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Kategorien > Fantasy > Abenteuer

Rubytown - Der Kaaiman (2/2)

von Mary

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Sie musterten mich förmlich. Nun hatte ich panische Angst. Die Augen neigten sich leicht zur Seite. Das Klagen hatte aufgehört. “Renn!! Renn!! RENN!!” meine Gedanken schrieen nicht mehr sie brüllten. Aber ich konnte mich nicht bewegen. Ich musste diese kleinen Augen anstarren ob es mir gefiel oder nicht. Es war wie ein Zwang. Ich hatte das Gefühl mich übergeben zu müssen. Ich schluckte. Etwas bewegte sich. Ein wenig Erleichterung überkam mich, als ich sah dass die Augen zu einem Gesicht gehörten. Das Etwas saß auf dem Boden. Die Körperproportionen könnten zu einem Menschen gehören. Doch die Oberschenkel waren extrem dick. Ich wagte es zu sprechen. “Wer bist du?” piepste ich heiser und voller Panik. Doch das etwas sagte und bewegte sich nicht. Als ich versuchte einen Schritt rückwärts zu gehen flog ich hin. Doch ich ignorierte die Schmerzen und starrte weiter dieses Ding an. Das leise Wehklagen setzte wieder ein. Dieses Etwas hatte langes Haar. Plötzlich wurde das Klagen lauter. Die Panik ließ mich schwindelig werden. Ich hatte in meinem Leben noch nie solche Angst. (Ausgenommen als ich Alice das erste Mal traf; ich hab geschrieen wie am Spieß) Etwas klatschte auf das Wasser. Ich blickte dort hin. Was genau ich dort erwartete, wusste ich nicht. Doch ich zuckte zusammen, als ich die Flosse sah. Eine Flosse wie bei… einer Meerjungfrau! Das klingt bescheuert, aber ich dachte wirklich es handelt sich um eine Meerjungfrau. Ich hoffte, dass sie freundlich gesinnt war. Die Flosse klatschte immer wieder unruhig auf die Wasseroberfläche. Ich hatte das Gefühl das Etwas lächelte mich an. Das sie vielleicht freundlich dachte ich irgendwie nicht mehr. Plötzlich schnappte sie nach meinem Bein. Ich ließ einen Schrei los und schlug ihr mit voller Wucht meinem Fuß ins Gesicht. Ihr Körper flog nach hinten. Verwirrt starrte sie mich an. Dann fasste sie sich an die Nase. Die Meerjungfrau blutete. Schnell sprang ich auf und lief einige Schritte ihn sichere Entfernung. Zögernd drehte ich mich um und betrachtete sie mit klopfenden Herzen. Meine Panik hatte sich weitgehend gelegt, aber meine Angst blieb. Sie schien immer noch verwirrt zu sein. Sie drehte ihren Kopf in meine Richtung. Auf einmal fauchte sie mich an. Sie fauchte! Können Meerjungfrauen fauchen? Sie fing an in meine Richtung zu kriechen und ließ dabei noch mehr Fauchgeräusche hören. Anscheinend war das Meermädchen stinksauer. Klasse, eine Tussi mit Schwanzflosse will mich umbringen. Ich ging rückwärts. Warum ich nicht einfach weggelaufen bin, weiß ich nicht genau. Vielleicht war dieses Erlebnis einfach zu faszinierend und angsteinflössend. Wer hat schließlich schon mal eine Meerjungfrau mitten ihn der Nacht getroffen? Da fiel mir etwas ein. Lebten diese Viecher nicht normalerweise im Meer? Warum war diese in einem See? Aber ich hatte keine Zeit nach einer Antwort zu suchen, denn ich bemerkte, das ich etwas übersehen hatte. Noch eine Schwanzflosse. Diese Meerjungfrau hatte ZWEI Schwanzflossen. Das irritierte mich. Wieso hatte dieses Ding zwei? Die Meerjungfrau kroch weiter auf mich zu. Oke, die Angst verwandelte sich wieder in Panik. Ich musste weg. Denn wenn sie mich erreichte, würde das wahrscheinlich kein gutes Ende nehmen. Schnell prägte ich mir die Umrisse von ihr ein, dann drehte ich mich in Richtung Wald und lief los. Hinter mir hörte ich es Fauchen und Kreischen, aber ich ignorierte es und rannte in unser Lager.

“Was ist los? Ich wollte dir gerade nachgehen. Du warst bestimmt eine Viertelstunde weg! Was hast du gemacht?” schnauzte mich Chiara an, als ich völlig außer Atem im Lager ankam. In schnellen, leisen Worten erklärte ich ihr alles, den unsere Eltern schliefen wahrscheinlich schon. Am Ende blickte sie mich an. “Ich werde nachsehen gehen. Das klingt nach einem Kaaiman.” Ungläubig sah ich sie an. “Ich weiß das du dich mit so was echt gut auskennst, aber das Ding wollte mich wahrscheinlich fressen. Also: Spinnst du?” Chiara sah mich gelangweilt an. “Ich gehe jetzt.” meinte sie monoton und ging. Fertig mit den Nerven, setzte ich mich auf einen Stein. Irgendwann kam sie zurück. “Ist weg. Als er mich gesehen hat ist er ins Wasser gehüpft und untergetaucht.” Sie klang leicht verärgert. Müde nickend stand ich auf. “Ich gehe ins Bett. Ich bin fertig.” sagte ich leise. “Wo ist mein Laptop?” fragte Chiara. “In deiner Tasche, aber du wirst hier draußen kein Netz bekommen.” “Oh doch, ich bekomme hier ein Netz. Das weiß ich so genau, weil ich schon öfters mitten in der Nacht als wir gecampt haben, ins Internet bin.” Wieder nickte ich, zog mich um, kroch in den Schlafsack und schlief kurz darauf ein.

Diane weckte mich am nächsten Morgen. “Guten Morgen Lucy! Steh auf! Du hast das Frühstück verpasst! Es ist bereits 10:00 Uhr!” rief sie freudig aus und stürmte nach diesen Worten aus dem Zelt. Müde sah ich mich um. Nicht im geringsten hatte ich Lust aufzustehen. Aber was blieb mir anderes übrig? Also zwang ich mich aus dem Schlafsack heraus und zog mich um. “Morgen Lucy. Wie hast du geschlafen?” Tja, wie hatte ich geschlafen? Ganz gut eigentlich, bis auf meinem Traum. Ich wurde darin vom einer Meerjungfrau verspeist. Nach einem kargen Frühstück suchte ich Chiara. Diane sagte mir das sie am See war. Langsam trabte ich zum Ufer. Chiara saß im Schneidersitz und den Laptop auf den Knien auf einem der Felsen und blickte hinunter. Was irgendwie merkwürdig aussah. “Hey. Was machst du da?” Sie blickte mich nicht an. Nur ihre Augen blitzen kurz in meine Richtung. “Nichts.” “Nichts? Das glaube ich nicht. Ich komme hoch. Oke?” Sie sagte nicht und starrte weiter nach unten. Der Felsen war glitschig. Nachdem ich zweimal abgerutscht war, schaffte ich es mit enormer Kraftanstrengung auf den fetten Brocken von Stein. Ich krabbelte zu meiner Schwester und blickte gespannt nach unten. Doch da war nur Wasser. “Warum schaust du da nach unten? Da ist nichts!” ich sah sie misstrauisch an, denn sie grinste auf einmal. “Oh doch da ist etwas… “ meinte sie geheimnisvoll. Sie holte etwas aus ihrer Tasche hervor. Leider erkannte ich nicht, was es war. In einem hohen Bogen warf sie das Ding in die Luft. Die nächsten Sekunden sah ich nur noch Blau, Grün und hörte das gleiche Fauchen wie am gestrigen Abend. “Was… das war doch die Meerjungfrau von gestern?!” stammelte ich entsetzt. “Kaaiman.” verbesserte mich Chiara. “Was?” “Es ist ein Kaaiman. Keine Meerjungfrau.” “Und was ist da der Unterschied?” stieß ich immer noch entsetzt hervor. “Ein großer. Kaaimane leben nicht im Meer, haben rötliche Augen und schwarzes Haar. Manchmal besitzen sie, wie dieser Kaaiman, zwei Schwanzflossen. Außerdem sind sie verantwortlich für einige Todesfälle durch ertrinken und sind vor allem in Südafrika verbreitet.” Sie blicke mich an. “Noch Fragen?” “Ja. Was machen wir jetzt? Willst du etwa ein Schild hinstellen? Vorsicht! In diesen Gewässern leben Kaaimane? Wir haften nicht für Todesfälle?!” rief ich laut. “Hör zu. Sie mag dich nicht.” Unschuldig blickte ich sie an. “Was hab ich

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