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Schade um die Wohnung

von tino Seidel

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Schade um die Wohnung
Ich gehe die Treppe hinauf, nicht mehr so schnell
und zügig wie heute Morgen aber dennoch forsch.
Ich klingle an der Wohnungstür und eine Frau öffnet
mir, nachdem ich ihr sage wer da ist.
Sie hat ein langes Gewand an das vom Kopf bis
Fuß geht.
Gewand ist vielleicht ein bisschen übertrieben. Es
sieht aus als ob das mal ein großes Laken war. Auf
jeden Fall ist das Teil kunterbunt. Die Frau hat sehr
dunkle Haut, fast schwarz. Von welchem Stamm sie
ist kann ich nicht sagen, vom Stamm der Papageier
möglicher Weise.
Ich stehe immer noch vor der Eingangstür da mir
der freie Zugang verwehrt bleibt.
Die Frau steht in ihrem Flur, der steht ca. 3cm hoch
unter Wasser. Oder ich sollte lieber verunreinigtes
Toilettenabwasser sagen.
Sie steht sozusagen bis zum Hals in der Scheiße.
Man kann es auch riechen. Mein Blick richtet sich in
das Badezimmer das gleich rechts vom Flur abgeht.
Die Toilette steht bis zur Oberkante voll mit den
Fäkalien der Wohnungen darüber.
Immer noch drückt das Abwasser aus der
Fußbodenentwässerung. Ich renne in die oberen
Etagen und verbiete den Mietern das Ablassen von
Wasser. Dann sage ich zu der bunten Frau:
"Ich gehe erst einmal zum Auto und ziehe mir meine
Gummistiefel an".
Am Auto angekommen schlüpfe ich in meine Stiefel,
schnappe mir ein paar Werkzeuge und renne
wieder nach oben.
Oben angekommen watschle ich zum
Toilettenbecken und schraube es ab. Dabei knie ich
mich nicht hin, wie ich das sonst mache.
Sie werden wissen warum!
Vorsehen muss ich mich hier nicht mehr, darum
ziehe ich das WC aus dem Rohrstutzen. Alles was
da noch drin ist, entweicht schlagartig.
Nun hole ich mir die Motorspirale aus dem
Transporter und baue sie auf. Ich führe die große
Spirale in das offene Abflussrohr ein und starte die
Maschine die gleich neben mir steht.
Jetzt schiebe ich Meter für Meter die Spirale nach,
bis das ersehnte Geräusch ertönt. Dieses
Schlürfende, Saugende. Das Wasser verschwindet,
das Rohr ist wieder frei.
Das meiste Wasser aus Flur und Bad verlässt die
Wohnung über das Abwasserrohr das fast auf
selber Höhe des Fußbodens liegt. Diverse Liter
verschwinden eine Etage tiefer über Ritze und
Spalten im Boden.
Hinter mir ist die Frau wie irre am wischen.
Ich lasse Wasser in die Wanne laufen um die
Leitung zu spülen und stelle dabei fest, dass die
Fußbodenentwässerung auch noch verstopft ist.
Also mache ich mich ans Werk.
Dieses Mal knie ich mich dazu auf den Boden, lege
mir vorher aber einen Lappen darunter. "Mist, da ist
schlecht ranzukommen."
Hmmm, erst mal die kleine Spirale holen. Ich hole
mir also die kleine Handmotorspirale wobei ich
natürlich die Große gleich mitnehme.
Ich öffne die Fußbodenentwässerung um dann die
Spirale einzuführen. Halb unter der Wanne
hockend, auf meinen Knien abgestützt, lasse ich die
kleine Maschine langsam anfahren.
Jetzt ein wenig schneller.
Dreck! Scheiße! Ich halte die Maschine an. Die
Spirale hat sich festgefressen. Das flexible Metall
steht dermaßen unter Spannung das es sich völlig
verdreht hat. Langsam den Rückwärtsgang
eingelegt entheddert sich das Teil wieder.
Wenigstens ist kein Knick drin. Ich versuche die
Spirale wieder herauszuziehen.
Klemmt, Mist.
Irgend etwas hängt am Haken, das verhindert, dass
sich der Spiralenkopf herausziehen lässt.
Vielleicht sind es ja wieder Haare wie meistens.
Nochmals ziehen.
Geht nicht!
O.K. jetzt mit einen Ruck.
Ich zerre wie ein Tier an der Spirale und mit einmal
macht es zooooong.....
Mir kommt ein Kondom ins Gesicht geschnallt.
Ich lasse alle meine Körperöffnungen geschlossen
und wische mir mit meinem rechten Arm übers
Gesicht.
Ich hoffe nur, dass es Wasser ist, was da so spritzt.
So, das hätten wir auch.
Jetzt noch mal das Abwasserrohr nachgespült,
super, alles klar.
Ich montiere das Toilettenbecken wieder und räume
mein Werkzeug ein.
Hiermit endet meine Aufgabe.
Was im Nachhinein mit der Wohnung geschah weiß
ich nicht.
Nur..........
Schade um die Wohnung

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