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Kategorien > Alltag auf meiner Art > Punk

Samstagnacht in einer Straße

von Blindi

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Samstagnacht in einer Straße

Sie kamen vereinzelt. Gingen rein, sahen die Preise, spürten die Menschen, schmeckten die Luft, hörten die Musik und gingen wieder raus. Trafen sich vor der Tür und hörten sich die üblichen Sprüche an, ignorierten die gewohnten Blicke.

Eingang freimachen!

Umzug auf die andere Straßenseite. Lagerbesprechung auf der Treppe. Die Kälte kroch von den Steinplatten durch jede Ritze, durch jeden Stoff, verdrängte jede Wärme und ließ nur kalte Körper zurück. Eine graue Decke gegen die Kälte.

Wollt ihr hier auch noch übernachten?!

Grinsen, Lachen, Kälte und ein Wunsch: Bier. Alkohol gegen den Alltag, gegen zerbrochene Liebe, gegen Heuchelei und Ignoranz, für Flucht und Nebel und ein bisschen Spaß. Ihre Blicke wanderten zur Kneipe gegenüber. Zu teuer. Zu voll. Zu viele hohe Absätze und Markenklamotten.
Einige standen auf und gingen zur Tanke, mindestens zwei Kilometer. Kollekte, das billigste Bier und eine Fanta, Alk für alle.
Sie kamen mit zwei Sixpacks zurück. Endlich Stimmung! Lachend öffneten sie ihr Bier, hofften doch noch auf einen guten Abend, auf einen leichten Nebel. Cheers’n Oi! Angestoßen und...

Hey, ihr! Verschwindet! Sofort oder ich hole die Polizei! Ihr schmeißt mit Flaschen rum und randaliert und schreckt die Kunden ab, da vorne ist alles voller Glas! Haut ab oder ich hole die Polizei!

Das Lachen verflog, Hände ballten sich zu Fäusten, Wut zeichnete die Gesichter und wich genauso schnell der Resignation. Kein Stress. Nebel. Umzug 50 Meter weiter. Ruhe. Sie entspannten sich wieder, hoben noch einmal ihre Flaschen, stießen an und tranken, lachten, immerhin waren hier keine Absätze und Marken.
Ein grünweißes Auto. Zwölf abgerissene Jugendliche mit bunten Haaren zwischen den Grünen.

Natürlich waren die das! Sind doch die einzigen Punker hier, wer soll’s denn sonst gewesen sein?! So was macht doch sonst niemand! Haben kein Geld und schmeißen mit Bier! Mit so einem Pack rede ich nicht! Die sollen die Straße sauber machen und verschwinden!

Leute, schmeißt Flaschen,
denn wir waren’s ja!
Holt euch mit euren Markenklamotten und euren Absätzen Alk,
der uns viel zu teuer wäre,
und schmeißt die Flaschen gegen Wände,
schmeißt sie auf den Boden,
tretet drauf,
lasst die Splitter fliegen!
Und schleicht euch dann heimlich und feige davon und kommt euch mächtig rebellisch und böse vor und zeigt mit dem Finger auf die Zecken.

DENN WIR WAREN’S JA!!






















© by Manuel Nordmeier

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Kommentare

Ezechiel schrieb am 2009-02-23 20:36:08:
Hi, ich finde, du schreibst nicht nur Geschichten, vielmehr vermittelst du Gefühle und Emotionen. Deine Geschichten wirken auf mich wie Welten, in denen man sich hineinleben kann und sich Tage später daran erinnern kann, als ob man diese Erfahrungen auch wirklich erlebt hätte. Echt cooler Schreibstil. Ciao, Ezi.
chris schrieb am 2009-02-01 22:31:17:
coole story die den nagel auf den kopf trifft
Gimliy schrieb am 2008-08-06 21:50:28:
Hi, nochmal, mein Kommentar ist iwie unvollständig. Was ich noch schreiben wollte ist, bleibe auf deinem Weg und lass dich nicht fertig machen.
alles tgute von: Sebastian
Gimliy schrieb am 2008-07-21 20:47:16:
Auch diese Geschichte ist sehr gut. Klar wird alles negative immer auf die abgeschoben, die sich nicht wehren dürfen, weil sie sonst sofort fertig gemacht werden. Es ist immer leicht, einen Schuldigen zu finden, wenn man will.
Lass dich vonSebastian
Liza schrieb am 2008-06-12 16:55:01:
hey manuel, es ist hier nicht einfach gute texte zu finden. deiner ist gut. danke.

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