Sally (5. Kapitel)
von
*soulmate*
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davon, war ihr auch nicht klargewesen, dass sie so viel für Matt empfand, dass er ihr in diesen wenigen Tagen so wichtig geworden war, doch das ließ sich anscheinend nicht leugnen.
Er war ihr wichtig, sogar sehr.
„Nun....“ Die Stimme des Richters riss Sally aus ihren Gedanken.
Noch ganz benommen blinzelte sie ein paar Mal und setzte sich dann endlich auf ihren Platz.
„...was uns zu dieser Entscheidung bewegt hat“, fuhr Richter Hayden fort und sein Blick ruhte dabei auf Sally, „war, dass wir Ihnen glauben, Ms. Baldwin, dass sie den Mord nur zum Schutz ihren Schwester und zu ihrem eigenen Schutz begangen haben und nicht aus böswilliger Absicht. Trotzdem rechtfertigt das natürlich keinen Mord. Sie hätten eine andere Initiative ergreifen müssen. Aber nichts desto trotz glaubt das Gericht, dass sie ein guter Mensch sind und nicht in ein Gefängnis gehören. Dafür sind sie unserer Ansicht auch noch zu jung. Wir hoffen deshalb, dass wir so ein gerechtes und richtiges Urteil gefällt haben.“
Sally nickte stumm.
Sie wusste, dass Richter Hayden darum bemüht war, das Richtige zu tun. Er war ein guter Mensch. Ob sie selbst auch einer war, konnte sie nicht beurteilen. Sie konnte nur hoffen, dass das Gericht recht behielt und sie zu dieser Familie auf dem Land besser passte, als in ein Gefängnis.
„Morgen früh wird Sie ein Polizeikommando dorthin bringen. Die heutige Nacht müssen Sie noch im Gefängnis zubringen.“, flüsterte ihr dann ihr Verteidiger zu. Er sah sie dabei nicht einmal an, sondern blickte nur hinauf zum Richter.
Sally sah ihn im Gegenzug auch nicht an. Stattdessen schaute sie lieber auf den Boden und nickte.
Eine Nacht noch im Gefängnis.
Eine Nacht, in der sie Zeit hatte, etwas über Matt zu erfahren.
Eine Nacht, nicht mehr.
Diese Zeit musste reichen.
„Die Verhandlung ist hiermit geschlossen.“, verkündete Richter Hayden schließlich und die Zuschauer standen einer nach dem anderen auf und verließen den Saal.
Mrs. Parker nahm Anni wieder an der Hand und zusammen folgten sie der Masse. Anni warf noch einen letzten Blick auf ihre Schwester, doch dann ging sie in der Menge unter.
„Auf Wiedersehen, Anni.“, murmelte Sally ganz leise und eine einzelne kleine Träne lief über ihre Wange.
Abschied nehmen war so schwer. Am liebsten wäre sie ihr nachgerannt und wieder zusammen mit ihr abgehauen, doch man sah ja, wo das endete.
Ehe sie sich versah, standen zwei Polizeibeamte rechts und links neben ihr und nahmen sie am Arm.
Gehorsam stand Sally auf.
Niemand sagte ein Wort.
Was hätten sie auch sagen sollen?
Im Endeffekt war doch alles klar.
Sally musste jetzt wieder zurück ins Gefängnis, zurück für eine Nacht, und morgen früh würde sie die Stadt verlassen.
Sie hoffte nur, dass sie irgendwie den Kontakt zu Anni erhalten konnte, egal ob per Post oder per Telefon. Sie wollte sie nur um keinen Preis wieder verlieren.
Und Matt. Matt wollte sie auch nicht verlieren.
Vor ihrem inneren Auge tauchte ein Bild von seinem makellosen Gesicht auf. Seine ozeanblauen Augen strahlten sie an und sein Lächeln war zart, aber dennoch hatte es etwas Umwerfendes an sich. Es war einfach Matts Lächeln.
Hoffentlich würde sie ihn noch einmal wiedersehen.
Die Polizisten führten sie durch die Tür hinaus und wieder Richtung Polizeiwagen.
Sally drehte sich noch einmal zu dem Gerichtssaal um.
Nun war es vorbei.
Ihre Zukunft hatte sich entschieden, und nichts war so gelaufen, wie sie es erwartet hatte.
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Kommentare
Mary schrieb am 2010-03-06 16:34:01:
Bitte weiter! ;)
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