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Kategorien > Fantasy Abenteuer > Soll mal ein Buch werden

Sally

von *soulmate*

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was George dafür hielt – bekam, wenn Richard nicht aufpasste.
„Na was wohl? Sie mit auf`s Revier nehmen natürlich. Aber wenn wir sie schla-fen lassen, haben wir eine bessere Chance, dass sie nicht wieder wegläuft.“, antwortete George und hob sie vorsichtig in die Höhe, um sie zum Auto zu tra-gen.
Richard atmete erleichtert aus.
„Nein, ich will nicht.“, murmelte das Mädchen im Schlaf.
„Tja, das hättest du dir vorher überlegen sollen.“, flüsterte George und setzte sie in den Wagen.


„Sarah? Sarah, bist du wach?”
Sie schlug die Augen auf. Sinneswahrnehmungen überfluteten sie.
Grelles Licht, kahle Wände, Wärme....
Wo war sie nur?
Eben war sie doch noch gerannt, über einen Zaun gesprungen und vor der Polizei geflüchtet. Es war dunkel gewesen, dunkel und kalt. Oder war das Ganze nur ein böser Traum gewesen?
„Sarah? So heißt du doch, oder?“
Nein, es war kein Traum gewesen.
Sie lag auf einem harten Bett in einem kleinen Raum, der mit Röhrenlampen beleuchtet wurde und neben ihr saß eine junge Polizistin.
„Was?“, fragte das Mädchen nur und setzte sich auf. Dabei stützte sie sich auf ihre rechte Hand und aufgrund des Schmerzes traten ihr sofort Tränen in die Augen, doch sie ließ es sich nicht anmerken.
Nicht nur der Schmerz überfiel sie. Etwas viel Schlimmeres nistete sich noch in ihr Herz: Wut. Wut und Enttäuschung. Sie war geschnappt worden. Alles war um sonst gewesen. Die ganze Planung, der ganze Mut, die ganze Angst.....
Die Polizistin blickte unsicher auf ihr Klemmbrett und sagte dann: „Hier steht, dein Name sei Sarah Lauren Baldwin. Ist das nicht richtig?“
„Doch.“, entgegnete das Mädchen. Ein kleines Zucken stahl sich um ihre Mundwinkel. „So hat mich schon seit Jahren niemand mehr genannt.“
Die Polizistin sah sie verwirrt an: „Ach so? Wie willst du denn genannt werden?“
Die Jugendliche schwieg. Wollte sie antworten? Wollte sie höflich sein? Oder musste sie nun hart sein wie eine Gefängnisinsassin, die ihre Gefühle um jeden Preis verbergen wollte? Musste sie.........erwachsen sein?
„Meine Freunde nennen mich Sally.....oder besser gesagt, nannten mich so.“, antwortete Sally schließlich und wischte die Gedanken um ihr Auftreten bei Seite. Sie wollte nur sie selbst sein. Dafür hatte sie gekämpft.
„Wieso denn das?“, wollte die Polizistin wissen.
„Na ja, die werden kaum noch etwas mit mir zu tun haben wollen, nach dem, was geschehen ist.“
Wieso Tatsachen verschweigen, wenn sie so offensichtlich sind, hätte Sally am liebsten noch hinzugefügt, aber der Gedanke an ihre Freunde schmerzte zu sehr.
„Oh.“ Die Polizistin sah wieder auf ihr Klemmbrett, „ich...ähm....würde jetzt gerne mal deine Personalien mit dir durchgehen, wenn es dir nichts ausmacht.“
Sally zuckte nur mit den Schultern. Jeder wusste wer sie war. Wieso sollte sie sich noch weigern?
Die Polizistin schien froh zu sein, endlich Gesprächsstoff gefunden zu haben und ging ihre Notizen durch:
„Dein Name ist also Sarah Lauren Baldwin, du bist sechzehn Jahre alt, gehst noch zur Schule und wohnst bei deinem Vater....“
Völlig unerwartet brach Sally in Tränen aus.
Erinnerungen, so viele Erinnerungen.
Ein sonniger Tag vor vielen vielen Jahren, Vogelgezwitscher, Gelächter, einfach nur glücklich zusammen sein.....
„Es tut mir so leid!“, schluchzte sie nur und vergrub ihr Gesicht in dem kaum weichen Kissen, dass neben ihr lag. „Ach Kindchen.“ Die Polizistin streckte mitfühlend ihre Hand aus und streichelte vorsichtig Sallys schwarzes Haar. Sie ahnte, dass Sally diese Tat noch ihr ganzes Leben lang bereuen würde, doch das behielt sie in diesem Moment lieber für sich.
Ein paar Minuten vergingen, ohne dass ein Wort gesagt wurde. Die Polizistin hätte dem Mädchen so gerne geholfen und ihr versprochen, dass alles wieder gut werden würde, aber wie sollte es das nur?
Sally beruhigte sich trotzdem nach und nach.
Stark sein, dachte sie, ich schaff das schon.
„Eine Frage muss ich dir aber trotzdem noch stellen.“, fuhr die Dame schließlich fort, „sie sagten nämlich, du wärst nicht allein gewesen, als du vom Tatort ver-schwunden bist. Also muss ich dich fragen, wo......“
„Ja natürlich! Ich bin ja ein offenes Buch! Fragen Sie mich nur, wohin ich sie gebracht hab.“ Sallys Gesicht war so plötzlich aus dem Kissen wiederaufge-taucht, dass die Polizistin vor Schreck fast vom Stuhl gefallen war.
Sally verschränkte zornig die Arme vor der Brust.
„Lebt sie denn noch?“, fragte die Frau dann vorsichtig.
„Tss“, machte Sally nur, sprang vom Bett auf und ging zu dem kleinen Fenster an der Wand, das aber leider nur die Mauer des Nebengebäudes zeigte.
„Heißt das ja oder nein?“ Die Polizistin war beunruhigt.
Sally schwieg.
Sie schaute nur stur aus dem Fenster und drückte ihre Arme noch fester zusam-men.
„Na gut.“, sagte die Frau in Uniform schließlich und atmete tief durch, „du brauchst jetzt anscheinend etwas Zeit zum Nachdenken. Ich lass dich dann mal allein.“
Die Polizistin stand ohne ein weiteres Wort auf und ging auf die Tür zu. Dort angekommen, klopfte sie dreimal dagegen und wartete. Nach ein paar Sekunden hörte man einen Schlüssel im Schloss und jemand öffnete. Mit schnellen Schrit-ten und einem letzten Blick auf das Mädchen, huschte die junge Polizistin hinaus und schon wurde die Tür wieder verschlossen.
Sally war froh, endlich allein zu sein.
Die Anspannung ließ sie aber trotzdem nicht los.
Sie wollte nicht schon wieder weinen. Es waren schon so viele Tränen geflossen. Dennoch stahl sich eine ihre Wange hinunter.
Sie musste wirklich über Vieles nachdenken.
Wie sollte es mit ihr weitergehen?
Wurde sie jetzt tatsächlich eingesperrt?
Natürlich. Die Anklage lautete Mord und sie war schuldig. Das wussten all die Polizeibeamten genauso gut wie sie selbst.

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Kommentare

thrustworthy schrieb am 2010-08-19 22:50:20:
das ist das erste kapitel, ja? ich hätte es jetzt nämlich als letztes gelesen. du meintest sicher prolog^^
Elina schrieb am 2009-10-21 17:04:51:
Heeeeeeey,
endlich ist das erste Kapitel online!!! Super Einstieg, find ich toll! *nächstesKapitelnichterwartenkann*

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