Saalburg
von
LordGrey
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Hab mich mal wieder als Schreiber versucht. Lesen auf eigene Verantwortung.
Proclamation / Erklärung
Die folgende Geschichte ist frei erfunden und sämtliche Übereinstimmung mit tatsächlichen Personen oder Begebenheiten ist rein zufällig und nicht beabsichtigt.
Ich distanziere mich von sämtlichen Schandtaten meiner Protagonisten und verurteile jegliches Handeln gegen die Menschenwürde, das Recht auf Freiheit und Unversehrtheit sowie gegen die Menschlichkeit aufs schärfste.
Die folgende Geschichte ist mein Geistiges Eigentum und darf nur mit dieser Erklärung, unverändert, kostenfrei und mit meiner Zustimmung weitergegeben oder verwendet werden.
Lord Grey
Hinter mir fällt die Türe ins Schloss. Der nette Pfleger, der schon die erste Türe aufgeschlossen hat, schliesst mit einem seiner vielen Schlüssel seines Schlüsselbundes die innere Türe auf und lässt mich hinein. Auf einem Metallschild neben der Türe stand:
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|Haus 22 Station A |
|Forensische Psychiatrie |
|Kreiskrankenhaus Saalburg |
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Das ich mal hier enden würde hätte sich wohl niemand aus der Verwandtschaft träumen lassen. Als Tochter aus gutem Hause und Musterschülerin gab es für mich kein Hindernis, an der Universität von Saalburg einen Studienplatz zu bekommen.
Während ich zu meinem Zimmer gehe komme ich am Stationszimmer vorbei. Wie üblich ist die Stammbesatzung aus 5 Schwestern und Pflegern vorhanden, doch nur einer sitzt dort. Das Stationszimmer ist so gebaut, das es in den Gang hineinreicht. So kann man von dem abgeschlossenen Raum aus den Gang überwachen. Nebenbei sind in dem Zimmer auch die Monitore zu den Kameras, die in der ganzen Station installiert sind, untergebracht. Das Glas ist natürlich bruchfest. Das Stationszimmer ist für die Patienten natürlich absolut tabu.
Verrückt, wen man denkt, das ich einer der besten Studentinnen meines Jahrgangs war. Ich erinnere mich noch an meine Abschlussfeier. Wie meine Mutter und ihre Freundinnen sich meine Zukunft ausgemalt haben, so von wegen Familie und Kinder. Das ich noch gar keinen Freund hatte, noch nie gehabt habe, ist niemandem aufgefallen.
Gleich gegenüber des Stationszimmer ist der Ruheraum der Pflegekräfte. Da führt nur eine massive Tür hinein, die mit einem Schlüssel geöffnet werden muss. Das Zimmer gibt den Pflegekräften etwas Privatsphäre, wenn sie gerade nichts auf Station zu tun haben. Vom Ruheraum führt eine Tür nach draussen. Natürlich lässt auch die sich nur mit einem Schlüssel öffnen. Und genauso natürlich ist der Ruheraum absolut tabu für die Patienten.
Nach Beendigung meiner Studienzeit habe ich mich dann ins Berufsleben gestürzt, habe meine Spezialisierung weiter vertieft und um die Anerkennung meiner Kollegen gekämpft. Meinem Professor habe ich auch imponiert, doch mir war es nie recht. Leisteten andere 100%%%% so mussten es bei mir 150%%%% sein. Und leistete jemand 120%%%% so musste ich mich auf 170%%%% steigern. Das konnte auf Dauer nicht gut gehen. Natürlich ging es auch nicht gut.
Ich entschliesse mich, den langen Weg zu meinem Zimmer zu nehmen. Der führt mich an einigen Zimmern mit fest verriegelten Türen vorbei. Da werden die "nicht gesellschaftsfähigen" Patienten untergebracht. Die Zimmer haben normalerweise eine normale Ausstattung mit Waschbecken, WC und Bett. Für ganz aggressive gibt es aber auch Räume, die nur über gepolsterte Wände und Böden verfügen und in der sich nur eine Gummimatratze befindet.
Irgendwo hab ich meine Menschlichkeit verloren. Irgendwo ist mein Idealismus liegengeblieben. Nicht, weil ich resigniert hätte oder darüber hinweg gekommen bin, nein, einfach weil ich vor lauter Perfektion nicht mehr sah, was Rechts und Links von mir abging, was aus meinen "Projekten" wurde, mir auch gar nicht mehr die Mühe machte, mich um die Vorgeschichte zu kümmern. Einfach schnell Urteilen und möglichst schnell ein Ziel erreichen. Die betroffenen Menschen habe ich schon gar nicht mehr als Menschen zur Kenntnis genommen. Ich hatte das Blut des Erfolges gekostet und bin seinem Rausch verfallen.
Auf meinem Weg kommt mir Frau Meier entgegen. Wie immer grüsst sie mich mit ihrer leisen, zarten Stimme freundlich. Ihre zierliche Gestalt wirkt mit den blauen Augen und der blonden Lockenpracht wie ein verschüchterter Engel. Sie hat ihre 3 Kinder ermordet und dann versucht, sich selbst umzubringen. Die Tabletten haben nicht schnell genug gewirkt. Ihr Mann hat sie gefunden und die Rettungssanität verständigt. Das seine Kinder tot sind hatte er noch gar nicht bemerkt, das passierte zum Glück erst, als die Rettungssanität vor Ort war. Die Tragödie hat Wochenlang die Presse belebt. Die Gesellschaft konnte in 2 Parteien unterteilt werden die sich heftigste Argumentschlachten lieferten. Heute interessiert sich niemand mehr von "draussen" für Frau Meier.
Ich war ein Star der lokalen Gesellschaft, wurde zu Parties eingeladen, von Verehrern umschwärmt. Auf den Parties rissen sich die Leute darum, mit der neuen Chefärztin zusammen gesehen zu werden. Ich genoss die mir zugeteilte Aufmerksamkeit, gehabte mich wie eine Königin. Das meine Kollegen bereits hinterrücks über mich lästerten bekam ich nicht mit, oder wie ich im Nachhinein zugestehen muss, wollte ich nicht mitbekommen. Die ersten Intrigen wurden gesponnen, doch ich konnte sie für mich sehr vorteilhaft durchkreuzen, was mich in dem Glauben bestärkte, das nichts mir etwas anhaben könnte.
Frau Zeissler kreuzt meinen Weg. Von ihr kommt kein Wort. Das hätte mich auch stark gewundert. Sie trägt nur ein von der Klinik gestellten Anzug. Frau Zeissler legt keinen wert auf ihre Erscheinung. Mit ihrem Frauenbart und dem grobschlächtigen Gesicht ist sie auch keine Schönheit. In Kombination mit ihrer gestörten Persönlichkeit hätte sie wohl wirklich nie einen Mann abbekommen. Deshalb hat sie wohl auch versucht, ein Neugeborenes aus einem Spital zu entführen.
Mein Fall war tief. Zuerst die Presse und danach die Untersuchung. Der Fall kam zwar nie vor Gericht, aber die Presse lies sich davon nicht beeindrucken und sprang nach der Einstellung des Verfahrens erst richtig auf den Fall an, weil s halt Publikumswirksam ist. Unter dem Druck der Öffentlichkeit verlor ich dann meine Stelle, denn so eine Chefärztin konnte man sich doch nicht leisten. Meine Kariere wahr ruiniert. Das kommende Jahr war die Hölle. Plötzlich waren alle meine "Freunde" nicht mehr da. Ich hatte niemanden mehr der zu mir stand oder mir eine Schulter zum ausweinen leihen konnte. Ich gab meine Altstadtwohnung auf bevor ich sie nicht mehr zahlen konnte, wollte auch die ganzen alten Erinnerungen nicht andauernd vor der Nase haben, verliess die Stadt und zog mich an den See bei Ferrend zurück, kaufte mir von meinem Gesparten die Hütte, bei der ich schöne Kindertage verbracht habe. Meine Welt in Trümmern, alle Brücken abgebrochen, mein Weltbild nicht mehr vorhanden. Was tun? Ich besorgte mir einen
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