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Kategorien > Fantasy > Reise

Ring von Ijial Teil 1

von Ciina

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Die Tür zur Gaststätte „ Blauer Mond“ ging auf und ein Mann, der sein Gesicht unter einer Kapuze verbarg, trat ein. Das blonde Mädchen, das die Tische abwischte, sagte ohne Aufzusehen:
„ Wir haben noch geschlossen!“
„ Nun, für mich wirst du doch eine Ausnahme machen, Ako!“, sagte der Fremde und strich sich mit einer Hand die Kapuze aus dem Gesicht. Das Mädchen sah auf und ihre grünen Augen weiteten sich überrascht. Sie ließ den Lappen fallen und lief auf den Mann zu. Er hatte braune Haare, die ihm Strähnig ins Gesicht fielen und seinen grauen Augen bedecken. Um das rechte Auge war ein Halbmond tätowiert.
„ Moon!“, rief Ako freudig und wollte ihn umarmen, doch dann fielen ihr die Blutflecken auf seiner Kleidung auf. Besorgt musterte sie ihn und fragte:
„ Bist du verletzt?“
Der junge Mann lachte und wuschelte ihr durch die Haare.
„ Nein, keine Sorgen. Das ist nicht mein Blut. Es ist seins.“
Er drehte sich zur Seite und nun sah Ako den Jungenkopf, der hinter Moon aus dem Mantel schaute.
„ Deshalb bin ich hier.“, erklärte er und drängte sich an Ako vorbei. Ako folgte ihm und eilte zur Tür, die zur Küche führte.
„ Jovin! Moon ist da!“ Die Küchentür wurde auf gestoßen und ein Mann Anfang dreißig sah heraus. Er hatte wie Moon braune Haare und graue Augen. Der Wirt vom „ Blauen Mond“ sah seinen Bruder entgeistert an.
„ Tag, Bruder. Wen schleppst du nun schon wieder an?“
„ Hallo Jovin. Tut mir Leid. Aber er ist schwer verletzt und ich wusste nicht wohin.“
„ Wir haben keinen Platz.“, erklärte der Wirt knapp und wischte sich die Finger an seiner Schürze ab. Das junge Mädchen sah ihren Chef entsetzt an.
„ Er muss sofort behandelt werden, sonst stirbt er.“, erklärte sie.
„ Soll er doch, aber bringt ihn bitte vorher aus meinem Haus. Ich will nicht, das es heißt, bei mir wäre eine Leiche gewesen.“
„ Moon, bring ihn auf mein Zimmer. Ich kümmere mich um ihn.“, beschloss die blonde und öffnete ihr Haarband. Ihre Haare fielen ihr wie Seide auf die Schultern und sie öffnete die Tür, die rechts neben der Küchentür war. Dahinter führte eine Treppe hoch in die Wohnräume der Wirtsfamilie.
„ Ako! Ich will diesen Kerl nicht in meinem Gasthaus haben. Und dich auch nicht, Bruder.“, rief Jovin Ako und Moon hinter her, als diese die Treppe hoch gingen und den Verletzten in Akos Zimmer brachten. Während Moon den Jungen auf das Bett legte, und dann seinen Mantel auszog, kramte Ako in ihrem Schrank und holte eine Tasche mit Kräutern und Medizin heraus.
„ Gut, dass ich die hier aufbewahrt habe.“, murmelte sie und kramte in der Tasche herum.
„ Die ist von Mutter!“, stellte Moon verwundert fest.
Ako nickte und fand endlich, was sie suchte. Es war ein Glas, in dem eine rosa Salbe drin war.
„ Ich habe sie vor dem Müll gerettet, als Oma Nevi starb. Jovin wollte alles wegschmeißen, obwohl sie auch seine Mutter war.“, erklärte sie. Unterdessen öffnete sie das Glas und roch daran. Zufrieden nickte sie und stellte das Glas auf ihren Nachtisch.
„ Stiefmutter. Ich hätte da sein sollen!“, murmelte Moon und lies sich auf den Stuhl nieder, der vor dem Schreibtisch vor dem Fenster stand.
Ako hatte inzwischen das Hemd der Jungen geöffnet und sah bestützt auf dessen Brust. Sie war voll von Narben, die schon lange verheilt waren. Um den Bauch war ein dreckiger und blutiger Verband gewickelt.
„ Was ist mit ihm passiert?“, fragte sie.
„ Ganz genau weiß ich das nicht. Er war schon ohnmächtig, als ich ihn fand. Ich glaube, er wurde von einem Dämon angegriffen!“, erklärte Moon und öffnete seine Stiefel. Seine Umhängetasche mit seiner Decke stand unter dem Schreibtisch.
„ Es scheint, dass in letzter Zeit immer mehr Schattenwesen Menschen angreifen.“, nuschelte Ako und öffnete den Verband.
„ Moon, hilf mir mal.“
Moon kam zum Bett und hielt den Jungen aufrecht, während Ako den Verband abwickelte.
„ Hattest du nicht noch ein dreckigeres Stück Stoff?“, entgeistert warf Ako das von Dreck und Blut triefende Stück auf die Erde.
„ Hey. Ich habe für ihn mein sauberstes Hemd geopfert.“, grinste Moon. Ako schüttelte den Kopf und verließ das Zimmer.
„ Wohin gehst du?“, rief Moon ihr hinter her.
„ Wasser, einen Lappen und einen SAUBEREN Verband holen. Und halte ihn bloß fest!“, ertönte Akos Stimme aus dem Flur und dann hörte man wie sie die Treppe herunter sprang.
Wenig später kam sie mit einer Schüssel Wasser, mehreren Handtücher und einem sauberen Weißen Tuch wieder. Sie stellte die Schüssel neben das Bett und legte ein Handtuch unter den Jungen.
„ Leg ihn vorsichtig zurück.“, bat sie Moon dann und begann die Wunde des Jungen zusäubern.
„ Kann ich dir irgendwie helfen?“, fragte Moon und setzte sich wieder.
„ Im Moment nicht. Aber reiß mal das Tuch in dünne Streifen.“, Ako beugte sich konzentriert über den Jungen und säuberte den Oberkörper.
Wenig später bat sie Moon wieder den Jungen auf zusetzen. Sie setzte sich hinter den Jungen und säuberte seinen Rücken. Dann hielt sie einen Moment inne und betrachtete interessiert das Tattoo. Auf der rechten Schulter befand sich ein Kreis, aus Schriftzeichen, die Ako nicht lesen konnte. Um den Kreis drehte sich eine Spirale aus Blättern, die sich schließlich über den ganzen Rücken zog. Dann riss sich Ako los und schmierte vorsichtig die Salbe auf die Wunde. Der Junge stöhnte auf. Ako hielt einen Moment inne und verband die Wunde schließlich. Sie stand vom Bett auf und Moon legte den Jungen zurück. Ako sah zu Moon und lächelte:
„ Hast du Hunger?“
Moon grinste: „ Du kennst mich doch!“
„ Ist okay. Ich hol dir eben etwas.“, damit verschwand sie.
Sie kam mit einem Tablett wieder, auf dem ein Teller mit Fleisch eine Schüssel Kartoffeln und ein Krug Ale stand. Sie stellte es auf den Schreibtisch und ging zur Tür.
„ Ich muss jetzt Jovin helfen. Ich komme heute Nacht noch mal kurz vorbei.“
„ Danke.“, meinte Moon und sah sie an.
Ako lächelte und verschwand.

Sie kam kurz nach Mitternacht wieder. Moon hatte sich auf dem Stuhl zurückgelegt und war eingeschlafen. Er hatte sich gewaschen und sich saubere Kleidung angezogen. Er schlief und als Ako eintrat, schreckte er zusammen, was ihn aus der Balance brachte. Er fiel zusammen mit dem Stuhl rückwärts zu Boden. Ako sah grinsend zu, wie er sich leise fluchend aufrappelte und sich den Kopf rieb. Sie kam auf ihn zu und umarmte ihn. Moon sah überrascht auf sie hinab und umarmte sie dann lächelnd.
„ Es tut gut dich zusehen!“, murmelte sie und sog tief seinen Duft ein. Er roch nach Wald und Seifenkraut.
„ Sag bloß, du hast mich vermisst!“, grinste Moon und wich geschickt ihrem Schlag aus, der auf seine Magengrube gezielt war.
„ Natürlich habe ich dich vermisst. Du bist schließlich so was wie mein Bruder. Außerdem… ach egal.“, Ako wandte sich ab und griff nach ihrem Kettenanhänger, dem Zeichen von Inayo.
„ Was? Behandelt Jovin dich nicht gut?“, in Moons Stimme schwang Wut mit. Ako wirbelte herum:
„ Wie kannst du nur so etwas von deinem Bruder denken?“
„ Halbbruder. Außerdem hasst er mich!“
„ Das tut er nicht.

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Kommentare

Becki Raaberlaren schrieb am 2010-05-14 22:43:35:
Die Geschichte und die Idee ist richtig gut und gefällt mir.
Aber wenn du mir erlaubt noch eine kleine Kritik zu äußern,... du benutzt für deine Geschichte ziemlich "moderne" Wörter wie Top, oder Tatoo (anstatt Tatowierung), meiner Meinung nach stört dass die schöne vorstellung von der Fantasy- Vergangenheit.
Aber trotzdem habe ich sie mit Freuden gelesen- ist wirklich gut
die liebsten Grüße B.
TJ Omar schrieb am 2008-11-01 16:23:30:
Tolle Geschichte. Hatt mir echt gut gefallen. Mach schnell weiter.

MfG TJ Omar
!!! schrieb am 2008-10-31 12:49:32:
tolle story!!! Bin gespannt wie es weiter geht. Hoffe du schreibst schnell weiter!!!
LG

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