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Kategorien > Spannung > Nachdenkliches

Return to Life 20

von Ani

Kapitel 21

Tage


Die nächsten Tage verbrachte Nicole, Yvonne und ich mit shoppen. Von
Vormittags bis zu Geschäftsschluss schlenderten wir durch die
Einkaufszentren, probierten hier und da Kleidungsstücke aus, aßen Eis,
beobachteten Leute saßen stundenlang am Rande des großen Springbrunnen und
amüsierten uns über Jungs die mit uns anbändeln wollten. Einige waren in
ihren Flirtversuchen noch ungeschickter als sie aussahen.
Wir saßen einfach da und mußten nie lange warten bis irgendwelche Kerle sich
neben uns setzten und mit ihren Flirtversuchen begannen. Nicole schlug sie
dann meistens mit Worten wie: "Da mußte schon noch bissel üben, so bekommste
nie eine.. und Tschüß" in die Flucht.
Einige ließen sich nicht so leicht abweisen. Eines Tages als wir wieder so
da saßen und uns amüsierten kam ein nicht ganz schlecht aussehender Typ von
vielleicht 19 Jahren und fragte ob eine von uns Lust hätte mit ihn ein Eis
zu essen. "Uns gibt es nur im Dreierpack, und außerdem Eis ??, du bist heute
der dreihunderteinundsiebzigste der das fragt, wenn wir mit jeden Eis essen
würden wären wir dann so dick wie du." sagte Nicole in einer eingebildeten
überheblichen Art, die den Typ wütend machte. "Du bist doch einfach nur eine
billige Zicke" entgegnete der Typ lässig und zog an seiner Zigarette. Yvonne
verkniff sich das lachen. "Darfst du schon rauchen?" stichelte Nicole
weiter. Der Gesichtsausdruck veränderte seine Züge. Der Typ sah nun richtig
wütend aus. Ich sagte gar nichts, Yvonne lachte neben mir und Nicole führte
mit dem Kerl ein immer heftiger werdendes Wortgefecht. Völlig unerwartet
machte der Typ einen Schritt nach vorn und schlug Nicole mit der flachen
Hand auf die Wange. Damit hatte sie und wir auch nicht gerechnet. Ihre Augen
hatten einen Ausdruck als würde sie ihn die nächsten Augenblicke umbringen.
Wortlos stand sie auf und lief auf einen bärtigen, dicken Biker zu der eben
seine Maschine auf den Ständer stellte. Seine Begleiterin nahm ihren Helm
ab. Nicole sagte irgendwas zu dem Dicken. Ich konnte nichts verstehen. Auf
einmal kam der Dicke auf den Kerl zu, packte ihn mit beiden Händen am Kragen
und machte eine heftige Nickbewegung mit deinen Kopf und traf dabei den Typ
der taumelnd einen Schritt zurück lief und "ahh " rief. Der Dicke packte ihn
ein zweites mal und schubste ihn rückwärts in den Springbrunnen. Der Dicke
lief ohne sich noch einmal umzudrehen zu seiner Begleiterin. Yvonne stand
mit offenen Mund. Ich wußte auch nicht was ich sagen sollte. Nicole fing an
zu lachen. Der Typ stand auf. Mit klatschnassen Klamotten stieg er über den
Rand des Brunnen und sagte mehrmals "So eine Scheiße". Er ging einfach in
Richtung Parkplatz und verschwand aus unseren Blickfeld. "Ich glaube ich
träume" sagte ich als ich mich einigermaßen wieder gefasst hatte. "Ich habe
den Dicken erzählt, das der Typ uns gefragt hätte ob wir Liebesboten für ihn
spielen und der Freundin des Dicken ein Angebot über 500 DM unterbreiten
könnten." sagte Nicole. "Wow" staunte Yvonne "so was wäre mir bestimmt nicht
eingefallen".
Am Abend als Yvonne nach Hause gefahren war schlug ich Nicole vor, das wir
zu mir fahren könnten. Nicole war gleich begeistert, befürchtete nur das das
einige Probleme mit ihren Eltern geben könnte. Und tatsächlich. "Kommt gar
nicht in Frage" sagte Nicoles Mutter. "Meine Eltern würden sich freuen.."
log ich. Nicoles Mutter bleib bei ihrer Entscheidung. Nicoles Schwester rieb
sich schadenfroh die Hände und hetzte: "Richtig so, wer weiß was die machen
wollen. Sich bestimmt mit irgendwelchen Kerlen treffen, hinten nach wird sie
noch schwanger..." "Du bist nur neidisch auf mich, guck dich an du wirst nie
einen abbekommen.. peinlich mit zwanzig noch keinen Freund..." sagte Nicole
langgezogen. Wir gingen in Nicoles Zimmer und hielten Kriegsrat. Wir
beschlossen einfach nachts wenn alle schlafen zu fahren. Ich sagte Mike
bescheid. Nicole schrieb einen Brief an ihre Mutter. Den legte sie auf den
Küchentisch. Kurz nach null Uhr dreißig verließen wir das Haus und fuhren
mit dem Taxi auf den Bahnhof. Wir hatten noch mehr als genug Zeit - der Zug
fuhr erst um zwei Uhr fünfunddreißig. Erschöpft und müde gingen wir beide
gleich ins Bett als wir am Morgen ankamen. "Wow, so ein rießen Haus" sagte
Nicole als sie neben mir einschlief. Wie nicht anders erwartet war
Christiane nicht zu
Hause. Was ich noch feststellte war, das nicht mehr all zu viele
Essensvorräte da waren. Also bestellte ich gegen Mittag zwei Pizzas. Nicole
schlief noch tief und fest. Als ich wieder die Treppe nach oben ging kam mir
eine Idee. Ich nahm das große schwere Bärenfell mit dem Bärenkopf welches im
Arbeitszimmer meines Vaters lag. Ich darf dieses Zimmer eigentlich nicht
betreten, deswegen ist es das Zimmer in dem ich mich am meisten aufhalte.
Verbotene Sachen machen einfach am meisten Spaß. Hier gibt es immer eine
Menge zu entdecken. Ich lief mit dem schweren Fell in mein Zimmer. Ich
stellte mich genau vor das Bett. Mit beiden Händen hielt ich den Bärenkopf
in Gesichtshöhe fest. Das Fell hing nach unten. "Huuuuuuuuuu" machte ich.
Das ganze wiederholte ich noch drei Mal ehe Nicole sich verschlafen die
Augen rieb und dann in meine Richtung blinzelte. Im selben Augenblick zuckte
sie zusammen und schrie und strampelte mit den Beinen. "Na warte" sagte sie.
Ich lies das Fell fallen und rannte aus dem Zimmer. Nicole war schneller.
Sie holte mich unten an der Treppe ein. "Das kostet ein Kuss" sagte sie. Sie
lies mich aber einfach stehen als sie das große Gemälde rechts oben an der
Wand im Salon sah und stellte sich davor und betrachtete es eine ganze
Weile. "Wer ist das?" fragte sie. "Irgend ein Onkel von mir glaube ich.."
sagte ich. "Das es früher schon solche schnukeligen Typen gab.. nur die
Klamotten sind nicht so ganz mein Fall" sagte sie ganz ernst. "Eh gerade
wollteste noch n Mädchen küssen und nun schwärmste wieder von Kerlen?
Entscheide dich mal." sagte ich gespielt beleidigt. Sie kam zu mir und gab
mir einen Kuss auf die Wange: "So da" Plötzlich klingelte es. Es war der
Pizzafahrer. Ich gab ihn ein großzügiges Trinkgeld. Zum essen gingen wir auf
die Terrasse. Nicole konnte sich gar nicht mehr beruhigen. Immer wieder
entdeckte sie etwas was in Staunen versetzte. "Habt ihr auch einen Pool?"
"Klar komm mit.." sagte ich und zog sie am Arm. Wieder staunte Nicole,
schubste mich mit Anziehsachen ins Wasser und sprang hinterher. Nach dem
Baden zogen wir uns ganz aus und gingen in mein Zimmer um uns trockene
Sachen zu holen. Nicole saß splitternackt auf meinen Bett während ich nackt
vorm Kleiderschrank stand als ich plötzlich Schritte hörte. "Andrea ?" rief
Christiane. Ich wollte noch schnell die Tür zumachen, da stand sie schon im
Zimmer. Nicole winkelte ihre Beine an und schaute Christiane ziemlich
verlegen an. Christiane starrte immer abwechselnd zu mir und zu Nicole.
"Denke jetzt nix falsches" sagte ich. "..und was kommst du einfach in mein
Zimmer?" Nicole saß auf dem Bett mit dem Rücken an die Wand gelehnt und zog
sich die Decke bis zum Hals nach oben. Ihr war das Ganze mehr als peinlich.
Christiane blickte uns an als sieht sie zum ersten Mal ein Auto. "Was denke
ich denn?" fragte sie schließlich. "Bestimmt was anderes als es aussieht."
antwortete ich. "Und wonach sieht es aus?" fragte sie weiter. "Ach
Abstreiten bringt doch nichts" sagte Nicole plötzlich und zwinkerte mir
vergnügt zu. Ich fand das ganze gar nicht witzig. Jetzt fing Christiane auch
noch an: "Ja wenigstens abstreiten solltest du es nicht" Sie verlies das
Zimmer. "Bist du verrückt?" fauchte ich Nicole an. Sie lachte wurde
plötzlich ganz ernst und fragte: "Andrea? Warum nennt die dich Andrea?"
"Lenk nicht ab, was hast du dir dabei gedacht?" fragte ich. Mir war ganz
schlecht wenn ich daran dachte: "Wenn Christiane nun was meinen Eltern
erzählt..."
"Lenk du lieber nicht ab, heißt du nun Andrea oder nicht?" bohrte Nicole
weiter.
Ich antwortete nicht, versuchte Zeit zu gewinnen. Aber Nicole lies nicht
locker: "Also doch... nur warum dann das Theater?" "Das verstehst du
nicht...Ich erzähle es dir heute Abend..." sagte ich. Ich mußte nachdenken.
Ob sie Mike was erzählen wird? Nicole saß noch immer so da. Plötzlich sprang
sie auf, stellte sich neben mich und nahm sich mein Sommerkleid aus dem
Schrank. "Wie wärs damit?" sie hielt sich das Kleid ran und meinte "Passt
bestimmt, bekomme ich das?" Ich nickte. "Willst du nichts drunter ziehen?"
"Wozu denn das?" fragte sie mich als wäre das selbstverständlich: "Dann habe
n wir nicht so viel zum ausziehen " grinste sie. "Du weißt ja ..Christiane"
fügte sie lachend hinzu. Ich zog mir ebenfalls ein Kleid an. Wir beschlossen
in die Stadt zu gehen. Geschützt vor den heißen Sonnenstrahlen liefen wir im
Schatten der großen Bäume den langen Weg nach unten. Ich beschloss die Sache
mit meinen Namen Nicole jetzt schon zu erzählen. Ich lies kein Detail aus
und erklärte alles von Anfang an. "Du bist ja wahnsinnig" entfuhr es Nicole
als ich fertig war. Zumindest war sie nicht sauer. Sie mußte mir noch
versprechen Mike nichts zu erzählen. "Is ja deine Sache, mich geht es nichts
an" sagte sie. Ich mußte zweimal schauen das ich begriff was ich eben sah:
Der BMW kam uns plötzlich entgegen, fuhr an uns mit hohen Tempo vorbei. Er
konnte nur zu mir fahren, schoss es mir durch den Kopf. "Spinnt der hier so
zu rasen" empörte sich Nicole. Ich schluckte, mir war es plötzlich ganz
schlecht. ich rannte den Weg wieder hinauf: "schnell" rief ich. "Was ist los
?... warte ich kann nicht so schnell.. spinnst du?" rief Nicole und rannte
im Abstand von fünf Metern mir hinterher. Immer wieder fragte sie mich ganz
außer Atem was los sei. Ich sagte gar nichts und rannte so schnell ich
konnte. Tausend Gedanken schossen mir durch den Kopf. Er war bestimmt schon
oben angelangt. Ich würde mindestens noch fünf Minuten brauchen, wenn ich
mit dem Tempo weiterlaufen würde. Nur das konnte ich nicht schaffen. Immer
langsamer wurde ich. Erschöpft lies ich mich am Wegrand an einen Baum fallen
und setzte mich. Nicole kam langsam an, sie war noch erschöpfter als ich:
"... Du bist nicht ganz glatt oder?" Sie sprach in kurzen abgehackten Sätzen
und holte immer wieder Luft. "Hast du ein Handy mit?" fragte ich sie. Sie
winkte ab, beugte sich nach vorn und stützte dann ihre Hände in die Knie:
"Sicher, habe ja auch tausend Taschen dabei.." "Shit.. ich muß weiter" rief
ich und lief langsam weiter in Richtung Haus. Nicole blickte mich
unverständlich an, setzte sich dann und blieb einfach, noch immer nach Luft
ringend, sitzen. Hinter mir hörte ich Motorengeräusche. Das war Olaf! Olaf
bringt immer die Lebensmittel, die Christiane bestellt. Ich stellte mich mit
ausgestreckten Armen mitten auf dem Weg. Er bremste. "Schnell ein Handy"
rief ich. Er gab mir ein Handy und fragte erst dann was los sei. Ich winkte
ab und wählte Christianes Handynummer. Sie ging nach einiger Zeit ran. Ich
fragte ob jemand da sei. "Eine Freundin von dir war da, die kommt später
wieder" sagte Christiane. Ohne aufzulegen gab ich Olaf das Handy zurück und
rannte den Weg wieder hinunter. Olaf rief mir hinterher. Ich rannte bis zu
Nicole die noch immer unter dem Baum saß. "Schnell komm" sagte ich und zog
sie am Arm.
"Sag mir was los ist" sagte sie immer noch so abgehackt. "Keine Zeit, es
geht um Leben oder tot.." ich zog an ihren Arm. Ich lief so schnell es mit
Nicole an der Hand ging, rechts vom Weg über den Graben eine kleine Anhöhe
hinauf. Hier brannte die Sonne. Nicole ließ sich ins hohe Gras fallen. Ich
legte mich auf dem Bauch liegend daneben und beobachtete den Weg.
Tatsächlich der BMW kam wieder den Weg hinunter. Ich duckte mich und drückte
auch Nicoles Kopf nach unten. "Du bist irre.." sagte sie und nach ein paar
Sekunden nochmals: "..irre".
Ich erzählte ihr so kurz wie es ging worum es sich handelt. Andauernd wurde
ich von ihren Zwischenfragen unterbrochen. "Hier sind ja Ameisen" rief sie
und sprang plötzlich auf. Wir liefen zum Weg. "Wohin nun?... hoch oder
runter ?" fragte sie: "Und entscheide dich diesmal vorher." Wir entschieden
uns für die Stadt.

~Fotzetzung Folgt~

Kommentare

flubell@gmx.de schrieb am 2006-05-10 11:38:16:
die geschichte ist hammergut! Ich würd so ger wissen wie es weitergeht...
Peter837733@t-online.de schrieb:
Schreib bloß weiter, das ist das beste was es jemals gab!
mailanhans@aol.com schrieb:
Eine tolle Geschichte ist eine Geschichte, bei der man mit dem Lesen nicht aufhören kann. Sie wie deine. Bitte maile mir zu, wie es weiter geht.
Bin schon ganz gespannt.
Hans

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