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Kategorien > Fantasy > Soll mal ein Buch werden

Sally (2. Kapitel)

von *soulmate*

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Willst du bleiben oder gehen?“
„Ich...äh...“ Bleiben, gehen, bleiben, gehen...was denn nun? Was will ich denn überhaupt?
Sally verknotete die Hände in ihrem Schoß und richtete ihre Augen zu Boden.
Bleiben, gehen, bleiben, gehen...was ist das Beste? Das Urteil abwarten? Vorher fliehen? Mich retten? Mich ins Verderben stürzen?
Der Schweiß trat ihr auf die Stirn.
Ich gehe...ich könnte wieder geschnappt werden...dann fällt das Urteil noch strenger aus....ich bleibe...ich könnte lebenslänglich kriegen...für immer hier drin...ohne einen Versuch gemacht zu haben, hier raus zu kommen...ich könnte es schaffen, ich könnte mich verstecken, ich könnte...geschnappt werden...
„Ich bleibe.“, sagte sie dann mit fester Stimme, hob ihren Kopf und sah Rachel und danach Lu in die Augen.
„Du bleibst also.“, wiederholte Rachel, „nun gut, dann fällt das Problem mit der Zeit schon mal weg.“
„Ja, aber das soll für dich nicht der Grund sein, hier zu bleiben.“, beteuerte Lu und sah Sally aufmunternd in die Augen.
„Nein, das ist nicht der Grund.“, entgegnete Sally, „ich muss das kleinste Risiko wählen. Ich habe da draußen noch was zu erledigen.“
„Ok, verstehe.“, sagte Lu und sah wieder auf ihr Tablett.
Schweigend aßen die drei und Sally fragte sich, wie sie die Flucht wohl geplant hatten, aber sie fragte nicht nach.
Die Essensglocke läutete und Sally war froh, den Fraß nicht weiter hinunterwürgen zu müssen.
Dieses Mal war sie eine der ersten, die aufstand und ging.
„Bis heute Abend.“, rief sie den beiden noch zu und überlegte dann, ob sie überhaupt noch hier sein würden, wenn es Abendessen gab.
Bestimmt, beruhigte sie sich dann, wer bricht schon am Nachmittag aus einem Gefängnis aus?
Der Wärter mit den blauen Augen wartete wieder hinter der Speisesaaltür auf sie, um sie zu ihrer Zelle zu bringen.
„Und? Satt?“
Aha, er hat sich also neue Gesprächsthemen überlegt, dachte Sally und grinste ein wenig in sich hinein.
„Ich denke schon.“, log sie und schenkte ihm ein Lächeln.
„Äh...gut.“ Ihr Lächeln schien ihn verlegen zu machen, denn seine Backen bekamen eine rötliche Färbung.
Sally registrierte das und war ein kleines bisschen Stolz auf die Wirkung ihres Lachens.
„Komm, lass uns gehen.“, sagte sie dann und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
„Ja, genau.“ Die Situation war dem Wärter offensichtlich peinlich. Durfte man einen Häftling attraktiv finden? Sally wusste nicht, ob es für so etwas Vorschriften gab.
Nun kannte sie den Weg: Rechts, rechts, links, rechts, links, rechts und dann war schon die Biegung vor ihrer Zelle erreicht.
Der Wärter schloss die Tür auf und ließ Sally hinein. Hinter ihr wurde sie wieder sorgfältig verschlossen.
„Ich hol dich dann...“, begann der Wärter.
„...zum Abendessen.“, vollendete Sally seinen Satz.
„Genau.“ Seine blauen Augen strahlten.
So ein Mist, dachte Sally, endlich treff ich einen netten jungen Mann, und dann sitz ich im Gefängnis.
Der Wärter schlenderte langsam davon und Sally konnte noch sehen, wie er heimlich vor sich hin grinste.
Nun war sie wieder allein, allein in ihrer Zelle, in der es kalt und nicht besonders hell war.
Sie stöhnte und setzte sich auf ihr Bett.
Gedankenverloren starrte sie wieder die gegenüberliegende Wand an.
Ein Ausbruch, überlegte sie, wie soll das gehen? Wie wollen sie die ganzen Wärter umgehen? Sie haben ja schließlich keine Waffen oder etwas ähnliches, oder doch?
Sally beschloss, sich nicht weiter damit zu beschäftigen. Sie würde hier bleiben, denn das war das Vernünftigste.
Langsam streckte sie sich auf ihrem Bett aus.
Doch was, wenn sie doch lebenslänglich bekam? Dann würde sie sich sicher wünschen, sie wäre mit den anderen ausgebrochen...
Man konnte es im Vorhinein einfach nicht sagen. Alles konnte ein überra-schendes Ende nehmen, ob es nun der Ausbruch oder die Gerichtsverhandlung war.
Vom vielen Nachdenken bekam sie schön langsam Kopfweh. Der Druck, das Richtige tun zu wollen, setzte ihr schwer zu. Sie musste hier raus, sie hatte noch etwas zu erledigen.
Doch lieber fliehen?
Verärgert über ihre Unentschlossenheit drehte sie sich auf den Bauch und drückte ihr Gesicht in das Kissen.
Dann schrie sie, aus voller Kehle, doch das Kissen erstickte den Schrei. Außerdem war sowieso niemand in der Nähe der sie hören könnte.
Das Nachdenken machte sie völlig fertig. Ein paar Tränen kullerten über ihre Wangen. Leise weinte sie.
Dann schlief sie vor Erschöpfung ein.
Es war ein erlösender, traumloser Schlaf.
Die Gedanken waren einfach verscheucht.

„Aufwachen.“
Eine Stimme drang an Sallys Ohr, doch sie konnte sie nicht zuordnen.
Verschlafen öffnete sie langsam die Augen und setzte sich auf.
Sie streckte sich vor Müdigkeit und hielt dann Ausschau nach der Ursache ihres Erwachens.
Es war der blonde Wärter.
Schnell beendete sie ihr Strecken und sprang vom Bett auf.
Das hat jetzt bestimmt total bescheuert ausgesehen, dachte sie.
Mit dem Peinlich-berührt-sein schienen sie sich ja schön abzuwechseln.
„Ähm...ich bin wohl eingeschlafen.“ Sie hörte sich wie ein kleines Kind an, dass etwas angestellt hatte.
„Ja, das hab ich gesehen.“ Der Wärter musste lachen, „Hunger?“
Sally nickte.
Wieder einmal nahm er seinen Schlüsselbund, suchte den passenden Schlüs-sel und steckte ihn ins Schloss.
Sally bemerkte erstmals einen kleinen blauen gläsernen Stern, der daran baumelte. Er funkelte wie ein Kristall.
„Der Anhänger ist hübsch.“, sagte sie dann und zeigte auf den Stern.
„Was?“ Der Wärter runzelte die Stirn, doch dann folgte er Sallys Blick und sah auf seinen blauen Anhänger, „ach so, der Stern.“
Er lächelte: „Den bemerke ich schon gar nicht mehr. Er ist eine Art Glücksbringer. Hört sich bestimmt bescheuert an, aber den hat mir meine Mutter geschenkt, als ich noch klein war. Ich fühl mich unwohl, wenn ich ihn nicht bei mir habe.“
Sallys Herzschlag beschleunigte sich ein wenig.
„So etwas hatte ich auch einmal.“, erklärte sie dann, „es war eine Kette von meiner Mutter. Daran war ein herzförmiger Anhänger mit einem Bild von ihr und mir im Inneren. Ich habe ihn geliebt.“
„Hat man ihn dir bei der Festnahme weggenommen?“ Der Wärter sagte es mit fester Stimme, als hätte er sich gerade entschlossen, Sally ihre Kette wiederzubeschaffen, wenn sie ihr weggenommen worden war.
„Nein, ich...ich hab sie wohl verloren...“ Sie senkte den Blick.
„Oh.“ Der blauäugige Wärter schien ihre Traurigkeit darüber genau nachempfinden zu können, „das tut mir leid.“
„Ist schon gut“, wehrte Sally ab, „lässt du mich jetzt vielleicht raus?“
„Oh, natürlich, Verzeihung.“ Schnell öffnete er die Tür, ließ Sally neben ihn treten und verschloss sie dann wieder.
„Das mit der Einzelzelle wird sich nach der Verhandlung auch ändern.“, berichtete er dann auf dem Weg zum Speisesaal, „wenn du länger hier bleiben musst, darfst du dich Vormittags und Nachmittags frei im Gebäude bewegen und auch raus in den Hof gehen. Das mit der Einzelzelle ist wohl nur am Anfang zur Abschreckung gedacht.“
Er schmunzelte ein wenig.
„Gut zu wissen.“,

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Kommentare

Ein-guter-Tipp schrieb am 2010-02-07 21:15:00:
Hallo, daß hat zwar nichts mit der Geschichte zu tun, aber ich muß hier mal was loswerden:
Nervt das euch nicht auch, wenn man in den Suchmaschinen nur Angaben findet,
die man nicht gebrauchen kann? Wenn man ein Suchwort eingibt, werden meistens
auf den forderen Plätzen nur irgendwelche Müllseiten angezeigt.
Das muß aber nicht sein, ich kenne jetzt eine Seite, wo man mit einem Klick
über 500 Spitzen Anbieter finden kann.
Das funktioniert wirklich Prima. Wenn ich z.B. Tickets für eine Veranstaltung
suche gehe ich einfach auf die www.top3-suche.de und klicke bei der Kategorie
"Freizeit/Kultur" auf www.tickets-top3.de Sofort sehe ich die drei führenden
Ticketanbieter und kann meine Auswahl treffen. Das funktioniert aber nicht nur
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Schaut doch mal selbst auf www.top3-suche.de und probiert es aus.
Moon Dancer schrieb am 2010-02-06 15:04:53:
die geschichte ist echt gut. mach weiter so xD
lg
Mary schrieb am 2010-02-05 16:40:47:
Man, ich liebe die Story! Bitte, bitte weiter! So schnell wie möglich! Ich bin verückt danach :D

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