Sahra-Li und die Wiedergeburt des Dämons das mädch
von
Freedom
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Das Mädchen
Sie straffte sich und hob den Wasserkrug hoch. Wasser aus dem kalten, schnell fließenden Fluss schwappte hinaus. Langsam stieg sie hinauf zu der Hütte. Kam vorbei an drei mächtigen Schwarz-Pappelbäumen, hinauf bis weiter an die aus Reisig gebundene Tür des Hauses. Sie stieß sie auf und trat ein. Der Duft von Kräutern die sie an die Decke gebunden hatte stieg ihr in die Nase. Den Wasserkrug stellte sie neben den Herd. Es war zwar lästig immer das Wasser hinaufzutragen, doch ihr Vater hatte Recht. Es war sicherer, wenn man Wasser neben dem Herd stehen hatte. Sie wären nicht die Ersten, deren Hütte bei einem Brand verkohlte. Sie drehte sich um. Ihr Vater saß auf einem der Holzstühle und blickte sie an. Sein Blick war leer und schien von einem leichten, roten Schleier überzogen. “Vater!“, rief sie entsetzt, war mit zwei langen Schritten bei ihm und nahm ihm etwas aus der Hand. „nein…“, nuschelte der Mann. Er war abgemagert und seine früher dunkel schwarzen Haare waren ergraut. „wie oft soll ich es dir noch sagen?!“, fragte sie ihn aufgebracht. Sie ging zum Ofen, öffnete die Luke und warf die- aus Kräutern und getrockneten Pilzen- zusammengerollte Zigarette hinein. „verdammt! Irgendwann haut es dich noch um von dem Zeug und dann steh ich ganz alleine da! Was soll denn der Schwachsinn? Warum tust du das?“ er sah von unten mit seinen vernebelten Augen zu ihr auf. „bitte…lass mich. Es tut mir leid. Schimpfe nicht mit mir Blitz“. Seine Stimme klang unendlich traurig. Sie drehte ihm den Rücken zu und wischte sich über die Augen. Ihr tat es so weh. Jedes mal aufs Neue erwischte sie ihn dabei, wie er Drogen nahm. Sie wusste, dass er sie nahm, weil ihn etwas bedrückte. Doch das verstand sie nicht. Sie verstand nicht was mit ihm in dieser Zeit in ihm vorging, dass er so weit verzweifelt war…sie konnte ihn dabei nicht helfen. Sie verstand seine Probleme und Gedanken nicht. Oder er benahm sich wieder wie ein kleines Kind. Dann versuchte sie mit ihm zu reden. Doch er hörte nicht auf sie. Es half nichts. Sie musste mit ihm schimpfen. Wie mit einem kleinen Kind, damit er es verstand. „du sollst mich nicht so nennen.“, flüsterte sie leise. Sie hatte es ihm schon tausendmal gesagt und würde es ihm noch einmal Millionen mal sagen. Sie hieß nicht Blitz. Auch wusste sie nicht, warum ihr Vater sie so nannte. Es hatte einen Grund für ihn. Soviel wusste sie. Doch hatte sie keine Ahnung welchen.
„wie auch immer“, sie drehte sich zu ihm um. Ihre Augen waren wieder getrocknet. Sie zeigte nie ihre Schwächen vor ihrem Vater. Hatte sie noch nie und würde sie nie. Genauso wie vor all den anderen Erwachsenen, die taten, als würden sie sich um sie sorgen, oder den Kinder, die sie ärgerten, womit sie nur konnten. „du wirst jetzt schlafen gehen. Schlaf deinen Drogenrausch aus.“ Mit diesen Worten schickte sie ihn ins Bett. Wie ein kleines Kind sah er aus, als er sich überlegte, ob er wieder sprechen sollte. Dann entschied er sich dagegen und schlürfte mit langsamen Schritten in die Schlafkammer.
Sie atmete langsam ein und aus. Dann ging sie leise in den hinteren Raum. Ihr müder Vater schlief bereits tief und fest. Wie ein kleines Kind.
Nun hatte sie Freizeit. Musste sich nicht um ihren Vater oder den Haushalt kümmern. Sie stand zwischen den drei Bäumen. Sie waren mittlerweile um die 25 Meter hoch und würden wohl noch knappe 5 Meter wachsen. Ein sanfter Wind bewegte leicht die eckigen, tiefgrünen Blätter der Bäume. Sie schloss die Augen und sammelte ihre Energie. Sie stellte sich vor, wie ein Strom aus blauer Energie in ihren Andern floss. Sie konnte den Fluß mit ihren Gedanken lenken. Sie sammelte ihn irgendwo in ihrem Bauch. Dann stieß sie mit der Hand vor. Sie lief ihre Form. Sie setzte einen Seitkick an und ging direkt zu einer komplizierten Schlagreihenfolge über. Oft genug hatte sie in den Zeiten, indem ihr Vater sie zu überfordern schien, ihren Zorn, Trauer und die Unterdrückung ihrer Träume hinuntergeschluckt. Dann hatte sie angefangen ihren eigenen Kampfstil zu entwickeln. Sie hatte noch nie jemanden kämpfen sehen. Konnte daher auch nichts kopieren. Jedes mal wenn sie Zeit hatte ging sie hinaus. Unter diesen drei Bäumen stand sie dann und übte. Brachte sich jedes Mal aufs Neue eigene, erfundene Techniken bei und schlug auf einen unsichtbaren Gegner ein. Es half ihr mit all dem klar zu kommen. Auch fühlte sie sich sicherer. Denn sie wusste ganz genau, dass sie sich gegen jeden Einzelnen aus dem Dorf das etwas entfernt von der Hütte lag, wehren konnte. Und dies wussten auch die Leute. Deshalb ließen sie ihren verwirrten Vater und sie in Ruhe leben. Sie sprang in die Luft, brach einem Unsichtbaren die Nase und landete wieder sicher auf den Füßen.
„welcher Kampfstil ist das?“. Sie wirbelte herum. Die Stimme klang erwachsen und ihr völlig unbekannt. Jemand stand im Schatten der Bäume. Warum hatte sie ihn nicht bemerkt? Sie blieb nach außen hin völlig ruhig. Doch in ihrem Kopf arbeitete es wild. Wer war er? War er alleine hier? Was wollte er und konnte sie sich gegen ihn wehren, um ihren Vater und sich zu beschützen?
„es ist mein eigen entworfener Kampfstil.“ Antwortete sie deutlich, damit er nicht das Zittern in ihrer Stimme hörte. „so?“, er trat einen Schritt vor, doch der Schatten der Bäume fiel noch immer so, dass sie ihn nicht erkennen konnte. „wie heißt er?“ sie hob den Kopf. „Freiheit“, antwortete sie aus Reflex. „und wie heißt du?“, wollte er nun wissen. Und nun trat er auch aus dem Schatten hervor. Sie stand da und musterte ihn. Er war noch nicht so alt. Vielleicht Mitte 20. Aber sie war schon immer schlecht im Schätzen gewesen. Er hatte dunkelblonde, lange Haare, die ihm in die Augen und bis auf die Schultern fielen. Seine Klamotten schienen wie von einem aus diesen Gegenden kommenden Waldläufer. Einen schwarzen, knielangen Mantel, schwarzes T-Shirt und eine grüne Hose. An einem seiner Handgelenke war ein Band befestigt, an dem mehrere Anhänger baumelten. „sagen sie mir zuerst ihren Namen!“, forderte sie ihn auf. Er nickte. „schlaues Mädchen. Amagenon Mentara ist mein Name.“ Sie nickte. Amagenon. Nun konnte sie ihm ihren Namen sage. „Sahra-Li. Mein Name ist Sahra-Li.“ Der Mann Namens Amagenon blickte sie an. „Sahra-Li? Interessanter Name…und du wohnst hier alleine mit deinem Vater?“. Nun war es ihr egal, dass man ihr ansah, dass sie erstaunt war. Dass konnte er nicht wissen. Außer… „sie…sie haben mir hinterher Spioniert!“ sie konnte es nicht fassen. Wieso interessierte sich dieser Mann so für sie? Er nickte. „stimmt“, gab er zu. „das habe ich.“. er sagte es ganz normal. Ohne Reue. „und? Und wieso?“, fragte das Mädchen aufgebracht. „ich habe Informationen über dich erhalten und habe dich beobachtet. Schon seit mehreren Tagen. Ich musste mir sicher sein, dass du es auch bist. Also kam ich hier her. Und heute trete ich dir nun gegenüber Sahra-Li. Woher weißt du, dass dies dein richtiger Name ist?“.
Sahra-Li war immer erstaunter. „ich...ich…was geht sie dass denn bitte
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