Sally (8. Kapitel)
von
*soulmate*
1
2
3
4
5
gerufen.
„Loffel!“ Henry streckte sich regelrecht, als wäre der Löffel lebenswichtig für ihn.
„Hier bitte.“ Sally überreichte ihm das Objekt seiner Begierde und war froh, sich nun eine Gabel nehmen zu können.
Das köstliche Fleisch wartete auf sie.
Hastig nahm sie sich ein Stück und hievte es auf ihren Teller. Mit dem Messer in der anderen Hand begann sie, sich den ersten Bissen herunter zu schneiden. Ohne langes Zögern wanderte dieser auch sofort in ihren Mund.
Mmmmmh, köstlich, einfach traumhaft.
Wie sehr man sich doch über eine einfache Mahlzeit freuen konnte.
Man sollte Alles viel mehr zu schätzen wissen, dachte Sally, als sie das Stück genüsslich zerkaute. Sie war fast dazu verführt, die Augen zu schließen, doch sie wollte sich ihre innere Glückseligkeit nicht anmerken lassen, nicht vor dieser Familie und besonders nicht vor Mr. Green. Stattdessen ließ sie ihren Blick abermals über den großen Tisch schweifen. Nun war jeder mit dem Essen beschäftigt. Sogar der kleine Henry brachte ab und an eine Erbse auf seinen gelieb-ten Löffel und balancierte sie dann in seinen Mund.
Richtig idyllisch.
Nur Tony warf ab und zu noch verstohlene Blicke hinunter in ihren Schoß. Es war wohl ein sehr spannendes Buch. Außerdem fiel Sally auf, dass sich auf Antonias Teller ausschließlich Gemüse befand, und auch das war kaum angerührt.
Wie konnte man so zartes Fleisch verschmähen?
„Hast du keinen Hunger?“, fragte Sally freiheraus über den Tisch, während sie ihren Bissen hinunterschluckte.
Tony sah auf und schüttelte den Kopf.
„Läuft dir bei diesem Anblick nicht sofort das Wasser im Mund zusammen?“, wollte Sally wissen und deutete mit ihrer Gabel auf die Fleischplatte.
Tony lächelte sanft.
„Ich bin Vegetarierin.“, flüsterte sie so leise, das Sally sie gerade noch verstehen konnte.
Sally wurde rot.
„Oh, tut mir Leid, das wusste ich nicht, ich wollte dich nicht...“
„Ist schon in Ordnung.“, entgegnete Tony und widmete sich wieder ihrem Schoß.
Wie peinlich...einer Vegetarierin vorschwärmen, wie gut das Fleisch doch aussähe...peinlich, peinlich.
Sally nahm sich vor, für den Rest des Essens lieber den Mund zu halten und die Mahlzeit zu genießen.
Für heute hatte sie wahrlich genug angestellt.
Ihr erster Tag, und schon kam sie zu spät zum Essen und gab unangebrachte Kommentare von sich. Wahrscheinlich würden sie sie sowieso bald wieder rauswerfen.
Diese kleine, perfekte Familie.
Diese liebenswürdigen, freundlichen Engel.
Engel...wie Anni.
Sally schluckte.
Wie es ihrem kleinen Engel wohl in diesem Moment ging?
Was sie wohl gerade tat?
Ob sie auch zu Abend aß?
Sally atmete tief durch.
Sie wusste, egal wie schön es hier war, egal wie perfekt die Welt hier zu sein schien, etwas fehlte ihr in jedem Moment, in jeder Sekunde, in der ihr Herz schlug.
Ihre kleine Anni.
Ich finde dich....ich hole dich zu mir zurück....diese Gedanken hielt Sally fest, ganz fest in ihrem Kopf.
Noch einmal sah sie in die Gesichter derer, die hier am Tisch saßen.
Es würde sich hier schon aushalten lassen, zumindest so lange, bis sie einen Weg gefunden hatte, ihren kleinen Engel zu holen.
1
2
3
4
5
Kommentare
Mary schrieb am 2010-04-01 15:42:38:
Hach, ich liebe es....
http//:www.top3-suche.de schrieb am 2010-03-30 18:55:48:
Werbung
Top3 Suche - Einfach nur das Beste finden!
Schnell und sicher nur solide und zuverlässige Online-Anbieter finden - www.top3-suche.de -
Kommentar hinzufügen