Sascha-Across the country without friend (Teil 2)
von
Nicolas Giese
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3.
Laut dröhnend lief der Motor warm. Sascha blickte umher. Alle Klassenkameraden
liefen umher und versuchten, ihre Eltern zu sehen und ihnen zuzuwinken. Sascha ließ
sich nicht anstecken, da seine Eltern sich bereits vor sweinem fenster positioniert
hatten. Er rutschte im Sitz ein bisschen tiefer und zog die Hose ein bisschen
runter. Das ist cool,dachte er während er lässig seine Beine öffnete. Das machen
alle Coolen so. Tja, von Fabian und den anderen kann ich halt noch etwas lernen.
Aber stylisch bin ich schon, dachte er sich, während er aus dem Fenster starrte. Der
Bus rollte an. Sascha fixierte seinen Blick jetzt auf seiner Mutter. Sie stand dort
und wunk. Aber anders. Anders als alle anderen. So gezwungen und traurig. Warum war
sie nur immer so zermürbt? Früher war das anders, da sind wir noch in den Zirkus
gegangen, haben gelacht, Witze gerissen und einfach Spaß gehabt. Diese Zeiten waren
vorbei. Aber warum? Was war passiert? Hatte es was mit der Trennung zu tun? Oder
liegt es an mir? Langsam fing Sascha an, sich Vorurteile zu machen.Er dachte an die
gute alte Zeit und rang sich ein lächeln ab. Aber nur ein kleines.
4.
"Hello kids. Now we`ll drive to Canterbury. Are you happy? So, if you`re happy
and you know it clap your hands.......",stimmte der Klassenlehrer die Schüler an.
Der Bus tobte. Nur Sascha konnte sich noch auf seinem Platz halten. Es verbreitete
sich eine heitere und ausgelassene Stimmung. Und Sascha war NICHT glücklich. es
wusste nicht, ob er den "Hexenkessel" als gut oder schlecht werten sollte. Es waren
alle fröhlich, aber was war, wenn das Lied aufhört? Zweifelslos werden sie ein
anderes anfangen. Aber niemand kann 8 Stunden lang irgendwelche Lieder singen. Wenn
die letzte Stimme verklingt, werden sich alle anderen lustigen Sachen zuwenden. Wie
ihn ärgern.
Eine halbe Stunde später fielen der Klasse keine Lieder mehr ein, und alle, die noch
standen, setzten sich murmelnd hin.Das war dieser Moment,dieser Augenblick,dieses
Hindernis,den es zu überwinden galt.
Zu Saschas Glück kam niemand. Er freute sich. Dann sah er nach Nicky. Nicky saß in
der vorletzten Reihe und aß gerade Lakritze, während er sich mit Vinzenz unterhielt.
Dabei notiertze er sich ab und zu etwas auf seinem Notizblock. Wofür eigentlich? War
das ein Spiel?
Auf einmal sah Nicky auf. Ihre Blicke trafen sich schnell. es war der böse Blick.
Sascha schaute sofort hektisch weg. Mist, dachte er, jetzt hält mich Nicky für noch
svhwächer als bisher. Sascha fühlte sich komisch. Beobachtet. Nervös. Er sah zurück
zu Nicky. Und bemerkte dessen Augen. Augen die auf ihn gerichtet waren.
Augen,eiskalt wie ein Eiswürfel. Und gefährlich wie ein Tiger. Wieder sah er sofort
wieder weg. Seine Augen wurden feucht.
5.
Der Bus brummte unaufhörlich weiter wie eine Biene. Er nahm keine Rücksicht auf
seine Insassen und deren Gefühle. Wie sollte er auch, er war ja nur eine Maschine
ohne Herz und verstand. Wie Nicky. Seit ihrer Diskussion ohne Worte,dem Beleidigen
mit Gedanken, dem Speerwurf ins Herz,der Schlägerei mit den Augen, war es nun
geraume Zeit her und Sie fuhren durch die Niederlande. Ein belustigter Ruf drang
durch das laute Geplappere um ihn rum an sein Ohr: "Seht mal Leute, das Obst da muss
mit Sicherheit total `lekker`sein......." Sascha schaute aus dem Fenster und
erblickte den Grund ihrer Belustigung: Ein Schild mit einer lachenden Tomate die
sagte: "Ik bin lekker!" Sascha rief spontan in die lachende und johlende Menge: "Das
ist ja dämlich." Er hörte ein paar Stimmen von hinten, die seine Meinung
bestätigten. Er hörte Gerrit, wie er sagte, dass das doch nur Niederländisch wär.
Sascha grinste. "Wie du!", hörte er eine leise Stimme sagen. Sascha erschrak und
sein Herz sank ihm in die Hose. Was war das? Sascha drehte sich langsam und zitternd
um. Noch in der Drehung zuckte er reflexartig zurück.Er sah nur blonde Locken aus
den Augenwinkeln und wusste sofort,dass es Nicky war,der ihn so erschrocken hatte.
Er hatte ihm leise ins Ohr geflüstert,soviel stand fest. Seine Gesicht war direkt
vor ihm. Und dieses Gesicht zeigte ein Grinsen wie ein Kind vor der Bescherung. Nur
mieser. Und schadenfroher. Arroganter. Seine Augen leuchteten.
Sascha vergrub sein Gesicht in den Händen. Er wollte Nickys Gesicht nicht sehen.
Dieses miese Feixen, wie nur Nicky es konnte. Es zerriss ihn innerlich. Er
spürte,wie ihm das Blut in den Kopf schoss. Er starrte fassungslos in seine
Handinnenflächen. Wäre ich doch nur zuhause geblieben.....,dachte er.
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