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Kategorien > Fantasy > Soll mal ein Buch werden

Sally (1. Kapitel)

von *soulmate*

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1. HINTER GITTERN


„Sarah Lauren Baldwin, das Gericht verurteilt Sie zu einer lebenslangen Haftstrafe, wegen Brandstiftung, Kidnapping und Mord.....“
Der Hammer knallte auf den Tisch und das letzte Wort hallte noch ein paar Mal in ihrem Ohr wieder......Mord.......Mord.......Mord.....
Sie drehte den Kopf und sah zu den Zuschauern im Gerichtssaal. In ihren Blicken spiegelten sich Entsetzen, Ablehnung und Zufriedenheit wieder.
„Miss Baldwin, Sie haben das letzte Wort.“, sagte der Richter nur noch.
Sally richtete ihre Augen wieder nach vorne.
„Ich.......ich.......ich will nicht!“, stammelte sie nur, „ich kann das doch erklären!“
Ein heftiges Zucken durchfuhr sie.
Die Zuschauer standen alle auf und verließen langsam, ohne ein Wort zu sagen, den Gerichtssaal, der Verteidiger sah betrübt zu Boden, der Staatsanwalt hatte ein gehässiges Grinsen auf den Lippen und der Richter schien teilnahmslos ins Leere zu blicken.
„Nein, nein, bitte warten Sie! Ich kann......ich will.......nein, bitte nicht!“ Sallys Gesicht war tränennass. Sie wollte aufspringen, den Richter anflehen, ihm sagen er solle Gnade vor Recht walten lassen, doch plötzlich verschwamm alles vor ihren Augen......
Auf einmal war sie nicht mehr im Gerichtssaal. Es waren auch kein Richter, kein Staatsanwalt und keine Zuschauer mehr da. Es war nur furchtbar dun-kel und Sally spürte, dass ihre schweißnasse Kleidung an ihrem Körper klebte als wäre sie gerade einen Marathon gelaufen. Sie merkte, dass sie kerzengerade in ihrem Bett saß und am ganzen Körper zitterte. Es war nur ein Traum gewesen, ein furchtbarer Albtraum.
Nein, nicht ganz, denn die Kleidung, die sie anhatte, war ein hässlicher oranger Overall mit einer langen, aufgestickten Nummer und das Bett, in dem sie saß, war nicht ihr eigenes.
Es war eines der Gefängnisbetten. Eines im Frauengefängnis in ihrer Hei-matstadt Westlake, da es kein einziges Jugendgefängnis in der näheren Um-gebung gab. Das einzige, was sie geträumt hatte, war die Verhandlung gewesen, alles andere war die harte, kalte Realität.
Ihre Zähne begannen zu klappern. Es war wirklich eiskalt. Der Schweiß war nur durch den schlimmer Traum hervorgerufen worden.
Langsam gewöhnten sich ihre Augen an die Finsternis. Der Raum bekam ei-ne ungefähre Formung: ein Klo, ein Waschbecken, ein Stuhl, der nicht sehr stabil aussah, ein Tisch, ein kleiner Schrank, ein Regal daneben und das Bett in dem sie saß, umringt von drei kahlen Wänden und einer Reihe Gitterstäbe.
An einer Wand tickte noch eine Uhr.
Trostlos.
Irgendwo in der Ferne weinte jemand.
Aus diesem anfänglichen Wimmern wurde ein verzweifeltes Schluchzen.
„Halts Maul!“, brüllte plötzlich ein anderer.
Das Jammern verstummte.
Sally fühlte sich genauso, wie sich diese Person fühlen musste. Wie ein Häufchen Elend. Von der Welt verstoßen, ohne einen Funken Hoffnung. Sie wusste nicht, ob sie lieber aus tiefstem Herzen weinen wollte oder jemandem ins Gesicht brüllen, dass sie hier nicht hingehörte.
Wie betäubt legte sie sich wieder in die unbequeme Matratze und versuchte, das heftige Zittern zu unterdrücken und ein wenig zu schlafen, doch das Po-chen ihres Herzens ließ nicht nach, genau so wenig wie ihre Gedanken auf-hören wollten, durch ihren Kopf zu rasen.
Am letzten Abend hatte sie noch mit vielen verschiedenen Leuten lange Gespräche geführt. Alle wollten aber im Endeffekt dasselbe wissen: Warum hast du das getan? Wo ist die Geisel? Weißt du, was dich jetzt erwarten wird?
Auf die meisten Fragen gab Sally keine Antwort, doch auf die Frage, ob sie wüsste, was sie erwarten würde, sagte sie immer: „Nein, sagen Sie es mir bitte.“
Die Reaktionen darauf waren verschieden.
„Du wirst ins Gefängnis kommen.“, sagte der ungehobelte Kerl von der Po-lizei, der sie vernommen hatte.
„Wir werden das schon hinkriegen.“, sagte ihr Anwalt, doch seine Worte klangen nicht sehr überzeugend und sein Blick war einzig und allein voller Desinteresse.
„Schau tief in dein Herz., dann findest du den richtigen Weg.“, sagte die vertrottelte Psychiaterin, die sie ihr zur Seite gestellt hatten, damit sie nicht vollkommen wahnsinnig werden würde, aber wenn sie auch nur eine Stunde mehr bei ihr verbringen musste, würde es wohl genau die gegenteilige Reak-tion ergeben.
Von ihrem Anwalt wusste sie, dass die Gerichtsverhandlung in drei Tagen war. Solange musste sie erst mal hier bleiben.
Sally wusste nicht, was sie danach erwarten würde. Höchstwahrscheinlich würde sie im Gefängnis bleiben müssen, auch wenn sie noch so jung war.
Jugend war eben keine Entschuldigung.
Bin ich jetzt glücklich? Fragte sie sich. Musste ich das wirklich tun?
Doch bevor sie eine Antwort darauf gefunden hatte, gab ihr die Erschöpfung die Möglichkeit, doch noch ein wenig zu schlafen, dieses Mal Gott sei Dank traumlos.
Ein greller Pfeifton weckte sie am nächsten Morgen auf. Ein Wachmann brüllte noch zusätzlich: „Aufstehen! Das Frühstück wartet auf keinen von euch!“
Sally war froh, dass es hier nicht so war, wie in all den Filmen, die sie gesehen hatte und sie das Essen nicht einfach unter den Gitterstäben hindurch geschoben bekam. Sie durfte mit den anderen in eine große Kantine gehen, sich mit einem Tablett in eine Reihe eingliedern und warten, bis ihr ihr Haferbrei aufs Teller geschöpft wurde. Danach konnte sie sich einen Platz an einem der restlos überfüllten Tische suchen und endlich etwas essen, aber der Appetit verging ihr schlagartig nach dem ersten Bissen. Sie zwang sich, wenigstens ein bisschen etwas von dem ekelhaften Gemisch zu essen, um nicht wieder den ganzen Tag zu hungern.
Gedankenverloren ließ sie ihre Blicke schweifen. Sie entdeckte niemanden, der auch nur annähernd so jung war wie sie selbst. Es gab einige Frauen, die die Ärmel ihrer Overalls hochgekrempelt hatten und bewundernswerte Mus-keln entblößten. Manche hatten auch seltsame Tatoos, wie Schlangen, die sich um Schwerter schlängelten oder Totenköpfe, die von Feuer umgeben waren. Andere Frauen waren aber auch zierlich und wirkten zerbrechlich, regelrecht fehl am Platz.
So wie sie.
Sally atmete tief durch und widmete sich wieder ihrem Teller.
Seltsam, dachte sie, ich dachte ich würde Angst haben, wenn ich einmal in einem Gefängnis sein müsste, aber Angst ist eines der wenigen Gefühle, die mir im Moment nicht in den Kram passen.
„Hey“, sagte plötzlich jemand neben ihr.
Sally wandte den Blick nach links: „Ja?“
„Schmeckt dir der Fraß etwa?“ wollte eine große stämmige Inhaftierte mit brünetten Rasterlocken wissen.
Sie war die Art Frau mit den hochgekrempelten Ärmeln.
„Nicht wirklich.“, gestand Sally und versuchte ein Lächeln zustande zu bringen.
Sollte sie vor dieser Insassin nicht eigentlich Angst haben? Die hatte be-stimmt ein nicht minder schweres Verbrechen begangen, also war sie eine potentielle Gefahr.
„Dachte ich mir.“ Die Frau grinste und zog mit der rechten Hand, die den Aufsehern, die an der Essensausgabe aufgestellt waren, abgewandt war, et-was aus ihrer Hosentasche.
Sally war neugierig, und sie

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Kommentare

Mörviii schrieb am 2009-12-30 16:17:20:
wow echt coole geschichte
ist mal etwas anders und doch spannend
ich glaube da könnte sich vllt noch was entwickeln zwischen sally und dem jungen wärter :D
naja wär schön iwie süß
freue mich total auf die nächste fortsetzung
LG Mörviii
Mary schrieb am 2009-12-26 11:36:46:
Ein guter Anfag, freue mich wenns weiter geht! Ist recht spannend. ;)
*soulmate* schrieb am 2009-12-23 15:07:10:
hi an alle^^ wer zufällig auf diese geschichte stößt und sie lesen möchte, dem möchte ich noch kurz sagen, dass das 1. kapitel nicht der anfang ist xD zuvor kommt noch der epilog (eigentlich prolog, hab mich aber verschrieben, jetzt ist es der epilog) *g* den findet ihr auch hier drinnen =)
lg, soulmate

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