Sally (8. Kapitel)
von
*soulmate*
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8. ABENDESSEN
Als Sally wieder erwachte, fiel das Licht der Sonne schon leicht rötlich durch das Fenster ihres Zimmers. Sie öffnete langsam die Augen und musste sich erst daran erinnern, wo sie war und warum sie in einem so weichem Bett schlief. Bei dieser Erinnerung breitete sich ein großes Grinsen auf ihrem Gesicht aus. Sie hatte wirklich Glück gehabt mit dieser Familie.
Völlig ausgeruht und voller Elan sprang sie aus dem Bett, nur um dann Anlauf zu nehmen und noch einmal mit voller Wucht hineinzuspringen. Sie lachte aus vollem Halse und ließ sich erneut in die weichen Kissen sinken. Es war einfach zu schön um war zu sein.
Ihre schwarzen Haare flogen ihr durchs Gesicht, als sie sich im Bett hin und her wälzte und das Lachen einfach nicht sein lassen konnte. Mit einer Handbewegung strich sie sich die Strähnen von den Augen, um nur ja nichts von diesem wunderbaren Traum zu versäumen, denn genau das musste es doch sein, ein Traum, ein völlig verrückter Traum.
Als sie schon keine Luft mehr vor Lachen bekam, ließ sie es endlich sein und atmete einmal ganz tief durch. Da hörte sie zum ersten Mal ihren Magen knur-ren, und sie konnte ihm auch keine Vorwürfe machen, denn sie hatte wirklich schon eine Ewigkeit nichts mehr gegessen.
Sie legte eine Hand auf ihren lauten Bauch und verkniff sich ein erneutes Kichern.
„Das kann doch alles gar nicht wahr sein.“, flüsterte sie dann und meinte, sie müsse gleich vor Glück von innen heraus zerspringen.
Auf einmal hörte sie unten vor ihrem Fenster jemanden rufen.
Es war Megans Stimme: „Du bist spät dran.“
Neugierig rollte sie sich aus ihrem gemütlichen Bett und schlich zum Fenster. Sie schob den seidenen Vorhang zur Seite und spähte hinunter in den Hof.
Ein wenig rechts von ihrem Fenster aus gesehen befand sich die Terrasse mit der Haustür und Megan stand mit beiden Händen in der Hüfte davor. Wenn Sally es richtig interpretierte, war Megan ziemlich wütend.
Ein paar Meter vor der Frau des Hauses parkte ein kleiner roter Motorroller und vom hinteren Sitz schwang sich gerade jemand herunter.
Als die Person ihren Helm abnahm und ihre hellblonde Haarpracht schüttelte, erkannte Sally Katy. Der Typ, der den Roller fuhr, musste wohl ihr Freund Nick sein. Leider sah Sally sein Gesicht nicht, da sein Kopf ebenfalls unter einem Helm steckte. Sein Körper jedenfalls wies keine besonderen Merkmale auf. Er war schlank, aber nicht besonders sportlich, wie Katy es war, und seine Haltung wirkte im Gegensatz zu der seiner Freundin eher schüchtern. Vielleicht hatte er auch einfach Respekt vor Katys Mutter und wollte sich demütig zeigen.
„Entschuldige, Mum.“, fing Catherine an und es klang aufrichtig, „wir waren im Dorf und haben ein paar Leute aus der Schule getroffen. Im Gespräch haben wir wohl die Zeit vergessen. Wusstest du, dass Mrs. Hawkins angeblich ihren Mann betrügt?“ Offensichtlich wollte sie vom Thema ablenken, und es schien auch noch zu funktionieren. Megan klappte der Mund auf und ihre Hände sackten aus ihren Hüften herunter.
„Nein!“, rief sie fassungslos und schon war die Aufregung vergessen.
Sally, immer noch auf Beobachtungsposten, musste grinsen. Katy hatte es anscheinend drauf, ihre Mutter um den kleinen Finger zu wickeln.
„Doch! Britney hat es erzählt. Sie wohnt doch gleich neben den Hawkins`. Sie sagt, dass immer, wenn Mr. Hawkins morgens zur Arbeit fährt, zehn Minuten später ein kleiner Wagen vor dem Haus hält und ein junger Mann aussteigt. Mrs. Hawkins soll ihn immer freudig begrüßen und er soll erst kurz bevor ihr Gatte nach Hause kommt wieder gehen.“
Katy schien an der Geschichte jedoch nicht weniger interessiert als ihre Mutter.
„Nein!“, wiederholte Megan und hielt sich vor Schock eine Hand vor den Mund.
„Doch, wenn ich es dir doch sage.“ Katy stand nun neben ihrer Mutter und schüttelte sich ein wenig Staub, der sicherlich von der Fahrt auf dem steinigen Weg an ihr hängen geblieben war, von ihrem weißen Rock.
„Ich muss los.“ Nick flüsterte fast und für Sally sah es so aus, als wollte er das Gespräch zwischen Mutter und Tochter nur ungern unterbrechen, oder vielleicht wurde seine Stimme auch nur durch den Helm viel leiser gemacht.
Katy und Megan drehten sich zu ihm um. Wenn Sally ihn von oben schon gehört hatte, obwohl es wie ein Flüstern klang, mussten die beiden, die direkt neben ihm standen, ihn wohl auch wahrnehmen.
„Ja, ist gut.“ Katy schenkte ihm ein Lächeln und warf ihm dann eine Kusshand zu, „ruf mich an. Ich liebe dich.“
„Und erinnere deinen Vater an das Abendessen morgen.“, fügte Megan hinzu, „nicht, dass ihr drei wieder eine Stunde zu spät hier auftaucht. Ich hasse es, das Essen noch einmal aufwärmen zu müssen.“
„Ja, werde ich machen, Mrs. Green.“, antwortete Nick und ließ seinen Roller wieder anspringen. An Katy gewandt sagte er noch „Ich liebe dich auch, mein Schatz. Ich vermisse dich jetzt schon.“ Und dann fuhr er los. Er wendete im Hof und nahm dann die selbe Straße, auf der er wahrscheinlich schon hergefahren war.
Katy lächelte ihm noch hinterher und wandte sich dann gemeinsam mit ihrer Mutter der Haustür zu, um hinein zu gehen. Sie waren auch sofort wieder eifrig in ihren Klatsch und Tratsch verstrickt, doch da durchbrach erneut ein Laut ihr Gespräch.
Es war das Bellen eines Hundes.
Megan und ihre Tochter drehten sich wieder um und auch Sally suchte nach der Ursache des Gebells.
Gegenüber dem Hof an der Stelle, wo die Koppel endete und der Stall noch nicht ganz begann, war ein kleiner Feldweg auf dem im Licht der untergehenden Sonne ein munterer weißer Bobtail angetrabt kam und dabei heftig mit dem Schwanz wedelte. Obwohl Sally eine gewisse Abneigung gegen jegliche Art von Tieren hatte, musste sie zugeben, dass dieses große Fellknäul irgendwie süß aussah, mit seiner kleinen rosa Zunge, die ihm aus seinem hechelnden Maul hing und passend zu seinem Traben immer hin und her wackelte.
„Leg deinen Helm ins Haus.“, zischte Megan ihrer Catherine zu und diese nickte sofort. Eilig stürmte sie durch die Haustür und war binnen Sekunden wieder neben ihrer Mutter, dieses Mal jedoch ohne Helm.
Was sollte denn diese Aktion?
Sally runzelte verwirrt die Stirn.
Der Hund bellte eifrig weiter und rannte mit sichtlicher Freude auf die beiden Frauen zu.
„Sparky!“, rief Katy da auch schon und empfing den süßen Bobtail in der Hocke und mit offenen Armen, „na du, wo hast du denn Dad gelassen? Ist der alte Kauz endlich einmal auf dem Feld eingeschlafen?“
„Katy!“, mahnte Megan und richtete ihren Blick wieder auf den Feldweg, aus dem schon zuvor Sparky gekommen war.
Ein paar Sekunden später tauchte dort auch tatsächlich noch eine Gestalt auf.
Es war ein Mann, stattlich gebaut, in einer löchrigen brauen Hose und einem hochgekrempeltem kariertem Hemd. Auf dem Kopf hatte er einen Strohhut und hätte Sally nicht schon vermutet, dass es sich hierbei um das Oberhaupt dieser Familie handelte, hätte sie wahrscheinlich angenommen, dieser Mann wäre eine moderne Form des altbekannten Robinson Crusoe und gerade von
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Kommentare
Mary schrieb am 2010-04-01 15:42:38:
Hach, ich liebe es....
http//:www.top3-suche.de schrieb am 2010-03-30 18:55:48:
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