Return to Home - Sansibar
von
Bone1979
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Eine unberührte Landschaft breitete sich auf dem Bildschirm aus. Die unbemannte Sonde flog die eingegebene Route ab. Der Computer und ein Mitarbeiter des Vereinten Kolonie Büro (-VKB) der Vereinten Terra-Gvan Union, überwachten die Sonde und deren Funktionen. Es kam schon mal vor das die Sonden bei Aufklärungsflügen abstürzten. Im Vergleich zu militärischen Stealth Sonden, waren diese zwar billig, aber besaß das VKB keinen Milliarden Haushalt wie die Streitkräfte. Daher wollte man die Verlustquote bei den Sonden möglichst gering halten.
Die Baumkronen hatten eine helle braune Farbe. Alle bisherigen Flüge ließen stets gesunde starke Bäume erkennen. Manche waren an die Zwanzig Meter groß. Auf der Südseite des Planeten Sansibar, waren Mammutbäume entdeckt worden, die denen auf Terra oder Gvan keineswegs in Konkurrenz standen. Sie waren gewaltig.
Das war kein spektakulärer Fund. Die Sonde überflog die letzten Baumgipfel. Eine aufkommende Windböe ließ die Sonde kurz vom Kurs abkommen. Der Steuerungscomputer korrigierte das. Die langen Grashalme bogen sich elegant mit dem Wind. Das saftige Gras besaß eine gesunde dunkelgrüne Farbe. Manche stellen waren leicht bräunlich verfärbt. Ein Anzeichen für den bevorstehenden Herbstwechsel.
Eine kleine Felsformation wurde überflogen. Ebenso eine gras bewachsende Hügelkuppe. Ein ungeschultes Auge hätte es übersehen. Die Leute hatten diese Aufklärungsarbeit schon oft gemacht.
„Was zum Geier…“, sagte einer der Mitarbeiter des Vereinten Kolonie Büro.
Die Formation war mit violettem Moos bedeckt. Hier und da waren Blumen zuerkennen. Auf einmal klaffte in der Formation ein Loch, was irgendwie unnatürlich aussah. In dem Loch lagen Fragmente, die wie Trümmer aussahen.
Kaum war die erste Formation überflogen, kamen weitere hinzu, bis der ganze Sichtschirm voll war. Turmartige Gebilde ragten aus dem Zentrum empor. Die Türme hatten ihr impulsantes Erscheinungsbild nicht verloren. Die Fassade aus Glas und Stahlalu war matt. Mehrere Schwarzsilberne Fensterscheiben waren kaputt, nur wenige waren heil geblieben.
Nach dem Zentrum überflog man wieder kleinere Gebäude und Formationen. Bis der Sichtschirm die unberührte Landschaft zeigte. Der Mitarbeiter änderte die Flugbahn der Sonde. Das musste er sich noch mal ansehen.
Die Sonne war vor einer Stunde aufgegangen. Der Frühherbst war seit einigen Tagen hereingebrochen. So früh am Morgen, Sieben Uhr Terra Standartzeit, konnte man seinen Atem sehen. Der Winter auf der Ostseite von Sansibar nahte und genau dort hatte das Institut für Archäologie (-IA) in Zusammenarbeit mit dem Vereinten Kolonie Büro und der Agentur für Planeten Beobachtung ein Lager aufgeschlagen. Für die Mitarbeiter des Projekts Sansibar I ging wegen des kommenden Winters keine Gefahr aus. Da das Projekt auf längere Sicht hinaus geplant und bewilligt wurde, stand von vornherein fest das die Mitarbeiter den Winter miterleben würden. Darum waren alle Vorkehrungen getroffen und die benötigte Ausrüstung zu Verfügung gestellt worden.
Lisa Diesel hatte mit der Jahreszeit keine Probleme. Im Gegenteil, ihr war der Winter lieber als diese heißen stickigen Sommertage. Die Siebenunddreißigjährige war auf Galileo geboren. Genauer gesagt in der Siedlung Ewiges Eis, auf dem Nordpolarkontinent Newton. Einem sehr kalten Flecken Erde. Daher besaß Newton auch nur Zwölf Siedlungen. Newton galt nämlich als der kälteste Ort in der Union.
Somit war Lisa, die Tochter eines Meeresbiologenpaares, abgehärtet. Sie leuchtete mit der, am Arm befestigten, Taschenlampe nach rechts. Ein feucht modriger Geruch stieg ihnen in die Nase. Der Lichtstrahl traf eine mit Keimen und Bakterien tapezierte Wand. Unter der ungefährlichen Weiß Orangen Schicht kam das dumpfe Silbergrau der Wand zum Vorschein. Auf dem Boden hatte sich stellenweise das nährstoffreiche Moos angesiedelt.
Vorsichtig ging Lisa weiter. Mit den Jahren war ein Teil der äußeren Decke eingestürzt. Womit sie einen Blick auf die Innere Decke bekam. Keinerlei Mängel waren zuerkennen. Das würden sich die Leute vom Bauwesen näher ansehen. Die Scanner hatten jedenfalls keine strukturellen Schäden entdeckt.
Unterschiedlich große Betonbrocken der äußeren Decke lagen auf dem Boden und bildeten eine zufällige Formation. Das Moos hatte bereits weite Teile der Betonbrocken mit einer Schicht Jungmoos überzogen.
Sonst fand Lisa nichts indem Raum. Daher ging sie von einem unbenutzten Lagerraum oder Abstellkammer aus. Beim hinausgehen, traf ein anderer Lichtstrahl sie.
Er gehörte einem jungen Mann namens Osman Tajfu und war einer von Zwei Studenten, die nicht zum regulären Kader des Instituts gehörten.
„Luis und seine Leute sind durchgekommen, Ma’am. Das sollten sie sich ansehen.“
Mit einem sanften Ruck hielt der offene Transportkäfig an. Luis Juan und sein Team gehörten zum Bergungsteam, das seit Neun Wochen auf Sansibar weilte. Sie Ermöglichteten den Forschern, Archäologen und Wissenschaftlern in die gesicherten Ruinen vorzudringen. Ihre Mitarbeit bei solchen Projekten war unverzichtbar. Daher besaß Luis Team einen Exklusivvertrag mit dem Institut.
Der Transportkäfig führte runter ins Kellergeschoss. Das bisher unzugänglich war. Hier unten war es deutlich kühler als oben. Zwei Lichtstrahler beleuchteten den kurzen Flurabschnitt, der mit Titanalu Stützbalken gesichert wurde. Am Ende des Flures kam ein mehrere Meterdickes Stahlvanadium Schott, durch das sich Luis Leute hatten schneiden müssen. Was einen Tag gedauert hatte. Nun konnte man in den dahinter liegenden Raum vordringen.
Als Lisa eintrat fielen ihr als erstes die geregelten Umweltbedingungen auf. Indem Raum herrschte eine angenehme Zimmertemperatur. Ob das durch die Hitze des Schneidvorgangs verursacht wurde? Sie glaubte es zwar nicht, würde Luis aber bei der nächsten Besprechung mal darauf ansprechen.
Der Boden bestand aus glattem Granit, wie es ihn auf Sansibar schier endlos zugeben schien. Die Wände ebenfalls. Der Raum war so groß wie ein halbes Fußballfeld. Es standen etliche Geräte herum, die zum Teil Ähnlichkeiten mit ihrer Technologie hatten und dann wiederum nicht. Dazu zählten auch die Terminalstationen.
„Irgendeine Idee?“, fragte sie die anderen Leute.
„Sieht mir wie ein Labor aus.“, antwortete Juan mit seinem leichten Bombay Akzent.
Was seinem exotischen Mischlingsaussehen eine besondere Note verlieh. Es war seltsam und amüsant zugleich ihn mit dem Slang seiner Heimat zuhören.
Die Ähnlichkeiten durch heimische Gerätschaften konnten einen zu der Annahme verleiten, das es sich um ein Labor handelte. Andere Gerätschaften hingegen sahen komplett fremdartig aus und gaben Rätsel auf. Viele Geräte besaßen Touchscreenfelder oder Ruftasten. Auf denen sich fremde Schriftzeichen befanden.
„Andrej und seine Leute werden hier viel Zeit verbringen.“, sagte Lisa fasziniert.
Während sie sich weiter umsah, benutzte sie das Interkom.
„Alpha Team an Basis. Alpha Team an Basis. Bitte melden.“
Ein kurzes
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