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Kategorien > Fantasy > Soll mal ein Buch werden

Sally (4. Kapitel)

von *soulmate*

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sich ein neues Leben aufzubauen, irgendwo ganz weit weg von ihrer schlimmen Vergangenheit.
Vergangenheit.....was für ein schönes Wort. Es gab ihr Hoffnung.
„Ich falle gleich hin.“ Anni weinte schon und umklammerte ganz fest die Diddlmaus, die sie in ihrem kleinen Arm hielt.
Es war eines der wenigen Dinge, die ihre große Schwester ihr erlaubt hatte, mitzunehmen, denn Sally wusste, dass Anni ohne ihre Diddlmaus nicht einschlafen konnte. Sie war nämlich von Mum.
„Nein, ich halte dich doch.“, widersprach Sally und drückte Annis Hand noch fester.
Sie liefen wirklich schon lange durch die Dunkelheit. Es war kalt und beide hatten nur eine dünne Jacke an. Es gefiel Sally gar nicht, dass Anni frieren musste, aber es ging nicht anders. Die Kälte hatte sie nicht miteingerechnet.
Aber es war nicht mehr weit.
Sally konnte das alte Haus schon sehen.
Nur noch ein paar hundert Meter.
Da hörte sie hinter sich plötzlich das Geheul von Sirenen. Sie waren ihnen auf der Spur.
Ihr Herzschlag beschleunigte sich noch mehr und sie wollte noch schneller laufen, um Anni endlich in Sicherheit zu bringen, aber sie wusste, dass das kleine Mädchen nicht so lange Füße hatte wie sie selbst.
Obwohl auch ihre Kräfte schon dem Ende zu gingen, blieb sie kurzerhand stehen und hob Anni in ihre Arme.
„Halt dich an mir fest, ich versuche zu laufen.“, sagte sie zu der Kleinen, sah sich noch einmal um und rannte dann so schnell los, wie es ihre Last zuließ.
Anni nickte und schlang ihre kurzen Ärmchen um den Hals ihrer großen Schwester, während sie darauf achtete, dass auch ja ihrer Diddlmaus nichts zustieß.
Die Sirenen wurden lauter.
„Was ist das?“, fragte Anni und schniefte.
„Das sind böse Menschen. Sie suchen uns.“, erklärte Sally und hatte Mühe, noch genügend Luft beim Laufen zu bekommen.
Das Haus war so nah.
„Warum suchen sie uns?“ Es war so typisch für Anni, solche Fragen zu stellen, aber im Moment fiel es Sally sehr schwer, zu antworten, da sie so schnell wie möglich laufen wollte und dafür ihre ganze Kraft benötigte.
„Ihnen hat nicht gefallen, was ich gemacht hab.“, keuchte Sally nur.
„Dass wir weglaufen?“ Anni schaute ihrer Schwester ins Gesicht.
„Ja...genau.“ Es war zwar nicht die ganze Wahrheit, aber die Kleine brauchte auch nicht die genauen Hintergründe ihrer Flucht erfahren. Vielleicht würde Sally es ihr später einmal erzählen, wenn Anni älter war. Sally konnte nur hof-fen, dass sie es dann verstehen und sie nicht für immer hassen würde.
Endlich, der kleine Eingang war in Sicht.
Es waren vielleicht noch fünfzig Meter.
Jetzt würde es gleich darauf ankommen, Anni zu erklären, was sie in den nächsten Stunden zu tun hatte, falls Sally nicht bald wieder hier sein würde. Sie mussten beide stark sein.
Schnaufend blieb Sally vor dem schmalen Zugang stehen.
Der Zugang: Ein schwarzes Loch an der Hauswand, dass nachts kaum zu sehen war und tagsüber sehr gefährlich aussah, da es jederzeit einstürzen könnte und somit waghalsige Personen, die hineingekrochen waren, völlig verschütten würde.
Aber Sally war zuversichtlich. Anni war so klein, dass sie die Mauern weder beim Hinein- noch beim Hinausklettern berühren würde und somit auch keinen Einsturz auslösen konnte.
Sally war in den letzter Tagen oft hier vorbeigegangen und hatte vorsichtig ein paar Taschen mit Essen und Wasser, sowie Taschenlampen und Batterien hinuntergelassen. Einmal hatte sie auch eine Decke und ein paar Kissen hinuntergeworfen, damit Anni es warm haben würde.
Ja, Anni würde es gut gehen.
Doch für wie lange?
Sie setzte ihre Schwester vorsichtig neben dem Eingang ab und kniete sich dann zu ihr hinunter, um ihr ins Gesicht sehen zu können.
„Hör mir jetzt gut zu, mein Schatz.“, fing sie an und spürte, wie sich Tränen in ihren Augen bildeten.
Anni sah sie mit ihren großen grünen Augen an, dann nickte sie mit entschlossenem Blick, fast als würde sie verstehen, wie wichtig dieser Augenblick war.
„Ich muss jetzt fortgehen, ein besseres Versteck für uns suchen, das nicht so gefährlich ist und in das ich auch hineinpasse. Ich habe dir alles besorgt, was du brauchst. Du musst auch keine Angst haben, denn ich werde bald wieder da sein und dich holen. Du wirst jetzt vorsichtig da runter klettern, dich schön in die warme Decke kuscheln und ein wenig schlafen. Wenn du aufwachst und ich noch nicht wieder da bin, dann isst du etwas und spielst ein wenig mit den Spielsachen, die du in deinen Rucksack gepackt hast.“
Sally klopfte sachte mit der Hand gegen den Rucksack, den Anni auf dem Rücken hatte.
Anni nickte wieder.
Dann nahm Sally Annis Gesicht in ihre Hände und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn.
„Von jetzt an wird alles besser werden. Wir werden glücklich sein, nur wir beide, und du wirst nie wieder Angst haben müssen. Niemand wird dir je wieder wehtun.“ Sally nahm ihre Schwester in die Arme und drückte sie ganz fest an sich, „ich hab dich sehr lieb, mein Schatz, und ich verspreche dir, dass ich bald wieder da bin.“
„Ich hab dich auch lieb“, sagte Anni und auch sie hatte Tränen in den Augen, „und ich will, dass du da bist, wenn ich aufwache.“
Sally lächelte: „Ich tu mein Bestes, Anni-Maus, aber ich kann es dir nicht versprechen.“
„Ok.“, schluchzte Anni und fiel ihrer Schwester nochmals in die Arme.
„Es wird alles gut.“, beteuerte Sally und streichelte der Kleinen über die schwarzen Haare.
Schweren Herzens stand sie schließlich auf und nahm Annis Hand, um ihr in den Zugang zu helfen.
Fast lautlos kletterte Anni hinunter und rief ihrer Schwester dann noch zu: „Sei vorsichtig!“
„Ich verspreche es.“, flüsterte Sally, warf ihrem Engel noch einen Kussmund zu und rannte dann los.
Sofort liefen die Tränen unaufhaltsam über ihre Wangen.
Ein Versteck musste sie finden, für sie beide, eines, das sicher war und in dem man für geraume Zeit leben konnte.
Wo sollte so etwas zu finden sein?
Wohin sollte sie nur laufen?
Es war doch sowieso hoffnungslos.
Kein Ort dieser Welt würde sie noch verstecken können...

„Anni“, weinte Sally, immer noch über die Kloschüssel gebeugt.
Alles war umsonst gewesen.
Die ganze Planung, die Suche nach einem Versteck, das Beschaffen von Essen und Wasser und das auch noch alles, ohne das es jemand mitbekam.
Es hatte Wochen gedauert. Wochen, in denen Sally kaum geschlafen und vor Angst kaum etwas gegessen hatte. Wochen, in denen sie Anni immer öfter allein lassen musste, obwohl sie wusste, dass sie dann niemand beschützen konnte. Wochen, in denen ihr Herz geblutet, und in denen sie trotzdem das erste Mal Hoffnung gehabt hatte. Hoffnung auf ein Leben in Frieden und Freiheit.
Sally schluchzte, doch sie wusste, dass sie jetzt stark sein musste.
Für Anni.
Sie musste sich zusammennehmen und erhobenen Hauptes zur Gerichtsverhandlung erscheinen. Vielleicht schaffte sie es mit viel Glück, ein mildes Urteil zu erwirken und bald wieder aus dem Gefängnis rauszukommen, um Anni in ihre Arme schließen zu können.
Wo sie sie wohl hingebracht hatten?
In ein Heim?
Sally schluckte. Anni war ein

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Kommentare

Mary schrieb am 2010-02-22 16:03:08:
Ohh, es ist so spannend und toll geschrieben! >-< Ich liebe es! Bitte schreib schnell weiter!

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