Sally (10. Kapitel)
von
*soulmate*
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10. ERTAPPT
Der Tag verging schnell.
Die Arbeit war hart, der Tag war heiß und Sally schwitzte so sehr, dass ihr die Kleidung an der Haut klebte.
Sie beschränkten sich nicht nur auf die Pferde. Waren die erst einmal versorgt, galt es noch die Hühner zu füttern und letztendlich Mr. Green auf dem Feld zu helfen, was in etwa doppelt so anstrengend war.
Hätte Katy ihr nicht einen ihrer Sonnenhüte übergeben, hätte Sally womöglich einen Hitzschlag erlitten, so erbarmungslos wie die Sonne strahlte.
Nur mittags wurde eine einstündige Pause für das Mittagessen eingelegt. Ansonsten verkniff Sally sich einfach den Gedanken an einen erlösenden Schluck Wasser.
Mit nahender Dämmerung besserte sich dann Gott sei Dank auch das Klima erheblich. Der Himmel färbte sich leicht rötlich und die Wolken sahen aus wie Zuckerwatte, die man einfach vom Himmel hätte zupfen können, doch nie-mand hatte wirklich ein Auge dafür. Sally stand immer noch der Schweiß auf der Stirn, als Mr. Green endlich verkündete, dass die Arbeit für heute beendet sei. Völlig fertig und mit Blasen an den Händen machte sie sich im Gänsemarsch hinter dem Rest der Familie auf den Rückweg zum Haus.
Niemand war noch munter genug, um etwas zu sagen.
„In einer Stunde kommen die Coreys, dann gibt es Abendessen.“, erklärte Megan schließlich, als sie den Hof erreicht hatten, und ging sofort schnurrstracks in die Küche.
„Wow.“, machte Sally nur, noch völlig aus der Puste, „deine Mum arbeitet wirk-lich unglaublich hart.“
Katy nickte.
„Darum nimmt es ihr auch niemand übel, dass sie das ganze Geld, das wir bekommen haben, nach ihren eigenen Vorstellungen einsetzt und ausgibt.“
„Ah.“ Sally war zu müde, um ein längeres Gespräch zu führen.
„Ich geh jetzt erst einmal duschen. Ich muss ja schließlich gut aussehen wenn Nick kommt. Du kannst ja nach mir gehen. Tony lässt dich bestimmt vor.“ Und schon verschwand Katy die Treppe nach oben.
Sally nickte kaum merklich.
Tony, die noch im Gang stand und gerade aus ihren Schuhen schlüpfte, sagte dazu wie üblich gar nichts. Auch sie schlenderte dann zur Treppe und stieg lang-sam hinauf.
Sally versuchte erst mal, ihr Gehirn nach der anstrengenden körperlichen Arbeit wieder in Betrieb zu nehmen.
Wer waren die Coreys doch gleich?
Corey.....Corey......Nick......?
Nick, ja genau, Katys Freund, sie hatte ihn ja sogar schon vom Fenster aus gesehen. Er schien nett zu sein.
Und Mrs. Green hatte ihn doch auch daran erinnert, dass seine Familie zum Abendessen eingeladen war. Sie sollten ja nicht wieder zu spät kommen, hatte sie gesagt.
Na toll, dachte Sally missmutig, jetzt auch noch neue Leute kennenlernen und dabei nett und freundlich sein, obwohl ich doch am liebsten nur noch schlafen würde.
Erschöpfte schleppte sie sich nach oben in ihr Zimmer.
Da sie zu nichts anderem im Stande war, ließ sie sich einfach auf ihr riesiges Bett fallen. Vor Müdigkeit fielen ihr fast die Augen zu.
Nur nicht einschlafen, ermahnte sie sich, sonst wirst du wieder nicht rechtzeitig fertig.
Doch wie hält man sich am Besten wach?
Ganz klar, man lenkt sich ab.
Nur wie?
Sally drehte sich auf den Bauch, verschränkte ihre Arme vor ihrem Kopf und bettete ihr Kinn darauf.
Am Besten denke ich nach. Das ist nicht zu anstrengend, lässt mich aber auch nicht so schnell einschlafen, stellte sie fest und suchte schon nach einem Thema.
Es vergingen nicht einmal fünf Sekunden, da hatte sie auch schon eines gefunden: ihre Flucht.
Die musste sie sowieso planen.
Zufrieden mit dieser Idee, stahl sich ein Grinsen auf ihr Gesicht.
Was war alles zu bedenken?
Natürlich, erst einmal musste sie herausfinden, wo Anni in etwa war und wie sie am Schnellsten dorthin kam.
Das war wohl auch gleichzeitig die am schwersten zu bewältigende Hürde, denn niemand würde ihr freiwillig erzählen, wo sie ihre Schwester hingebracht hatten.
Schon vor Gericht hatten sie die Adresse der Familie, bei der sie nun wohnte, zu ihrem Schutz nicht preisgegeben.
Sally hielt in ihrem Gedankengang inne.
Die Familie....diese Frau, die Anni an der Hand gehalten hatte.....wie war doch gleich ihr Name gewesen?
Es war eine große, blonde Frau gewesen, Sally erinnerte sich.
Doch der Name....
Sallys Hirn begann zu rattern.
Der Name wäre so ausgesprochen wichtig.
Er wäre eine enorme Erleichterung, er würde die Suche unglaublich einschränken, das wusste Sally.
Mit diesem Namen könnte sie Telefonbücher abklappern oder das Internet durchforsten, irgendetwas würde sie sicherlich finden.
P.....P.....Peters?
Nein, das war er nicht.
P.....P.....Potter?
Nein, so hatte die Frau nicht geheißen.
Sally rollte sich auf den Rücken und legte verärgert die Hände an die Stirn.
So lange war der Prozess doch nicht her, sie musste sich doch an diesen Namen erinnern.
In ihrem Kopf nahm die blonde Frau Gestalt an. Sally sah nun ganz deutlich ihre Gesicht vor sich. Eine spitze, kleine Nase und hellblaue Augen, die Haare zu einem Dutt zusammengesteckt. Ein schwarzes Kostüm und eine halbmondförmige Brille.
Wie war nur dieser Name?
Irgendetwas mit „P“ war es gewesen, da war sie sich sicher.
Es lag ihr doch schon auf der Zunge.
P.....P.....P.....welcher war es denn nur?
Palmer....nein....Paris....nein, aber sie fühlte, dass sie ganz nah dran war.
Sally hätte schreien können vor Wut, weil ihr dieser Name nicht einfiel.
Auch den Richter sah sie ganz deutlich vor sich, wie er die Personalien der Frau mit ihr durchging. Sie sah, wie sein Mund sich bewegte und hörte ihn förmlich „Ihr Name ist.....“ sagen, doch dann verstummte er.
Er war einfach nicht da, dieser Name.
Wie ausradiert aus Sallys Gedächtnis.
Verärgert biss sie die Zähne zusammen und schlug sich mit beiden Händen gegen die Stirn.
Sag mir deinen Namen, rief sie der Frau innerlich zu, doch statt einer Antwort ertönte ein dunkles Pochen.
Verwirrt hielt Sally in ihrer Bewegung inne und entspannte sich wieder ein wenig.
Da hörte sie das Geräusch noch einmal, doch dieses Mal konnte sie es mit Leichtigkeit identifizieren.
Es klopfte an der Tür, und zwar schon zum dritten Mal.
Der Wartende wurde schön langsam ungeduldig und schlug mit immer mehr Kraft gegen die verschlossene Tür.
„Äh....ja bitte?“, rief Sally und sah gespannt und immer noch leicht verwirrt auf die Türklinke.
Diese senkte sich und die Tür schwang allmählich auf. Mit tropfnassen Haaren steckte Katy den Kopf herein.
Um den Körper hielt sie sich lediglich ein großes Handtuch, also musste sie wohl eben aus der Dusche gekommen sein.
„Bin fertig.“, lächelte sie, „du kannst jetzt ins Bad.“
Sally lächelte ebenfalls: „Ist gut.“
Schon war Katy wieder verschwunden.
Es ist ein echter Segen, Katy als Freundin zu haben, auch wenn ich nicht mehr lange hierbleiben will, dachte Sally zufrieden und stand dabei von ihrem Bett auf.
Ihre Glieder fühlten sich an wie Blei, da sie so müde war, doch es war jetzt keine Zeit zum Ausruhen. Sie musste sich fertig machen.
Die Coreys würden bald da sein, und Sally wollte Katy zuliebe einen halbwegs guten
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Kommentare
Nella schrieb am 2010-04-10 15:23:38:
Oh mein Gott, ist ja der Hammer mit Katy und Rayn :)
Deine Geschichte macht total süchtig :)
Ich hoffe die Fortsetzung kommt bald.
Ich bin schon gespannt ;)
Lieben Gruß, Nella.
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