Schattenkind
von
Soraya
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(Wieder eine 45-Minuten-Story *grins*, daher wahrscheinlich wieder tausende von Fehlern)
Dunkler Nebel zierte den Weg. Ein Mädchen, mit Haaren, schwarz wie die Nacht, die es umgibt, rannte weinend durch die Dunkelheit. Ja, von Verzweiflung, die stärker ist als jede Kraft, getrieben, lief es immer weiter, weiter durch die Einsamkeit. Sie wusste nicht wohin, sie wusste nicht warum, sie wusste es nicht mehr. Sie hatte es einmal gewusst, doch sie hat gelernt zu vergessen. Selbst ihren Namen hat sie vergessen. Zu viel Schmerz hing damit zusammen. Ja, vergessen tut gut, wenn man nicht mehr vergeben kann. Wie alt sie war, auch das wusste sie nicht, doch wenn sie in den Spiegel sah, blickten ihr die Augen einer alten Frau entgegen. Früher hatte ihr mal wer gesagt, dass sie nicht vergessen soll, ihre Kindheit zu beschützen, was immer auch kommen mag, doch sie hatte sie nicht vergessen, sondern verloren. So rannte sie weiter durch Straßen und Wege, bis sie an dem Tor stand, sie kannte es nur zu gut, ja, sie erinnerte sich wieder daran. Sie wusste, dass jede ihrer Fluchten hier endete, vor dem Friedhofstor. Kreischend schwang es auf. Sie hatte es weder angestoßen, noch sonst berührt, so sah sie es als Einladung, für wenige Stunden, vergeben zu können. Eine Gabe, die sie auch schon vergessen hat. Vergebung. Stumm irrte sie durch die Reihen dunkler Gräber. Dann erblickte sie einen schwarzen Marmorengel. Sie ging darauf zu. Er zog sie magisch an. Sie wusste nicht warum sie sich so für ihn interessierte, wo sie doch schon so viele andere Marmorengel gesehen hatte, doch wusste sie irgendwo her, dass es richtig war. So stand sie lange vor dem Engel und bewunderte sein feines Gesicht. Plötzlich erkannte sie, dass er nicht aus Stein war, er war echt, so starr er auch sein mag, er lebte. Sie wunderte sich nicht, denn sie hatte es geahnt. Ja, irgendwo musste ein Engel auf sie warten, dass wusste sie schon immer. Ein leises Säuseln wurde von einer kalten Brise zu ihr getragen. Es schwoll an, bis sie seine Worte verstand:
„Schattenkind,
düstrer Nächte Wind,
bleibe wach,
lieb die Nacht,
und du wirst sehen,
wie die Stürme wehen,
wie die Bäume leben,
wie die Steine beben,
ja, wirst sehen Wunder,
wirst vergessen jeden Kummer,
ja, wirst vergessen alle Welt,
wirst vergessen was dich noch hält,
wirst lernen zu verstehen,
wirst lernen in Liebe zu vergehen.“
Sie begriff schnell. Ein warmes Pochen erfüllte ihr Herz. Sie konnte dieses Gefühl nicht beschreiben, sie hatte es schon so lange nicht mehr gefühlt. Ja, doch sie war sich sicher, dass es Freude hieß. Ja, sie freute sich, einen Namen zu haben. Schattenkind. Er gefiel ihr. Der Engel blickte sie nun erwartungsvoll an. Sie zögerte kurz, dann gab sie sich in den Schutz des Engels. Sanft hob er sie in den Arm, verdeckte ihre Sicht mit schwarzen Schwingen. Und plötzlich fühlte sie sich geborgen, wie nie zuvor.
„Schattenkind, düstrer Nächte Wind, wo warst du?“
„Ich fand dich nicht.“
„Du hast gekämpft.“
„Ich habe aufgegeben.“
„Ja, du hast deine Kindheit verloren, doch Rettung gewonnen.“
„Ich wollte es nicht.“
„Ich weiß, mein Kind.“
„Ich bin kein Kind mehr, ich trage keine Unschuld mehr. Ich werde von den Schatten verfolgt.“
„Du bist ihr Kind, Schattenkind, sie beschützen dich.“
„Darf ich bei dir bleiben?“
„Ja, mein Kind.“
Die Mine des Engels gefror wieder, doch Schattenkind blieb bei ihm, hier hatte es Geborgenheit gefunden. Sie schlief ein.
Sie wurde schnell entdeckt, von einem Friedhofswärter. Er kannte das Mädchen, hatte er doch so manches Mal ihre nackten Füße über den Weg laufen hören. Er kannte all ihre Sorgen, er wusste, was sie nur dem Wind anvertraute. Er lächelte stumm, froh darüber, das sie endlich Frieden gefunden hatte. Leicht berührte er ihre kalte Wange.
„Schattenkind“, flüsterte er.
Er würde sie nicht verraten, nein. Er mochte das Mädchen auf eigentümliche Art. So ließ er sie allein, an diesem Tag, an dem nur die Schatten weinten.
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Kommentare
Soraya schrieb am 2008-06-26 20:29:02:
Danke nochmal an alle die mir so viele gute Tipps geben!
@ Gimliy: Schreiben ist mein großes Hobby, wnn immer ich Zeit hab schreibe ich
@ doyce: Danke, gute Kommentare freuen mich immer! Manchmal wünsch ih mir wieder ein Kind zu sein, so klein und unschuldig, aber das wünscht sich wahrscheinlich jeder einmal... Aber es geht weiter. Irgendwann kann man alles vergessen und verzeihen. Vor ein paar Tagen konnte ich meiner Freundin nichteinmal mehr in die Augen sehen, sosehr hab ich sie verabscheut, weil sie alle meine Geheimnisse verraten hat, gestern haben wir uns die Hand gerreicht und ich habe geheult, weil ich weiß, dass wir, obwohl wir seid dem Kindergarten Freunde waren, es nie mehr sein werden. Aber so läufts^^
Liebe Grüße, eine zutiefst aufgewühlte Soraya
doyce schrieb am 2008-06-24 14:19:35:
hallo soraya, danke für deine kommentare noch mal :)
Ehrlich gesagt finde ich deine geschichten echt toll, dafür, dass du noch so jung bist! Hier und da gibt es natürlich immer kleine Schwachstellen, aber ich denke, wenn du fleißig weiter schreibst bügelst sich das mit der Zeit aus und du wirst immer besser werden. Du hast auf jeden Fall ein großes Schreibtalent, und mir scheint es, als hättest du auch schon sehr viel (vielleicht schon zu viel^^) Lebenserfahrung für dein Alter.
Ganz liebe Grüße, doyce
Gimliy schrieb am 2008-06-14 16:24:58:
Ich kann nur sagen: Genial! Ich finde, dass du das Düstere richtig gut rüberbringen kannst. Hab auch schon andere Geschichten von dir gelesen. Schreibe weiter. Das hilft gegen düstere Gedanken. Aber du darfst nie vergessen, es existiert immer ein Licht. LG: Sebastian
Soraya schrieb am 2008-05-07 16:57:20:
Danke, Lia! So ein großes Lob hatte ich gar nicht erwartet.
Lg
lia felicity schrieb am 2008-05-06 21:50:57:
ich finde dieses übertriebene passt ausgezeichnet zur geschichte, und zu deinem restlichen schreibstil. ich finde die geschichte echt den hammer!!! einf wundervoll! Du beschreibst total gut, was passiert, nennst wichtige details, und lässt unwichtigs weg! kein wort ist überflüssig, oder fehl am platze, außer echt wenige feinheiten. wirklich! umwerfend!!!
jane schrieb am 2008-05-04 18:04:23:
am anfang schreibst du ein bisschen übertrieben, damit meine ich zum beispiel wenn du immer wieder ''ja,...'' schreibst, oder die etwas übertriebenen wiederholungen in den ersten zeilen machen den anfang nicht schön zu lesen, vor allem nicht spannend, eher langweilig.
das ende jedoch gefällt mir sehr gut, auch wenn ich es nicht ganz verstehe, aber man muss ja nicht alles verstehen!:)
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