Frank Soto war ihr Co-Pilot. Private Ursula Lupescu war die Bordtechnikerin. Sie gehörten zur Bordcrew. Mit im Luftvehikel saß Sergeant Romeo Montague. Er gehörte dem TMC an und musste hinaus um die Zivilisten an Bord zulotsen.
„Ich dachte man bringt euch das Fliegen dieser Gurken im Air Corps bei.“, sagte Montague über den Bordfunk.
Für eine Erwiderung fehlte Commander Hall die Zeit. In der Flugschule (Air School) wurde das Fliegen unter Turbolenzen als Thema und im Simulator geprobt. Was keinesfalls vergleichbar mit dem war, was hier abging. Alle Systeme – der Gurke – liefen auf Hochtouren. Die Stabilisatoren heulten aufgrund der Höchstleistung. Die Sicht war gleich null. Hall flog nur nach denn Einzeigen des Navigationscomputers. Er zeigte ihr alle relevanten Flugdaten an. Wegen der starken Turbolenzen wurde die Flugroute zum Beobachtungsposten eins ums anderen Mal verändert.
Erst als Hall landete, sah man die Positionslichter der markierten Landezone. Die Landestelzen bohrten sich in den weichen Morast.
Montague schnallte sich das Impulsgewehr auf den Rücken. Er wusste zwar nicht wie es ihm bei der Evakuierung oder gegen eine Naturgewalt helfen konnte, aber ein Marine setzte nie einen Fuß auf einen Planeten ohne sein Impulsgewehr.
Der LLT hatte noch nicht richtig aufgesetzt, da sprang er schon aus der geöffneten Heck-lucke. Er sprintete ins Gebäude. Wo bereits die letzte Gruppe darauf wartete abgeholt zu werden.
Mit dem Marine, der vor Ort geblieben war, brachte Romeo die Leute zum Luftlandetrans-porter. Blitze schlugen in der Umgebung ein. Es war sogar noch dunkler geworden. Die Windböen entwurzelten ganze Bäume, knickte sie um wie Pappe. Das Zentrum des Sturms war nicht mehr weit weg. Romeo hatte nicht vor hier zu sein, wenn das geschah.
„Es fehlt noch jemand.“, schrie der Professor über das Getöse des Sturms hinweg.
„Was?“
„Es fehlt noch jemand. Ihr Name ist Julia. Sie muss noch im Gebäude sein.“, schrie er den Marine an.
Na, wunderbar. Für so was hatten sie echt keine Zeit. „Ich muss noch mal zurück. Es ist jemand zurückgeblieben.“, informierte er Commander Hall über den Com-Link in seinem Helm.
„Was zum Teufel geht dort unten vor?“, wollte Junior Captain Hampshire wissen.
Die Antwort erhielt sie von ihrem EO.
Julia Capulet hatte die letzten Speicherdatenchips gerade weggesteckt, als einer der Marines ihr gegenüberstand. Er hatte den Panzerhelm deaktiviert, wodurch sie sein Gesicht sehen konnte. Der Marine war niemand anders als Romeo Montague.
Beiden stand die Überraschung ins Gesicht geschrieben. Niemand hatte damit gerechnet den jeweils anderen gerade hier zusehen. Was es doch für Zufälle gab.
„Verdammt, Romeo, beeilen sie sich. Die Zeit wird knapp.“, teilte ihm Commander Hall über Intercom mit.
„Hab sie gefunden. Wir kommen jetzt raus.“, gab Romeo zurück.
Da schlug ein Blitz ins Gebäude ein.
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Kommentare
Lexa schrieb am 2006-11-16 21:24:49:
Ein prima Auftakt. Habe wieder nur die erste Seite gelesen, lässt auf einen weiteren spannenden Verlauf, mit vielleicjt etwas Romantik hoffen. Lese Dich sehr gerne. Dich werde ich beibehalten. Da werden immer mehr Sinne angesprochen. Jetzt kann ich Dich schon sehen, fühlen und verstehen und neuerdings auch hören *g*. LG Lexa
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